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Begehrte Unterschrift: Jean-Philippe Mateta auf der Weihnachtsfeier des FSV Mainz 05.  

Mainz trifft auf Dortmund

Mainzer Mateta vor der Rückkehr

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Der lange verletzte Torjäger Jean-Philippe Mateta kratzt vor der Partie von Mainz 05 gegen Borussia Dortmund mit den Stollenschuhen.

Wenn es nach Jean-Philippe Mateta ginge, wäre der Stürmer von Mainz 05 nach vier Monaten Verletzungspause nach einer Meniskusoperation und gerade mal zwei Teamtrainingseinheiten im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag 15.30 Uhr) schon wieder dabei. Und zwar von Anfang an. „Wenn er die Mannschaft aufstellen würde, würde er beginnen“, berichtete der neue Mainzer Trainer Achim Beierlorzer am Donnerstag und lächelte das ernsthafte Ansinnen des Spielers der Einfachheit halber weg. Beierlorzer ist ja nicht verrückt, und er ist auch nicht der Weihnachtsmann. Geschenke in Form von Einsatzminuten gibt es somit auch nicht für den Mann, den Beierlorzers Vorgänger Sandro Schwarz im düsteren Herbst am allermeisten vermisst hatte.

Der Franzose Mateta war in der Vorsaison mit seinen ellenlangen Beinen und seiner Gier der bei weitem verlässlichste Torschütze der Mainzer. Und dann ging er plötzlich und unerwartet im Sommer an Krücken. Es war keine ganz einfache Meniskusoperation, die Pause entsprechend lang, Schwarz hat sie nicht überstanden. Mit einem gesunden Mateta im Kader wäre er vermutlich nach wie vor Mainz-05-Cheftrainer. Die eilig als vorübergehenden Ersatz geholten Adam Szalai und Taiwo Awoniyi waren jedenfalls nicht annähernd in der Lage, die Tormaschine Mateta zu ersetzen. Szalai traf gerade ein einziges Mal (neulich gegen Eintracht Frankfurt), Awoniyi noch gar nicht. Es sind genau die Tore, die Schwarz fehlten.

Seit Mateta wieder auf dem Platz herumläuft, ist es nach Auskunft von Coach Beierlorzer zu einem allgemeinen Stimmungsaufschwung gekommen. Es sei „herrlich, diese Freude zu sehen, die ist ansteckend auf die Mitspieler“. Mateta selbst sagte diese Woche, er wolle auf jeden Fall noch in diesem Jahr zu einem Pflichtspieleinsatz kommen. Bliebe die Partie gegen Dortmund, das Auswärtsspiel am Dienstag bei Werder Bremen und das letzte Spiel des Jahres am darauffolgenden Samstag gegen Bayer Leverkusen. Nicht ganz einfache Aufgaben. Trainer Beierlorzer hat dem 14-fachen Torschützen der Vorsaison „gesagt, er soll langsam machen, aber langsam mag er nicht“.

Gegen die hinten doch recht wackligen Dortmunder, die am Dienstag in der Champions League gegen Prag vor allem dank ihres herausragenden Torhüters Roman Bürki reüssierten, wäre ein kerngesunder Mateta mit seiner Bereitschaft zu Tiefenläufen und den langen Gräten natürlich hilfreich, vermutlich wird er sich aber noch eine weitere Woche gedulden müssen, alles andere wäre grob fahrlässig.

Beierlorzer hat den nächsten Gegner sehr genau studiert, das fußballerische Werkzeug, das er seinen Männern zuweist, ist dem seines Vorgängers Schwarz sehr ähnlich (intensive Läufe nach vorn, erhöhte Aufmerksamkeit nach hinten), und auch die Schwankungsbreite von Mainz 05 hat Beierlorzer schon sowohl angenehm (beim 5:1 in Hoffenheim und dem 2:1 gegen Frankfurt) als auch unangenehm (beim 1:2 in Augsburg) zu spüren bekommen. Die einfallsreiche „Bild“-Zeitung schenkte dem 51-Jährigen deshalb bereits die klitzekleinen Namensänderungen Feierlorzer und Schreierlorzer. Nicht unlustig.

Ehrung für Klaus Hafner

Die Begegnung gegen den BVB stellen die Rheinhessen unter die Überschrift „Spiel der Herzen“. Sie tun das schon seit vielen, vielen Jahre und sammeln dabei in vorbildlicher Art und Weise Geld für gute Zwecke, nämlich Menschen, denen es weit schlechter geht als selbst einem gerade mal verletzten Fußballspieler. Diesmal sind die blinkenden Holzpins, die Fans für zwei Euro erwerben können, sogar plastikfrei von einer Drechselei im Erzgebirge sowie der Mainzer Behindertenstätte in.betrieb gefertigt.

Und noch eine Begebenheit abseits des Pflichtbetriebs in der Fußball-Bundesliga ist allemal erwähnenswert: Die Nullfünfer ernannten in dieser Woche den ehemaligen Stadionsprecher Klaus Hafner für seine Verdienste um den FSV zum Ehrenmitglied, inklusive Überreichung einer Urkunde, einer Ehrennadel und eines rheinhessischen Präsentkorbes. Eine schöne Geste für einen verdienten Mitarbeiter, der mit seiner ausgewiesenen Gastfreundschaft viel Gutes für den etwas anderen Fußballverein getan hat. jcm

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