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Zwei Mainzer Torschützen auf einen Blick: Jean-Philippe Mateta (re.) und Kollege Moussa Niakhaté freuen sich über einen Treffer.

Mainz - Leipzig

Viele Tore und viel Aufregung

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Mainz 05 und RB Leipzig liefern sich beim 3:3 einen offenen Schlagabtausch.

Für seinen Abschied von der großen Bundesligabühne hat der Mainzer Stadionsprecher Klaus Hafner im kleinen Kreis einen ganz besonderen Wunsch geäußert. Er hoffe sehr, dass Bibiana Steinhaus noch einmal als Schiedsrichterin ein Spiel der Nullfünfer pfeifen möge. Irgendwie muss der Wunsch zum DFB durchgedrungen sein – und wurde freundlicherweise prompt erhört. Hafner, der in zwei Wochen beim Saisonabschluss gegen Hoffenheim letztmals die Ansage in der Mainzer Arena macht, sah an seinem 65. Geburtstag entsprechend zufrieden aus. Er findet Bibiana Steinhaus nämlich klasse und begrüßte die Unparteiische zum 3:3 (1:2) in einem tempo- und abwechslungsreichen Freitagspiel gegen RB Leipzig mit Kusshand.

Weniger begeistert wirkte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz vor allem nach dem zwischenzeitlichen Treffer zum 2:0 für die Gäste. Nicht nur Schwarz wollte zuvor ein Foul an seinem Stürmer Karim Onisiwo gesehen haben. Doch auch der Videoassistent konnte kein Vergehen erkennen, dass unbedingt einen Pfiff hätte nach sich ziehen müssen. Also zählte das Tor von Lukas Klostermann nach einer halben Stunde, das Timo Werner vorbereitet hatte. Es war der zweite Treffer des Rechtsverteidigers, der schon nach 20 Minuten und einem fulminanten Konter über Emil Forsberg und Werner zum 1:0 getroffen hatte. Klostermanns Laufwege in die Spitze waren sehenswert. Zudem hatte der Nationalspieler vor dem Führungstreffer höchstpersönlich dem nicht nur in dieser Szene überforderten Mainzer Alexander Hack den Ball in der eigenen Hälfte entwendet.

Ärger über Steinhaus

Der Ärger über Steinhaus steigerte sich dann noch, als diese bei einem für Onisiwo schmerzhaften Kopfballduell keinen Freistoß für die Mainzer gab – und damit völlig falsch lag. Dass Schwarz sich später jedoch zu einem sarkastisch hochgerecktem Daumen hinreißen ließ, als ihm eine (richtige) Entscheidung der Schiedsrichterin missfiel, passt eigentlich nicht zum Niveau des Mainzer Trainers. Prompt gab es einen Einlauf von Frau Steinhaus mitsamt Warnung an Schwarz, beim nächsten Mal nur noch Tribünengast zu sein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die fleißigen Mainzer durch den emsigen Onisiwo immerhin bereits den verdienten Anschlusstreffer geschafft.

Ohne den nach dem Zusammenprall mit Gehirnerschütterung ausgetauschten Österreicher, dafür mit dem Franzosen Jean-Philippe Mateta, gingen die Nullfünfer die zweite Halbzeit an. Aber dann bot sich den nur 23 800 Besuchern wieder ein ähnliches Bild wie vor der Pause. Der bärenstarke Werner besorgte – natürlich nach einem Konter – in der 48. Minute auf Vorarbeit von Forsberg das 3:1. Irgendwie ging das alles zu schnell für die Mainzer Verteidiger.

Aber die Rheinhessen gaben nicht auf. Folglich schaffte Innenverteidiger Moussa Niakhaté nach der sechsten Ecke gegen die unkonzentriert verteidigen Sachsen das 2:3 (67.). Es folgten einige weitere Aufreger von der Mainzer Bank Richtung der gerade in der Zweikampfbewertung insgesamt ein wenig unglücklich agierenden Schiedsrichterin – und schließlich der verdiente Ausgleich durch Mateta.

Der Stürmer schloss in der 83. Minute ein perfektes Zuspiel von Jean-Paul Boetius ebenso perfekt mit einem Flachschuss ins linke Eck ab. Und mit etwas Glück hätte es in einem der besten Heimspiele der Saison sogar noch mehr werden können. Oder weniger: Florian Müller rettete in der letzten Minute der Nachspielzeit heroisch gegen Willi Orban.

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