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Einer der Erfolgsgaranten: Trainer Bo Svensson. dpa
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Einer der Erfolgsgaranten: Trainer Bo Svensson. dpa

Mainz 05 auf der Überholspur

Neun Siege mit nur einem Tor Differenz

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Das Geheimnis der besten Bundesliga-Rückrunde, die die Nullfünfer je gespielt haben.

Am Pfingstsonntag, keine 24 Stunden nach dem 3:2-Coup bei Champions League-Teilnehmer VfL Wolfsburg, hatten Bo Svensson und Christian Heidel noch zwei Pflichttermine zu absolvieren. Als allseits gefeierte Baumeister der vom Boulevard als „Svensation“ bezeichneten Rückrunde stellten sich der Trainer und der Sportvorstand gerne den Fans und dann den Medien zum virtuellen Gespräch. Thomas Tuchel und Jürgen Klopp gratulierten aus London und Liverpool breit lächelnd per Videobotschaft zur bisher besten Rückrunde, die Mainz 05 jemals gespielt hat.

32 Punkte und somit ein Zähler mehr, als Werder Bremen in der gesamten Saison holte, scheffelten die Nullfünfer in 17 Spielen auf ihr zuvor fast leeres Konto. Svensson vergaß aber auch nicht, auf eine bemerkenswerte Besonderheit hinzuweisen: Bei sämtlichen der neun Rückrundensiege erzielten die Rheinhessen lediglich ein Tor mehr. „Es waren alles enge Spiele“, bemerkte Svensson.

Angenehmer Nebeneffekt dieser Ausbeute: Die Mainzer rücken in der TV-Tabelle von Platz 13 auf Rang 11 vor und kassieren statt 45 Millionen Euro im kommenden Spieljahr knapp 50 Millionen. Die finanziellen Rahmenbedingungen sind sehr solide, wenngleich Mainz 05 weiterhin Abstand davon nimmt, wie vor Corona geplant, zeitnah ein hochmodernes Trainings- und Geschäftsstellenzentrum am Bruchwegstadion zu bauen. „Dadurch, dass die Pandemie vorbei ist, kommt das Geld leider nicht zurück“, hat Heidel schon präzise errechnet.

Natürlich gibt es nach dieser formidablen Halbserie eine Fallhöhe für den Nischenklub, der von Januar bis Mai zu den überraschendsten Überperformern gehörte, die die Bundesligahistorie kennengelernt hat. Vergleichbar mit Eintracht Frankfurt unter Felix Magath mit elf Punkten aus der Vorrunde der Saison 1999/2000 und einem zusätzlichen Zwei-Punkte-Abzug wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen. Oder wie Mainz 05 vor einem Vierteljahrhundert in der zweiten Liga. „Da“, erinnert sich Heidel, „waren wir nach der Vorrunde Letzter und mit Wolfgang Frank Erster der Rückrunde.“

Heidel und Svensson sind optimistisch, ein Team zusammenzustellen, das „noch besser ist als die aktuelle Mannschaft“, mit einem großen Aber, so der Sportchef: „Wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass es immer so weiter läuft. Die Fans sollten nicht die Erwartungshaltung haben, dass wir jetzt um die Meisterschaft mitspielen.“ Svensson will das nicht als Kleinmut werten: „Wir setzen die Latte hoch.“

Sportdirektor Martin Schmidt ist sich ziemlich sicher, dass der Standort Mainz an Image gewonnen hat. „Die Mainzer Braut ist wieder hübscher als an Weihnachten“, sagt der Schweizer, er gehe davon aus, dass manche Spieler „mit dem Radl zu uns kommen“ würden. Richtig ist aber auch, dass Mainz 05 sich Gesprächen über Abgänge der Topleute Jeremiah St. Juste und Moussa Niakathé nicht von vorne herein verschließen würde, wenn, so Heidel, „da jemand kommt und Zahlen hinlegt, bei denen man schwindelig wird“. Die Einnahmen würden dann direkt reinvestiert. Svensson geht Dienstag in den Urlaub in seine Heimat Dänemark. Seine Wünsche hat er hinterlegt.

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