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Mainzer Mittelfeld

Polanski scharrt mächtig mit den Hufen

Der lange an der Fußsohle verletzte Mittelfeldspieler zeigt bei seinem Kurzeinsatz für Mainz 05, dass er eine echte Alternative ist. Von Jan Christian Müller

Von Jan Christian Müller

Am Samstag gegen den Hamburger SV hat Eugen Polanski zum ersten Mal eine Spur im Mainzer Spiel hinterlassen. Sechs Minuten waren nur noch zu spielen zwischen Mainz 05 und dem Hamburger SV, als der just eingewechselte 23-Jährige mit seinem starken linken Fuß eine Ecke in den Hamburger Strafraum schlug. Der Ball wurde abgewehrt und Teamkollege Chadli Amri spielte den Ball zu Polanski zurück. "Mir wäre es eigentlich lieber gewesen, wenn Chadli mir auf meinen linken Fuß gespielt hätte", berichtete Polanski hinterher, erstmals ziemlich glücklich dreinschauend, "dann hätte ich den Ball hoch auf den zweiten Pfosten geflankt. " Aber Amri spielte auf Polanskis schwächeren rechten Fuß. Weil der damit nicht so gut hoch und gefühlvoll flanken kann, machte er aus der Not eine Tugend: Er drosch den Ball mit rechts Vollspann flach zurück in den Strafraum, wo Tim Hoogland den späten Ausgleich erzielte.

"Ich habe gezeigt, dass ich der Mannschaft helfen kann", analysierte Polanski hinterher mit einem spürbaren Anflug von Zufriedenheit. Aber der ehemalige Mönchengladbacher ist natürlich noch längst nicht dort, wo er hin will: zu einem Stammplatz. Immerhin: "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg bin."

Als der ehemalige Kapitän der U-21-Nationalmannschaft im Sommer vom spanischen Erstligisten FC Getafe nach Mainz wechselte, galt er nicht als Mann, der vielleicht mal den "richtigen Weg" ins Team findet, sondern als künftig unentbehrlicher Führungsspieler für den Aufsteiger.

Doch dann kam es ganz dicke für den Fahrer eines dicken Geländewagens: Polanski musste an der Fußsohle operiert werden, wo eine Wunde sowie eine Entzündung einfach nicht abklingen wollten. Es dauerte lange, ehe er wieder auf die nun gesunden Füße kam, einmal elf und einmal zwei Minuten durfte der ehrgeizige defensive Mittelfeldspieler vor dem Spiel gegen den HSV erst ran. Das reicht einem wie Polanski nicht, der eine solche Situation freilich aus Mönchengladbach kennt, wo der Mann mit der Torsten-Frings-Gedächtnisfrisur seinerzeit von Jos Luhukay nicht einmal mehr für die Ersatzbank berücksichtigt wurde. Sein Trainer Thomas Tuchel sagt, er sei "überzeugt" von Polanski. Tuchel erklärt aber auch, weshalb er derzeit noch nicht soweit ist, den mächtig mit den Hufen Scharrenden von Beginn an zu bringen: "Eugen zeigt starke Trainingsleistungen. Aber Elkin Soto und Miroslav Karhan machen ihre Sache als Doppelsechs im defensiven Mittelfeld sehr gut." Zudem, so Tuchel, gehörten neben Polanski auch Bo Svensson, Chadli Amri und Milorad Pekovic zu den "gefühlten Stammspielern, bei denen ich null Bauchschmerzen habe, sie von Beginn an zu bringen".

Polanski selbst bewerte das 1:1 mit dem Blick von oben: "Wir haben Moral bewiesen und immer an uns geglaubt." Der Blick aufs große Ganze lässt sich mühelos auf auf die eigene Person herunterbrechen. Aber Eugen Polanksi wird Geduld beweisen müssen. Nächsten Samstag in Frankfurt ist für ihn erst einmal wieder nur Platz auf der Bank.

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