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Die Mainzer Enttäuschung ist sichtbar: Anthony Ujah schiebt Frust.

Mainz 05

Viel gewollt, wenig geschafft

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Mainz 05 fehlt es an Präzision, um eine 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach abwenden zu können.

Das größte Lob bekamen die Verlierer hinterher vom Manager der Gewinner übermittelt. Mainz 05 sei eine „spannende Mannschaft mit einem spannenden Trainer“, verriet Max Eberl in einem geschickten verbalen Manöver, das den überaus schmeichelhaften 1:0-Sieg bei Mainz 05 noch ein bisschen wertvoller aussehen ließ. Borussia Mönchengladbach hat somit nach vier Spielen ohne Sieg mit nur einem Zähler mal wieder dreifach gepunktet, was im Zwist um die Champions-League-Plätze, unter anderem mit der im Nacken sitzenden Frankfurter Eintracht, von immenser Bedeutung ist. Mainz 05 dagegen hat in den letzten sechs Spielen nunmehr fünf Niederlagen erlebt, was sich dann schon weniger spannend anhört, als Max Eberl es suggeriert.

Aber gewiss ist auch, dass die Rheinhessen die beiden Niederlagen in Berlin und nun gegen Mönchengladbach durchaus unter der Rubrik „unglücklich“ abheften können. „Es gab Zeiten, da haben wir vier, fünf Spiele verloren und unterirdisch gespielt. Davon sind wir weit entfernt,“ befand Kapitän Stefan Bell zuversichtlich. Alles halb so wild also in Mainz, wo sie ja bereits so viele Punkte gesammelt haben, dass ein Abstieg ausgeschlossen scheint. Trainer Sandro Schwarz war nach dem Pay-TV-Topspiel am Samstagabend dennoch bedient: „Das nervt tierisch.“ Denn eine Halbzeit lang hatte seine Mannschaft viel richtig gemacht und die Gäste unter Druck gesetzt. Gut war das aber nur „bis zum Strafraum“, räumte Sportvorstand Rouven Schröder ein.

Alles, was die Mainzer näher als 16 Meter an das Gladbacher Tor brachte, wurde dann zu ungenau. Nicht weniger als 19 Flanken rauschten rein, keine einzige fand einen gefährlichen Abnehmer. Schwarz hatte ergo zu wenige „Freilaufempfänger in der Box“ registriert. Auch Versuche aus mittlerer Distanz flogen in auffälliger Streuung rechts oder links vorbei oder übers Tor. Und zwar meist recht weit.

Der wiederum in die Startelf beorderte Anthony Ujah schaffte es zudem trotz sichtbarer Anstrengung viel zu selten, den Ball sauber an einen eigenen Mann zu bringen. Aber später, als Ujah dann durch Jean-Philippe Mateta ersetzt wurde, wurde noch nachlässiger abgespielt. „Wir sind nach der Pause einfach nicht wieder in Tritt gekommen“, ärgerte sich Rouven Schröder. Am Ende blieb nur eine einzige halbwegs gute Tormöglichkeit durch den eingewechselten Karim Onisiwo. Viel zu wenig wohl, um das überregionale Publikum auf der Couch vorm Fernseher in Wallung zu bringen.

Zu allem Überfluss verträumten die Mainzer wieder einmal eine gegnerische Ecke, was in den vergangenen Wochen zu einem echten Ärgernis geworden ist. „Das ist nicht immer nur Pech“, räumte Sandro Schwarz ein. Diesmal war Gästeverteidiger Nico Elvedi der Profiteur. Er traf nach 63 Minuten aus kurzer Distanz. Und räumte hinten vorbildlich ab. So macht man das, um ein Fußballspiel minimalistisch zu gewinnen, von dem schon bald kein Mensch mehr sprechen wird.

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