Mainz 05 setzt ein Zeichen gegen Rassismus und ist froh über die Kündigung eines Mitglieds.
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Mainz 05 setzt ein Zeichen gegen Rassismus und ist froh über die Kündigung eines Mitglieds.

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Mainz 05: Kein Bedauern nach rassistischem Austritt von Fan

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Mainz 05 setzt ein Zeichen gegen Rassismus und ist froh über Kündigung eines Mitglieds.

Eine Reihe von Bundesligaprofis hat am vergangenen Wochenende sehr deutlich gegen Rassismus und Diskriminierung kniend Flagge gezeigt. Der FSV Mainz 05 hat am Montag ein weiteres klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Der Bundesligist veröffentlichte in Auszügen die schriftliche Kommunikation mit einem (inzwischen ehemaligen) Vereinsmitglied, das seine Kündigung mit abfälligen Worten über die Zusammenstellung der Mannschaft begründet hatte. Er habe den Eindruck gewonnen, schrieb der Mann, „dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga“. Er könne sich mit der Profiabteilung des Klubs schon seit Monaten nicht mehr identifizieren. „Ich weiß was jetzt kommt, aber nein, ich bin auf keinen Fall rassistisch veranlagt – das verbitte ich mir. Nur, was zu viel ist, ist zu viel. Aber wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein.“

Die Antwort des zuständigen Mainzer Fanservices kam prompt und bemerkenswert deutlich: „Auch wenn wir normalerweise Kündigungen bedauern und um jedes Mitglied leidenschaftlich kämpfen, können wir unser Bedauern in Ihrem Fall nicht ansatzweise ausdrücken.“ Viel mehr freue sich Mainz 05, „über Ihre Kündigung, da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet.“

„Besonders perfide“

Rassismus, führt der Klub weiterhin aus, beginne, wo rassistische Gedanken geäußert werde, nicht nur, wenn sich jemand selbst als Rassist bezeichnet – was in den seltensten Fällen vorkomme. „Und ja, Sie haben recht: Mit unserem Verein können sie sich nicht identifizieren. Denn für uns spielen Hautfarben oder andere gruppenbezogene Merkmale von Menschen schlicht keine Rolle.“ Mainz 05 stehe für Offenheit, Respekt und Mitmenschlichkeit. Als „besonders perfide“ werte der Klub, dass das Mitglied „eine sportlich schlechte Phase zum Anlass“ nehme und „die Hautfarbe von Spielern als Ursache sehen“, das alles vor dem Hintergrund der Todesumstände von George Floyd in den USA. Daraus könne Mainz 05 nur folgern, dass „Ihre ablehnende Wertebasis bei Ihnen tief verankert scheint“, schreibt der Fanservice.

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