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Mainz gewinnt wichtigen Punkt im Abstiegskampf

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Der Leipziger Spieler Timo Werner jubelt nach dem Treffer zum 2:1 gegen Mainz.
Der Leipziger Spieler Timo Werner jubelt nach dem Treffer zum 2:1 gegen Mainz. © Jan Woitas (dpa-Zentralbild)

Der FSV Mainz 05 beeindruckt beim spät errungenen 2:2 in Leipzig fußballerisch und kämpferisch, während RB Leipzig auch in der Fußball-Bundesliga ins Straucheln kommt.

Von Ullrich Krömer

Sandro Schwarz musste sich nach dem 2:2 (1:1) zwischen RB Leipzig und Mainz 05 entschuldigen. Doch der Mainzer Trainer lächelte dabei so spitzbübisch, dass das keinesfalls mit der Leistung seines Teams zutun haben konnte. Vielmehr musste der 39-Jährige Abbitte leisten, weil sein Jubel über den späten Ausgleich, der den Mainzern vorkam wie ein Siegtreffer, etwas zu emotional ausgefallen war. 

Weil der 39-Jährige in der zweiten Hälfte Referee Patrick Ittrich etwas zu lautstark und etwas zu oft kritisierte, schickte der Unparteiische Schwarz für die letzte Viertelstunde auf die Tribüne. Dort nahm der Coach dann neben einer „netten“ Leipzigerin Platz. Als die Mainzer kurz vor Schluss das 2:2 durch einen Kopfball des eingewechselten Emil Berggreen nach einer Ecke erzielten (87.), „habe ich ihr aus Versehen auf die Stirn geküsst“, bekannte Schwarz. „Das tut mir leid, aber es gibt Schlimmeres.“

„Großartige Mentalität“

Dass gegnerische Trainer solch positiv-emotionalen Ausbrüche erleben, kommt in Leipzig nicht allzu häufig vor. Neben fünf Siegen hatte der Tabellenzweite vor dem Duell gegen Mainz daheim erst ein Unentschieden zugelassen (2:2 gegen Mönchengladbach). Dass nun ein weiterer Punkteverlust hinzukam, liegt zwar auch an der Standardschwäche der Leipziger – auch dem 1:1 durch Robin Quaison (40.) ging ein Freistoß von Daniel Brosinski voraus. Vor allem aber resultierte das aus der mutigen und leidenschaftlichen Darbietung der stets gefährlichen Mainzer. „Wir haben großartige Mentalität und Widerstandsgeist gezeigt und hatten immer den Glauben an das Ergebnis“, lobte Schwarz. Und auch Abwehrspieler Leon Balogun hob die Mentalität seines Teams hervor. „Egal, wie kaputt und müde wir vielleicht zum Ende des Spiels waren. Wir waren immer wieder da für den anderen, haben jeden Zentimeter des Platzes umgepflügt, um wieder heranzukommen. Das haben wir heute in bemerkenswerter Art und Weise geschafft.“ Nach den jüngsten Niederlagen gegen Freiburg und Augsburg nicht selbstverständlich.

Bereits zu Beginn der Partie war zu sehen und spüren, dass Mainz sich anders als viele Teams bei Gastspielen in Leipzig nicht verstecken wollte. Zwar übernahmen die Hausherren nach einer Viertelstunde das Spiel, hatten in der ersten Hälfte deutlich über 60 Prozent Ballbesitz und gingen durch Kevin Kampls Premierentor (29.) und Timo Werners mit Glück verwandelten Foulelfmeter (45.+3) in Führung. Doch Mainz war taktisch gut eingestellt, ließ sich nie an die Wand spielen und rückte immer mal wieder mit der stabilen Fünferkette bis in die Nähe der Mittellinie auf. „Das haben wir teilweise sehr gut gemacht, was Raumaufteilung und Abstände angeht und sehr gute Tiefenläufe aufgenommen“, sagte Schwarz.

In der zweiten Hälfte dann war RB nach der Belastung in der Champions League nicht mehr in der Lage zuzusetzen, während Mainz seine Chance witterte. „In der zweiten Hälfte hatten wir auch Ballbesitzphasen, mehr Zugriff und das Zutrauen, das Spiel auch von hinten heraus zu eröffnen“, analysierte Schwarz. Der gute Holtmann hatte volley ebenso eine Einschusschance (56.), wie Giulio Donati nach perfekt ausgespieltem Konter (60.) und der stets gefährliche Quaison (76.). Das glückliche 2:2 war dann die Folge eines Eckstoßes von Doppel-Vorbereiter Brosinski, den die Hausherren dilettantisch gegen 1,94-Meter-Mann Berggreen verteidigten. Doch völlig zu Recht bemerkte Sportvorstand Schröder: „Das 2:2 fällt keinesfalls aus dem Nichts, sondern war die Folge einer gewissen Phase, aus der bei jedem Angriff ein Abschluss herausgekommen ist.“

Glaube an Erfolg gegen BVB

Am Dienstag gegen die angeschlagene Borussia aus Dortmund will Mainz nun laut Schröder den „Schwung mitnehmen. Die Spieler haben gegen Leipzig gesehen, dass sie auch mit solchen Mannschaften mithalten können.“ Balogun artikulierte das neue Mainzer Selbstvertrauen auch direkt: „Das 2:2 sollte uns Glauben daran geben, uns weiter das Glück zu erarbeiten. Auch gegen Dortmund ist es machbar, zu punkten oder sogar einen Dreier mitzunehmen.“ Mal sehen, ob Sandro Schwarz auch am Dienstag Küsse verteilen kann und falls ja: an wen?

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