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Im Schatten des Doms: Der Motivwagen mit den Spielern von Mainz 05 beim Rosenmontagsumzug.

FSV Mainz 05 gegen SC Paderborn

Mainz 05 - Der Kater nach dem Kater

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Mainz 05 ärgert sich über das Verhalten einiger Profis beim Karnevalsumzug - und über den öffentlichen Nachhall.

  • Mainz 05 verliert gegen Wolfsburg
  • Ärger über Spieler beim Rosenmontagsumzug
  • Mainz im Kellerduell gegen Paderborn

Mainz 05 hätte schwerlich schlechter gelaunt aus der Fastnacht ins Kellerduell der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) gegen Schlusslicht SC Paderborn gelangen können. Erst der Kater nach dem hilflosen 0:4 am Sonntagabend in Wolfsburg. Dann der Kater nach der ungnädigen öffentliche Reaktion auf das unsensible Verhalten einiger weniger Profis beim vierstündigen Rosenmontagsumzug, die ausgerechnet in einer Phase, als Kameras den Wagen der Nullfünfer im Visier hatten, dem Publikum den Rücken zudrehten und mit ihren Handys beschäftigt waren. Die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken waren teilweise verheerend.

Mainz 05 spielt gegen Paderborn

Der Klub musste sich mit den Nachwehen einer eigentlich gut gemeinten Sache – dem (misslungenen) Versuch der totalen Identifikation des selbsternannten Karnevalsvereins mit der Fastnacht – noch fast den gesamten den Rest der Woche beschäftigen. Bei Sportvorstand Rouven Schröder hatte am Montagabend zunächst noch der Eindruck vorgeherrscht, „dass es ein total schöner Umzug war und wir den Spagat nach einem verlorenen Spiel wunderbar hinbekommen haben“. Nach und nach seien dann aber Informationen durchgesickert, „die wir praktisch den gesamten Dienstag zu bewerten hatten“. Das Verhalten vereinzelter Spieler tue Mainz 05 „sehr, sehr leid“.

Aber Schröder machte auch keinen Hehl über seinen Ärger über die zuhauf gnadenlose öffentliche Einschätzung der Situation: Es habe dem Verein „sehr wehgetan, wie das Thema teilweise in einer Kurzfristigkeit bewertet wurde“. Das Gros der 05-Mitarbeiter hätte viel dafür gegeben, „die Mainzer Fastnacht zu leben“. Das aber, monierte Schröder, zähle heutzutage nicht mehr, sondern vor allem, dass es „Häme und Spott gegeben hat“. Dafür habe er wenig Verständnis.

Spieler von Mainz 05 in Ungnade gefallen

Dennoch seien die Dinge „nicht korrekt“ verlaufen, „das haben wir mit jedem, den es betroffen hat, in aller Eindeutigkeit besprochen“. Grundsätzlich kehre man dem Publikum nicht den Rücken zu, rügte Schröder, das erwarteten die Spieler ja auch beim Spiel im Stadion von den eigenen Zuschauern. Diejenigen Profis, die darauf angesprochen wurden, seien selbst erschrocken und hätten das „gar nicht so wahrgenommen“. Offenbar hatten die Spieler Bonbons und Bälle während des Umzugs bereits frühzeitig ans Publikum verteilt.

Trainer Achim Beierlorzer unterstrich zur Einordnung, es ginge in der Debatte lediglich um zehn Prozent der Mannschaft. Wie dem auch sei: „Am Samstag darf überhaupt kein Prozentpunkt fehlen.“

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