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Nicht elegant, aber erfolgreich: Mainz 05, hier Jean-Philippe Mateta (li.) gegen Christian Strohdiek, hält den SC Paderborn nieder.

Mainz - Paderborn 2:0

Ein ziemlich großer Schritt für Mainz 05

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Mainz 05 arbeitet fleißig und packt neun Punkte hinter sich und Schlusslicht Paderborn.

Erleichternde Siege können auch hässlich aussehen. Mainz 05 hat das vor 24 000 Zuschauern gegen den SC Paderborn eindruckslos bewiesen. Das nur bei den beiden erfolgreichen Torabschlüssen von Robin Quaison und Karim Onisiwo sehenswerte 2:0 hat den Abstand der Nullfünfer zum Schlusslicht um neun Punkte vergrößert und bringt sie nun in die recht angenehme Lage, mit einem Sieg am kommenden Sonntag (18 Uhr) daheim gegen Fortuna Düsseldorf sieben Punkte zwischen sich und den Relegationsplatz stopfen zu können. Dann wären die allergrößten Sorgen erst einmal passé in einer Saison, in der in Mainz viel mehr rumpelt, als vor der Runde erwartet worden war.

Denn es schien doch so, als hätten die Rheinhessen einen organisch gewachsenen und sehr gezielt verstärkten Kader beisammen, dazu einen Trainer Sandro Schwarz, der gemeinsam mit dem Klub gewachsen war. Schwarz ist mittlerweile Vergangenheit beim Herzensklub in seiner Heimatstadt, und sein Nachfolger Achim Beierlorzer hat längst zu spüren bekommen, wie unstet dieser Kader auch unter seiner Führung Fußball spielt. Der Franke, das muss man anerkennen, hat darauf ohne Rücksicht auf Namen reagiert. Ein Blick auf die opulent besetzte Mainzer Ersatzbank gegen Paderborn beweist das: Neben dem vormaligen U21-Nationaltorwart Florian Müller hockten dort der spanische U21-Europameister Aaron Martin, der niederländische Nationalspieler Jean-Paul Boetius, Kapitän Danny Latza, sein Stellvertreter Daniel Brosinski, der ungarische Nationalspieler Adam Szalai, der Schweizer Nationalspieler Edimilson Fernandes, der koreanische Nationalspieler Dong-won Ji und Kameruns Nationalspieler Kunde Malong. Es spielten stattdessen weitgehend unbekannte Männer wie der Österreicher Philipp Mwene, der Franzose Ronael Pierre-Gabriel oder der Luxemburger Leandro Barreiro.

Alle Räume zugerannt

Es konnte niemanden ernsthaft verwundern, dass dabei einige Laufwege recht unabgestimmt wirkten, aber immerhin wurden sämtliche dieser Laufwege absolviert, was in der jüngeren Vergangenheit gewiss nicht immer der Fall gewesen war bei Mainz 05. Genau diese Grundtugenden der Lauf- und Kampfbereitschaft hatte Beierlorzer zuvor dringlich eingefordert gegen einen Tabellenletzten, der zunächst zielstrebiger aussah, nach dem bereits zur Pause feststehenden 0:2-Rückstand aber nichts Wesentliches mehr zuzulegen hatte. Die Mainzer rannten alle Räume fleißig zu, das reichte, und der tapfer Sturm und Regen trotzende Paderborner Trainer Steffen Baumgart war danach einigermaßen bedient. Denn er hatte ja genau gesehen, dass es so schlicht nicht reicht fürs weitere Verweilen im Oberhaus. „Wir haben es nicht geschafft, die wichtigen Zweikämpfe in den entscheidenden Situationen zu gewinnen“, interpretierte Baumgart treffend, „deshalb laufen wir der Musik hinterher und stehen da, wo wir stehen.“

Tja, und wo stehen die Mainzer leistungsmäßig nach dem „big step“ (O-Ton Beierlorzer) gegen den Underdog aus Paderborn? Der 05-Trainer würde gern mit etwas mehr Überzeugung einen Sieg am nächsten Sonntag gegen Düsseldorf versprechen können. Kann er aber nicht, weil ihm seine Pappenheimer mitunter auch nicht ganz geheuer sind in ihrem unvorhersehbaren Wankelmut. Also verweist der diplomierte Pädagoge Beierlorzer auf ein Standardwerk der Leistungspsychologie nach Heckhausen: „Hoffnung auf Erfolg.“

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