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Damals auf Platz eins: Adam Szalai (rechts) jubelt mit Lewis Holtby (Mitte) und André Schürrle (links).

Mainz 05

Adam Szalai: Rückkehr eines Bruchweg Boys

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Der alte Bekannte Adam Szalai soll dem Letzten Mainz 05 zu mehr Torgefahr verhelfen.

Die unvergessenen Bilder eines berauschenden Höhenfluges haben allenfalls am Rande eine Rolle gespielt, als der Mainzer Sportchef Rouven Schröder am Sonntag nach dem missglückten Saisonstart mit Trainer Sandro Schwarz die Köpfe zusammensteckte und die beiden laut über eine Verstärkung für den lahmenden Angriff nachdachten. Der Name Adam Szalai war den beiden natürlich geläufig, die Information, dass es den Ungarn weg von der TSG Hoffenheim ziehe, war schon eine Zeit lang im Markt, Doch die Mainzer hatten anfangs noch geglaubt, die langwierigen Verletzungen von Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta (Meniskusriss) und Neuzugang Dong-Won Ji (Knorpelschaden) aus Bordmitteln ersetzen zu können.

Nach 1:8 Toren aus den ersten drei Pflichtspielen herrschte aber doch Handlungsbedarf. „Es ging dann relativ schnell“, berichtete Schröder, nachdem der ablösefreie Szalai seine Unterschrift unter einen bis 2021 datierten Vertrag gesetzt hatte. „Wir haben uns ein Profil mit Erfahrung und Qualität gewünscht.“ Szalai, so Schröder sei „genau der richtige Spieler, der uns nicht nur ergänzt, sondern auch anführt. Er bringt die gesamte Gruppe voran.“ In der Kabine und im Strafraum, dem angestammten Revier des 31-Jährigen. „An Adam tut man sich weh“, lobte Schröder, „er ist in der Box immer brandgefährlich, hat ein Näschen und kriegt stets ein Körperteil ran.“

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Und natürlich weiß auch der Sportvorstand, wiewohl er es seinerzeit selbst nur aus der Ferne beobachten konnte: „Man braucht Adam den Bruchweg nicht zu erklären, er weiß, in welchen Farben wir spielen.“ Denn von 2010 bis 2013 stürmte die kräftige Kante schon für die Rheinhessen, nicht lang nach seiner Verpflichtung sorgten sie mit Sturmführer Szalai unter Trainer Thomas Tuchel für eine Startserie, die in die Bundesligahistorie einging: Mainz 05 gewann sämtliche der ersten sieben Bundesligaspiele, Szalai und seine beiden Mitspieler Lewis Holtby und André Schürrle brachten den kleinen Nullfünfern damals überregionalen Ruhm als die „Bruchweg Boys“. Im heimischen Bruchwegstadion, mittlerweile Trainingsstätte der Rheinhessen, feierte das Trio seine Tore an der Eckfahne im Stile einer Rockband mit weithin sichtbarer Lautmalerei, der eine (Holtby) als Leadsänger, der Nächste (Schürrle) als Gitarrist, der Dritte (Szalai) als Drummer. Es war eine verwegene Bande in einer unverkrampften, bezaubernden Episode.

Schwere Knieverletzung

Im darauffolgenden Januar wurde Szalai durch eine furchtbare Knieverletzung schwer zurückgeworfen. Nach einem schlimmen Zusammenprall mit dem damaligen Lauterer Torwart Tobias Sippel war im Gelenk kaum etwas heil geblieben, erst ein knappes Jahr später kehrte der ungarische Nationalspieler zurück. So gut wie im Herbst 2010 hat Adam Szalai nie wieder Fußball spielen können, sein Gastspiel beim FC Schalke 04 verlief ernüchternd, in Hoffenheim gab er immerhin bald einen recht zuverlässigen Joker, wurde dort aber nun nicht mehr benötigt.

Bei der Rückkehr nach Mainz seien „viele schöne Erinnerungen“ in ihm hochgekommen, berichtete der Angreifer, er habe verschiedene Angebote abgelehnt und sei nun „froh, dass ich nichts überstürzt habe. Die Entscheidung für Mainz 05 war die richtige, das habe ich im Inneren direkt gespürt“.

Das nächste Spiel des Tabellenletzten findet am Samstagnachmittag in München statt. Es ist die Spielstätte großer Erinnerungen für Adam Szalai: Dort schoss er Mainz 05 im September 2010 in der 77. Minute zum 2:1-Erfolg. Das Siegtor feierten die Bruchweg Boys dem Anlass angemessen an der Eckfahne.

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