FSV Mainz 05 - Fortuna Düsseldorf
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Der Mainzer Danny Latza (r) spielt gegen Düsseldorfs Kenan Karaman.

Mainz gegen Düsseldorf

Mainz rettet unverdienten Punkt

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Extrem schwache Leistung beim 1:1 gegen Düsseldorf, ein verletzt ausgewechselter Torwart Zentner und Gelb-Rot für Mittelstürmer Mateta.

Mainz 05 hat es verpasst, mehr als vier Punkte zwischen sich und Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga zu packen. Mit dem 1:1 (0:0) gegen die hochüberlegenen Rheinländer waren die Nullfünfer bestens bedient, wiewohl sie den Ausgleich erst in der 86. Minute kassierten. Mehr als dieser eine Punkt, der vom Publikum mit Pfiffen quittiert wurde, hatten die Mainzer auf keinen Fall verdient. So wird es im Abstiegskampf mit einiger Gewissheit noch enger, als es ohnehin schon ist. "Wir haben nie Zugriff gefunden", monierte Sportchef Rouven Schröder hinterher und warnte: "Das Spiel hat uns gezeigt, dass es bis zum Ende eng bleiben wird."

Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Gastgeber eine furchtbare Leistung, die in etwa deckungsgleich mit der müden Vorstellung aus dem 0:1 verloren gegangenen Hinspiel in Düsseldorf war. Die Nullfünfer liefen der Musik und ihren Gegenspielern meterweit hinterher, eine Zweikampfquote von mickrigen 41 Prozent und eine Ballbesitzquote von sogar nur 38 Prozent stellte das Gebotene plastisch-drastisch dar. Nichts war zu sehen von dem, was diejenigen unter den 21.400 Zuschauern, die Mainz 05 gewogen waren, sehen wollten. Das Beste aus deren Sicht zur Pause: Es stand, sehr gütig für die Gastgeber, noch 0:0.

Es war ein Zwischenresultat, das den geschickt kombinierenden Düsseldorfern keineswegs gerecht wurde, zumal sie im Gegensatz zu den Rheinhessen regelmäßig gefährlich vors gegnerische Tor gelangten und bei Mainz nur Torwart Robin Zentner den Mindestansprüchen an Bundesligafußball gerecht wurde. Der beste Mainzer Mann musste indes zur Pause wegen einer Knieverletzung Florian Müller weichen. "Ich bin ohne Gegnereinwirkung doof gefallen", erklärte der lädierte Zentner später, "danach habe ich mich mit dem Knie nicht mehr sicher gefühlt und hätte mir nicht verziehen, wenn etwas passiert wäre. Deshalb habe ich mich lieber auswechseln lassen."

Trainer Achim Beierlorzer hatte von seinen Männern sehr viele hingebungsvolle Grundtugenden erwartet, die allesamt nicht erfüllt wurden. Selten zuvor haben langjährige Beobachter Mainz 05 derart niveaulos Fußball spielen sehen wie Sonntagabend gegen Fortuna Düsseldorf. Daran änderte auch die rasche Umstellung von einer Dreier- auf eine offensivere Viererkette rein gar nichts. Die Raumaufteilung stimmte einfach nicht. Düsseldorf kam immer wieder in gefährliche Zwischenräume.

Zur zweiten Halbzeit brachte Beierlorzer neben Müller für Zentner noch Levin Öztunali für den defensiveren Ronael Pierre-Gabriel. Besser wurde aus Mainzer Sicht erst einmal nichts. Im Mittelpunkt stand stattdessen gleich wieder der Mainzer Torwart. Müller wehrte reaktionsschnell einen weiteren Schuss von Erik Thommy ab, später reagierte er nicht minder prächtig gegen Valon Berisha. Auf der anderen Seite erzielte Öztunali nach einer guten Stunde das überaus unverdiente Führungstor, das zunächst wegen vermeintlicher Abseitsposition von Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta nicht anerkannt worden war, dann aber vom Videoassistenten nach Anlegen der kalibrierten Linie gegeben wurde.

Insgesamt spielten die Mainzer danach zwar ein wenig besser, aber nun ja, schlechter wäre wohl auch kaum möglich gewesen. In der 77. Minute sah dann noch Mateta nach seinem zweiten vollkommen überflüssigen Armeinsatz in Richtung des Kopfes eines Düsseldorfers die Gelb-Rote Karte. Die folgende Abwehrschlacht führte dann nach einem Missverständnis zwischen Keeper Müller und Abwehrchef Jeffrey Bruma zum hochverdienten Düsseldorfer Ausgleich (86.) durch Kenan Karaman. Müller hatte den Ball schon gepackt, als Bruma dazwischenfegte. "Wir wollten beide das Beste, aber es ist was Schlechtes dabei rausgekommen", bemerkte Müller später trocken. Die Szene passte gut zum unsäglichen Mainzer Spiel.

Begrüßt worden waren beide Mannschaften mit einer deftigen Plakataktion des Mainzer Fanblocks. Unter anderem hieß es dort: "Rummenigge, Keller, Infantino, Eberl, Basler, Tönnies - fickt euch, ihr Heuchler." Derart derbe schriftliche Ansagen wurden, zumal nicht mit Fadenkreuzen versehen, von Schiedsrichter Harm Osmers gewiss wahrgenommen, führten aber zu keinerlei Beanstandungen, die aus Sicht des Referees eine Unterbrechung gerechtfertigt hätten. Die Strategie der Deeskalation ist offenkundig.

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