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Bleibt auch im Abstiegsfall Mainzer: Rouven Schröder. Foto: dpa

FSV Mainz 05

Schulterschluss in schwierigen Zeiten

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Sportvorstand Rouven Schröder bindet sich bis 2024 an Mainz 05 – auch im Abstiegsfall.

Wenn sich Rouven Schröder für gewöhnlich um Donnerstag zur frühen Mittagszeit mit auf das Podium zur Pressekonferenz setzt, erreichen den Sportvorstand des FSV Mainz 05 meist nicht viele Fragen. Der gebürtige Sauerländer wirkt mitunter wie ein interessierter Zuhörer, der schon mal überrascht wirkt, wenn er angesprochen wird. Zwei Tage vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC (Samstag 15.30 Uhr) war das allerdings anders: Die ersten Statements sollten dem smarten Macher gehören, dessen vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2024 der abstiegsbedrohte Bundesligist kurz zuvor verkündet hatte, als demonstrativer Schulterschluss in schwierigen Zeiten sozusagen. „Voller Überzeugung“ habe er das Angebot angenommen, erklärte der 44-Jährige. „Ich fühle mich inzwischen hier sehr wohl.“ Beruflich wie privat wohlgemerkt.

Seit Frühjahr 2016 ist der als Nachfolger für Christian Heidel von Werder Bremen abgeworbene Sportchef nun schon für die Nullfünfer tätig. Dass seine längerfristige Bindung mitten in einer Phase mit vier Niederlagen in Folge erfolgt, soll ein Signal des Zusammenhalts senden. Trainer Sandro Schwarz wurde in der Hinrunde von seinen Aufgaben entbunden, der Manager nun aber gestärkt. „Rouven Schröder genießt aufgrund seiner sportlichen Kompetenz und seines Netzwerkes, aber auch als klarer und standfester Charakter in der Bundesliga große Anerkennung“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne mit. „Für Mainz 05 ist er ein sportlich und wirtschaftlich erfolgreich arbeitender Teamplayer.“ Tatsächlich hat Schröders vorrangig auf den ausländischen Markt ausgerichtete Transferpolitik dem Klub gewaltige Überschüsse beschwert, die eine ganz wichtige Einnahmesäule geworden sind.

Sein Versprechen ist es, den ambitionierten Verein weiter zu stärken, um in der Bundesliga zu bleiben. „Ich werde nicht lockerlassen und mich auch nicht entmutigen lassen. Der Verein hat sich in dieser Zeit deutlich weiterentwickelt.“ Und wenn’s doch mal nicht klappt mit dem Klassenerhalt? Gilt sein Vertrag für die zweite Liga? „Absolut!“ betonte der zeitweise von anderen Vereinen (Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach) umgarnte Schröder.

Respekt vor der Hertha

Trainer Achim Beierlorzer, der bekanntlich im turbulenten Herbst anheuerte, kennt Schröder schon aus Zeiten bei Greuther Fürth. Er habe sich seitdem gar nicht verändert, „ein geradliniger, akribischer, fleißiger und wertvoller Mensch“. Sein Vorgesetzter schaffe es, diesen Klub „bestmöglich zu repräsentieren“.

Gut wäre nur, wenn sich das Erscheinungsbild in der Tabelle abbildet. Der auf dem Relegationsrang geführte Tabellennachbar Werder erwartet Union Berlin, während die Mainzer im Berliner Olympiastadion bei der Hertha antreten. „Wir brauchen viel Geduld und eine gute Restverteidigung“, glaubt Beierlorzer. Dem Pädagogen gefällt die Wandlungsfähigkeit unter Kollege Jürgen Klinsmann, der im Winter auf dem Transfermarkt mal eben 77 Millionen Euro für Verstärkungen ausgegeben hat. Doch jeglichen Seitenhieb auf das Geschäftsgebaren des Hauptstadtklubs ersparte sich Schröder – ihn hatte aber auch dazu niemand gefragt.

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