+
Sandro Schwarz muss seiner Mannschaft fast drei Stunden lang fernbleiben.

Mainz 05

Mainzer Versteckspiel

  • schließen

Gesperrter Trainer Schwarz verzichtet auf Tribünenbesuch beim Kellerduell in Paderborn.

Bei Mainz 05 versuchen sie ein wenig angestrengt, aus der bevorstehenden Sperre für Trainer Sandro Schwarz beim bedeutenden Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Paderborn noch etwas Gutes herauszuziehen. „Das muss noch mal einen Motivationsschub geben, wir sind als Gruppe gefragt. Sandro würdig zu vertreten“, übte sich Sportchef Rouven Schröder am Freitag bei der Pressekonferenz zur ungewohnten Morgenstunde ein wenig in Küchenpsychologie. Schwarz, der sich wegen einer berechtigten Gelb-Roten Karte aus dem gegen den VfL Wolfsburg verlorengegangenen Spiel als erster Bundesligatrainer eine Spielsperre einhandelte, darf eine halbe Stunde vor dem Spiel nicht mehr bei der Mannschaft sein und sie erst eine halbe Stunde danach wiedertreffen. Für den 40-Jährigen wird Assistent Jan-Moritz Lichte ausnahmsweise übernehmen.

Er werde die Partie nicht auf der Tribüne verfolgen, sagte Schwarz dem Fachblatt „Kicker“, sondern „im Stadion nach einem Ort suchen, wo ich das Spiel in aller Ruhe verfolgen kann. Vielleicht wird es sogar am TV sein“. Der Chefcoach, der gegen Wolfsburg nach einem umstrittenen Pfiff aufs Spielfeld gelaufen war und die daraufhin gezückte Gelbe Karte mit kurzem ironischen Klatschen bedacht hatte, wofür er Rot sah, begründete: „Ich möchte mich davon freimachen, dass eine Kamera 90 Minuten auf mich gerichtet ist. Der Fokus soll komplett auf den Dingen liegen, die zwischen den Kreidelinien passieren“. Zudem wolle er sich von möglichen Sitznachbarn nicht unnötig ablenken lassen.

Vor dem Spiel ist alles wie immer

Die Spieltagsvorbereitung wird Schwarz zuvor nach bekanntem Muster absolvieren, die Mannschaftsbesprechung im Hotel verbietet ihm der DFB nämlich nicht. Co-Trainer Lichte wird dann für die letzten Anweisungen kurz vor Spielbeginn in der Kabine und fürs gesamte Coaching während des Kellerduells in Ostwestfalen zuständig sein. Schwarz kritisierte das auch nach dem Spiel noch eine Zeitlang geltende Kontaktverbot zu seinem Team. „Nach Abpfiff noch einmal auf eine Uhr schauen zu müssen, bis 30 Minuten herum sind, ist für mich Wahnsinn.“

Möglicherweise wird er sich und seinem Verein aufgrund dieser unangenehmen Erfahrung aber in Zukunft Gelb-Rote Karten an seine Adresse ersparen. Klug wäre das auf alle Fälle.

Derweil hat Schwarz entschieden, dass der vormalige Ersatztorwart Robin Zentner auf absehbare Zeit Stammkeeper bei den Nullfünfern bleibt. Der 24-Jährige hatte zuletzt den inzwischen wiedergenesen Florian Müller, 21, sehr solide vertreten. Da Müllers Leistungen vor dessen Verletzung am Handgelenk zu wünschen übrig ließen, kam der Wechsel nicht überraschend. Schwarz stellte gestern klar, dass er von U21-Nationaltorwart Müller eine Steigerung erwartet: „Für ihn geht es darum, jetzt im Training die Leistung abzurufen, die wir von ihm auch brauchen.“

Von seinen Feldspielern braucht Schwarz bei den laufstarken Paderbornern auch mehr als zuletzt gesehen. Sonst wird das vermutlich nichts mit dem zweiten Saisonsieg. Die Mainzer verabschieden sich erst einmal davon, den eigenen Ballbesitz zu zelebrieren. „Wir brauchen Gradlinigkeit und Zug zum Tor mit Geschwindigkeit“, beschwört Schwarz. Zuletzt hatte das alles zu kompliziert ausgesehen. Ohne komplett zu enttäuschen, haben die Rheinhessen fünf von sechs Saisonspielen plus die Pokalpartie in Kaiserslautern verloren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion