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Klare Anweisung: „Die Arbeit gegen den Ball steht ganz klar im Vordergrund“, sagt Trainer Sandro Schwarz.

VfL Wolfsburg - FSV Mainz

Mainz macht hinten dicht

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Nach acht Gegentreffern in zwei Spielen geht es mit bescheidenerem Anspruch nach Wolfsburg.

Bei Mainz 05 können sie nach der Lektüre der aktuellen Ausgabe des Magazins „Sponsors“ durchaus stolz sein. Das angesehene Branchenfachblatt hat in diesen Tagen eine sogenannte Effizienztabelle der Fußball-Bundesliga veröffentlicht. Das Tableau setzt die eingesetzten finanziellen Mittel und die sportliche Performance in einem recht komplizierten Schlüssel, den man als Normalsterblicher mit mittelmäßigen Algebrakenntnissen nicht unbedingt kapieren muss, ins Verhältnis. 

Die wackeren Mainzelmännchen, am Samstag zu Gast beim VfL Wolfsburg, erreichten im Spieljahr 2017/18 zwar nur den 14. Platz in der offiziellen Bundesligatabelle, gleichauf mit dem 15. aus Freiburg, schafften es in der Effizienztabelle aber auf Rang drei, diesmal direkt hinter Freiburg (und dem Sieger FC Augsburg). Die ruhmreichen Bayern wurden von „Sponsors“ übrigens ungeniert auf Platz 16 verschoben, nur Wolfsburg und der HSV waren schlechter. Aber das nur nebenbei. Ist ja ohnehin abgeschlossene Vergangenheit. 

Was die Aktualität angeht, darf man vielleicht behaupten: Möglicherweise sind die Perspektiven von Mainz 05 im Januar hier und da ein wenig zu hoch eingeschätzt worden. Es gab reichlich Lob, sogar in der überregionalen Presse, die sich sonst seltener mit den Rheinhessen zu beschäftigen pflegt. Sowohl die intelligente Kaderplanung des Sportchefs Rouven Schröder als auch die Personalführung des Trainers Sandro Schwarz wurden als ruhmreich beurteilt, was ja sicher auch nicht ganz falsch ist. 

Aber vorangegangen waren lediglich Siege gegen die beiden inzwischen als derzeit schlechtesten Bundesligamannschaften identifizierten Klubs: ein 3:2 in Stuttgart und ein 2:1 gegen Nürnberg im Januar, der die Nullfünfer bis auf einen Platz an den Europa-League-Rang sechs ranrobben ließ. Den beiden letztlich mühsamen Siegen (in Stuttgart immerhin nach starker erster Halbzeit) folgten im Februar dann grausame Niederlagen – 0:3 in Augsburg und 1:5 gegen Leverkusen, garniert mit Leistungen, die so gar nichts mit dem von der Presse diagnostizierten gehobenem Bundesliganiveau zu tun hatten. Schon das öde 2:1 gegen Nürnberg gab Anlass genug, ein paar Alarmwecker zu stellen, eine Woche später wurde die Partie in Augsburg dennoch tief verschlafen. 

Acht Gegentore aus den zurückliegenden beiden Spielen sind die Mainzer nicht gewohnt. In diese Saison starteten sie mit lediglich vier Gegentoren nach sieben Punktspielen so stabil wie noch nie zuvor. Aber natürlich gehört es auch zu den Pflichten eines Fußballlehrers, seine Truppe offensiv weiterzuentwickeln. Schwarz hat das getan, dabei ging zuletzt aber die Balance verloren. 

Die Probleme sind erkannt, in Wolfsburg sollten die vier Hundertschaften Mainzer Fans, die ihr Team begleiten wollen, besser nicht auf Husarenstreiche am Fließband hoffen. „Die Arbeit gegen den Ball steht ganz klar im Vordergrund“, sagt ein geläuterter Trainer Schwarz – und ließ im Training viele Zweikämpfe in Kleingruppen üben. Basisarbeit zur sportlichen Effizienzsteigerung sozusagen.

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