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Freude in Moll: Mainzer Spieler nach dem 1:1 gegen Hannover 96 am vergangenen Sonntag.

FSV Mainz 05

Sofort ins Tempo

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Mainz 05 vor den Spielen in Leipzig und gegen die Eintracht.

Der FSV Mainz 05 tut eine Menge, um der fehlenden Dynamik der Stadionbesuche entgegenzuwirken. Trainer Sandro Schwarz und Sportchef Rouven Schröder, gesellige Typen ohne Dünkel, zapften neulich gut gelaunt Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt; bei der Weihnachtsfeier des Kids-Clubs mit 450 Kindern beantworteten der Chefcoach und die Spieler Robin Zentner, Ridle Baku. Danny Latza und Daniel Brosinski geduldig drängende Fragen am Fließband; beim „Spiel der Herzen“ gegen Hannover wurden 36 000 Euro für den guten Zweck gesammelt; und weil die Partie kommenden Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt keine Mainzer Massen lockt, gab es eine Rabattaktion für Dauerkartenbesitzer – mit allerdings verhaltener Resonanz. 

Irgendwie können es die armen Nullfünfer niemandem Recht machen. In den beiden vergangenen Spielzeiten dümpelten sie lange im Morast niederer Tabellengefilde herum, hielten vorbildlich an den Trainern Martin Schmidt und Sandro Schwarz fest, retteten sich heroisch - und werden in dieser Saison unbarmherzig mit weiter rückläufigen Zuschauerzahlen belohnt. 
Jetzt könnte man nörgeln, der Tabellenplatz zehn mit 19 Punkten – acht besser als Stuttgart auf dem Relegationsplatz und sechs schlechter als Leipzig auf dem Königsklassen-Thron – sei nicht Fisch und nicht Fleisch. Aber das wäre in der Tat unfair. Dafür macht Mainz 05 seine Arbeit zu ordentlich, wenngleich der ganz große Glamour, jenes Fluidum, das die Ära Klopp und Tuchel noch verströmte, irgendwie fehlt. Da können sie noch so viele Glühweine brauen und Kinderfragen beantworten. 

Sportlich könnten sich die Rheinhessen mit Blick aufs kleine Derby daheim gegen die Eintracht eine weiche Matte legen, indem sie am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) in Leipzig punkten. Trainer Schwarz hat gegen die dichteste Defensive und aggressivste Pressingmaschine der Liga diese Losung ausgegeben: „Nicht nur auf die Defensive versteifen, sondern bei Ballbesitz sofort ins Tempo kommen.“ Außerdem: Entweder selbst ordentlich Druck auf den Ball ausüben oder aber „keine Tiefe zulassen“. Will heißen: Sich weit zurückfallen lassen, damit die blitzschnellen und dazu noch blitzgescheiten Angreifer Yussuf Poulsen und Timo Werner nicht wie verrückt hinter langen Bällen her rennen können. 

Und wenn die beiden Roten Bullen dann erwartungsgemäß doch mal in Position kommen, baut Mainz 05 auf seinen Torwart Robin Zentner. Der war als zweiter Mann in die Saison gegangen, hat sich nach der Verletzung der Nummer eins, Florian Müller, aber als würdiger Stellvertreter erwiesen. „Robin macht es top“, sagt Schwarz. Der nahezu wiedergenesene Müller wird erst im neuen Jahr angreifen können. 

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