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Schwer verletzt: Jean-Philippe Mateta

Mainz 05

Riesige Sorgen um Mittelstürmer Mateta

Der französische Torjäger von Mainz 05 scheint schwer am Knie verletzt.

Jean-Philippe Mateta humpelte an zwei Krücken die Stufen hinauf in den Businessbereich der Arena von Mainz 05. Um sein rechtes Bein, von weit oben nach ganz unten zum Fuß, trug der 22-Jährige ein gewaltiges Futteral, in dem eine Schiene steckte. Der Mittelstürmer war in der vergangenen Saison der beste Spieler der Nullfünfer gewesen, er schoss 14 Tore. Nun droht er längere Zeit auszufallen. Noch an diesem Montag wird sich der französische U21-Nationalspieler nach Augsburg in die Hessenparkklinik begeben. Dort operieren die besten Kniespezialisten Deutschlands. Die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten sahen nicht glücklich aus, als sie nach dem Schlusspfiff des sogenannten „Opel Cups“ mit Spielen gegen den FC Sevilla (0:5) und den FC Everton (3:1) auf den Stürmer angesprochen wurden. Sie fürchten Schlimmeres, und die Art der Bandage um Matetas verletztem Bein lassen tatsächlich Schlimmeres erwarten.

Der selbstbewusste junge Mann, der für die bevorstehende Saison nicht weniger als die Torjägerkanone ins Visier genommen hatte, sei am Donnerstag im Training nach einem eher harmlosen Zweikampf noch zwei, drei Schritte weitergelaufen und dann zusammengebrochen, hieß es. Für die Rheinhessen wäre ein langfristiger Ausfall von Mateta auch deshalb besonders bitter, weil sich gerade erst Neuzugang Dong-Won Ji einen Knorpelschaden im linken Knie zugezogen hat und wohl ein halbes Jahr ausfallen wird. Eigentlich sollten Ji und Mateta das Mainzer Sturmduo für die neue Saison bilden. Das droht nun komplett zu platzen. Immerhin zeigte einer der verbliebenen Offensivkräfte, der Schwede Robin Quaison, beim 3:1-Sieg gegen den englischen Premier LeagueKlub FC Everton eine starke Leistung, schoss zwei Tore selbst und legte eines blitzsauber vor.

Blamage im Testspiel

Zuvor hatten sich die Mainzer allerdings gegen den FC Sevilla blamiert und waren beim 0:5 (0:4) noch gut bedient. Immer wieder waren die technisch auffällig besser geschulten Spanier nach Balleroberungen mit blitzgescheiten Passfolgen durch die Mitte erfolgreich. „Man hat gesehen, welche Ambitionen Sevilla hat mit dem Ziel, sich für die Champions League zu qualifizieren. Das ist nicht unsere Kragenweite“, räumte der Mainzer Sportchef Rouven Schröder ein. Nicht nur Schröder war besonders beeindruckt vom Positionsspiel der Andalusier: „Sie spielen einfach schlau und waren auch vom Kopf her schneller als unsere Mannschaft.“ Für derartige Lernprozesse sei die Vorbereitung schließlich auch nützlich.

Für den wegen seiner Teilnahme mit Frankreich an der U21-EM erst viel später ins Mainzer Training eingestiegenen Mateta war sie bisher weniger nützlich. Schröder lehnte es verständlicherweise ab, irgendwelche Vermutungen hinsichtlich der Diagnose zu verlautbaren. Aber er ließ gleichwohl durchblicken, dass es nun zu seiner vordringlichen Aufgabe gehöre, nicht nur einen neuen Innenverteidiger als unbedingt notwendige Verstärkung zu präsentieren, sondern womöglich auch einen durchschlagskräftigen Angreifer. „Wenn ein Stürmer mit 14 Saisontoren wegbrechen würde, wäre das alles andere als schön.“

Edimilson Fernandes wusste zu überzeugen

Mit einem Abwehrspieler sind die Mainzer bereits seit Wochen einig, aber nicht bereit, die verlangte Ablösesumme zu zahlen. Die potenzielle Stürmersuche dürfte sich ähnlich kompliziert darstellen. Schröder verwies darauf, dass der englische Transfermarkt bereits am 8. August endet, danach dürfte eine gewisse Entspannung einkehren und die Preise fallen. Auch der geplante Verkauf des Ivorers Jean-Philippe Gbamin scheint schon weit gediehen. Hochrechnungen über die Ablöse liegen zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Schröder bestätigte: „Da ist Drive drin.“ , Die Mainzer könnten also bald wieder richtig flüssig sein. Andernfalls wäre auch ein Leihgeschäft als Mateta-Vertretung – möglicherweise mit einem unzufriedenen Ersatzmann aus der Premier League – eine mögliche Alternative.

Erfreulich aus Mainzer Sicht, dass der für 7,5 Millionen Euro verpflichtete Schweizer Mittelfeldspieler Edimilson Fernandes überzeugen konnte. Der bisherige Königstransfer war am Samstag gegen Everton zu einem dreiviertelstündigen Einsatz gekommen und hatte sofort Struktur ins zuvor recht chaotisch anmutende Mainzer Spiel gebracht. Bemerkenswert auch, dass Paul Nebel gegen Everton auf der linken Seite mutig nach vorn verteidigte und somit von Trainer Sandro Schwarz ein verdientes Sonderlob erhielt. Nebel ist winzig klein, eminent wendig und erst 16 Jahre alt. Die Mainzer hatten ihn vor drei Jahren aus der Jugend von Kickers Offenbach über den Rhein gelockt.

(Jan Christian Müller)

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