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Rouven Schröder ist durch den Rücktritt von Martin Schmidt nicht in Wallung geraten.

Mainz - Wolfsburg

Schluss mit Aufbaugegner

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Für Mainz 05 wird die Aufgabe gegen Wolfsburg mit dem neuen Trainer Labbadia komplexer.

Mainz 05 hat eine unliebsame Leidenschaft darin entwickelt, als erster Gegner nach Trainerwechseln hinhalten zu müssen und dabei als willfähriger Aufbaugegner zu dienen. In vier Spielzeiten debütierte zuletzt fünfmal ein neuer Trainer gegen die Rheinhessen. Die Heimpartien gegen Werder Bremen mit Viktor Skripnik (1:2) im November 2014, Hertha BSC mit Pal Dardai (0:2) im Februar 2015, den VfL Wolfsburg mit Andries Jonker (1:1) im März 2017 und zuletzt gegen Borussia Dortmund mit Peter Stöger (0:2) im Dezember vergangenen Jahres konnten die Mainzer allesamt nicht gewinnen. Nur Alexander Nouri vermasselten die Mainzer im September 2016 den Einstand mit Werder, als sie auf fremdem Terrain zwei späte Tore machten.

Am heutigen Freitag nun kommt Bruno Labbadia als neuer Trainer mit dem VfL Wolfsburg. Für die Gastgeber – die in dieser Woche ein geplantes öffentliches Training kurzerhand zur Ganz-Geheim-Einheit umplanten, um keine fremden Späher zuzulassen – ist die Aufgabe komplexer geworden. Sandro Schwarz und seine Analysten schauten nicht nur Videos vom nächsten Gegner, sondern auch von Labbadias Ex-Arbeitgeber, dem Hamburger SV.

Es wird kalt

Schwarz selbst verzichtete darauf, Spione nach Wolfsburg zu schicken, wo Labbadia laut Selbstauskunft eine Mannschaft im „Niemandsland“ vorgefunden hat. „Wenn da einer mit einem Notizblock am Trainingsplatz gestanden haben sollte, war er nicht von uns“, witzelte der 05-Coach. Und weil die Stimmung gerade so gut war, gab er dann  noch Teile des Schlachtplans für den heutigen Freitagabend (20.30 Uhr) heraus. Da schneidiger Ostwind und Temperaturen unter dem Nullpunkt erwartet werden, rät Schwarz seinen Spielern: „Nicht stehenbleiben, sonst wird einem kalt.“ Erhöhte Laufbereitschaft hatten die zuvor im Ligavergleich eher lauffaulen Nullfünfer vor einer Woche beim 2:0-Auswärtssieg in Berlin demonstriert. So soll es auch gegen Wolfsburg wieder aussehen.

Dass es dabei nicht zum Wiedersehen mit dem alten Bekannten Martin Schmidt kommt, interpretieren Schwarz und Sportvorstand Rouven Schröder ganz geschäftsmäßig. Vor allem Schröders Verhältnis zu Schmidt galt eher als distanziert. Zuletzt hatte Schröder mit dem Ex-Trainer zu tun, als dieser im September beim Amtsantritt in Wolfsburg seinen Vertrag in Mainz auflöste. Seitdem gibt es keinen Kontakt. Gestern sagte Schröder: „Schade, dass man Martin nicht antrifft.“ Dicke Kumpels werden die beiden wohl nicht mehr.

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