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Mainzer Angriffswucht

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Offensivstarke Rheinhessen besiegen Osnabrück. Andersen erbost über Rote Karte für Pekovic.

Von JAN CHRISTIAN MÜLLER

Es war eine gute Idee vom Mainzer Trainer Jörn Andersen, sich drei Stunden vor dem Anpfiff zu entscheiden, den 1,92 Meter großen Neuzugang Aristide Bancé nach dessen aus der vergangenen Saison her rührenden Rotsperre gestern Abend gegen den VfL Osnabrück mitspielen zu lassen.

Beim 4:2 (2:1)-Sieg überragte der für eine dreiviertel Millionen Euro von Metallurg Donezk gekaufte, zuvor an Kickers Offenbach ausgeliehene Mann aus Burkina Faso gemeinsam mit Mittelfeldspieler Markus Feulner nicht nur wegen seiner Körpergröße. Zwei Tore, beide per Kopf, erzielte der Mittelstürmer. In einem spektakulären Fußballspiel mit bedingungslosen Mainzer Offensivaktionen, 21 Torschüssen und 39 Flanken trafen außerdem Bancés Sturmpartner Srdjan Baljak (zum 1:0 per Fuß) und Verteidiger Tim Hoogland zum 4:2.

Die wackeren Osnabrücker hatten die Mainzer Führungen zum 1:0 und 2:1 zweimal ausgeglichen. Jedes Mal waren die Gastgeber, die nun bereits sechs Gegentore in den ersten drei Spielen kassiert haben, allzu sorglos gewesen. "Fünfeinhalb dieser Tore waren überflüssig", ärgerte sich der ansonsten sehr gut gelaunte Andersen nur ein bisschen.

In den verbleibenden Stunden bis zur Schließung der Transferliste am Montag um zwölf Uhr wollen die Mainzer noch einen Innenverteidiger präsentieren. Andersen ist sicher, dass Manager Christian Heidel das gelingen wird: "Im Fußball musst du ein bisschen Eis im Bauch haben", beschrieb der Trainer das Pokerspiel mit mehreren Kandidaten.

Heiß lief Andersen allerdings, als er die Zeitlupen jener Aktion begutachtete, die zur Roten Karte für den eingewechselten Milorad Pekovic geführt hatte. Der insgesamt hervorragend pfeifende Schiedsrichter Peter Sippel stellte den Mittelfeldspieler in der 78. Minute vom Platz, nachdem dieser den Osnabrücker Dominic Peitz mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen hatte. Sippel hatte die Szene entsprechend der neuen Anweisungen an die Schiedsrichter, bei derartigen Vergehen konsequent durchzugreifen, interpretiert.

Andersen sah es völlig anders: "Man kann nicht in ein Kopfballduell gehen, ohne die Arme hochzuziehen. Wenn ich in meiner Zeit dafür Rot gesehen hätte, wäre ich 20 Mal vom Platz gestellt worden." Allerdings hat Andersen in seiner Karriere als norwegischer Nationalstürmer auch zweimal zwei Schneidezähne ausgeschlagen bekommen. Davor wollen die Unparteiischen die Spieler nun verstärkt schützen.

Peitz wollte Pekovic, der nun mit einer Sperre von zwei Spielen rechnen muss, keine Absicht unterstellen: "Weh getan hat es trotzdem." Genau wie die verdiente Niederlage gegen eine Mainzer Mannschaft, die der Osnabrücker Verteidiger Thomas Cichon kurzerhand "zum Aufstiegsfavoriten Nummer eins" erkor.

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