Mainzer Frust. Schon wieder liegt der Ball im eigenen Tor.
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Mainzer Frust. Schon wieder liegt der Ball im eigenen Tor.

Peinliche Vorstellung

Mainzer Kopfkino

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Wie schon beim 0:8 im Hinspiel sind die Nullfünfer auch beim 0:5 gegen RB Leipzig vollkommen überfordert.

Timo Werner genügte am Ende ein kurzer Gruß mit dem Ellbogen mit Sturmkollege Yussuf Poulsen, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen. Dreierpacks sind für den Ausnahmestürmer von RB Leipzig ohnehin eher die Regel als die Ausnahme – speziell, wenn der Gegner FSV Mainz 05 heißt. Wie schon beim 8:0-Hinspielsieg vor der Corona-Krise erwies sich der flinke Stürmer auch im Geisterspiel am Sonntagnachmittag als Schreckgespenst der Rheinhessen: Gegen die überforderten Nullfünfer siegte der Champions-League-Kandidat aus Sachsen hochverdient mit 5:0 (3:0). Irrwisch Werner (11., 47. und 76.), Kollege Poulsen (23.) und Kraftpaket Marcel Sabitzer (36.) schossen mit fast spielerischer Leichtigkeit die Leipziger Tore. Der 22-jährige Matchwinner kündigte nach seinem neuen Bundesligarekord mit 31 Scorerpunkten nach 27 Spieltagen spaßeshalber an, sich zur Feier des Tages „mit Süßigkeiten“ belohnen zu wollen.

Umso saurer stieß dem Verlierer die blamable Vorstellung auf. Völlig bedient war Torwart Florian Müller: „Ehrlich gesagt, können wir uns bei Leipzig bedanken, dass sie so viele Chancen nicht reingemacht haben, sonst wäre es ohne Probleme zweistellig ausgegangen. Es hat relativ gefehlt, an allen Ecken und Enden.“ Ähnlich zerknirscht äußerte sich Trainer Achim Beierlorzer: „Einige Spieler haben keinen richtig guten Tag erwischt. Es sind jetzt einige Gespräche notwendig, denn wir müssen schnell den Dreh auf Mittwoch bekommen.“ Dann steht das Auswärtsspiel bei Union Berlin an, das durchaus als Charaktertest durchgehen darf.

Sportchef Rouven Schröder regte intensive Gespräche an und wollte eingedenk der Erinnerung an die Abreibung vom 2. November vergangenen zwar nicht direkt von „Kopfkino“ sprechen, „aber wir können froh sein, dass wir nur fünf Stück bekommen haben“. Es gebe aus seiner Sicht nichts zu beschönigen, „die Tore sind zu einfach gefallen.“ In dieser körperlosen Verfassung ist das Team definitiv wieder ein Kandidat für die Abstiegsplätze.

Ein hilfloser Gastgeber benötigte 53 Minuten für seinen ersten Torschuss. Dass keine Anhänger bei diesem erneuten Offenbarungseid anwesend waren, dürfte eingedenk des schleichenden Zuschauerschwunds der einzige positive Effekt gewesen sein. Während die Mainzer Ordnungskräfte die Zugänge zur Arena mit großer Hingabe bewachten, leisteten sich die Profis Nachlässigkeiten schlimmster Art. Linksverteidiger Aaron hinterließ einen besonders irritierenden Eindruck, der an allein drei Gegentreffern vor der Pause Pate stand. Er brachte es in der Szene zum beim 0:3 sogar fertig, beinahe drei Sekunden liegenzubleiben. „Das dürfen wir uns gegen keinen Gegner erlauben, das ärgert mich grundlegend“, schimpfte Beierlorzer, der zur Halbzeit aber seinen Innenverteidiger Jeffrey Bruma in der Kabine ließ. Dadurch hatte RB-Goalgetter Werner noch mehr Raum, um seine Saisontore 23 und 24 zu erzielen.

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