Mainz 05

Was macht Mainz mit Brosinski und Bell?

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Bei den Rheinhessen von Mainz 05 laufen in den kommenden Tagen einige Verträge aus. Sportchef Rouven Schröder kündigt Gespräche an.

Den Sonntag hat Rouven Schröder nach langer Zeit mal wieder wie ein ganz normaler Patchwork-Vater verbracht. Gemeinsam mit der Mainzer Lebensgefährtin düste der Sportvorstand des FSV Mainz 05 gen Lübeck zu den drei Kindern. „Ein Sonntag, wie man ihn sich wünscht mit einem glücklichen Papa“, berichtet er tags darauf.

Viel Zeit zur Muße bleibt dem 44-Jährigen freilich nicht. Jetzt, da schon vor dem abschließenden Spiel bei Bayer Leverkusen klar ist, dass die Nullfünfer eine weitere Saison im Oberhaus erleben werden, ist der Stratege Schröder gefragt. Die Mainzer Fans interessiert dabei vor allem, wie der Klub mit den langgedienten Profis Daniel Brosinski (31) und Stefan Bell (28) umgehen wird. Beide Verträge laufen in einer Woche aus. Brosinski erwies sich im Kampf um den Klassenerhalt als stabilisierender Faktor. Bell schaffte es nach seiner schweren Knöchelverletzung aus der Pokal-Niederlage vor Bundesliga-Saisonbeginn in Kaiserslautern nie mehr zurück in die Mannschaft. Aber der Verteidiger, der aus der eigenen Jugend kommt, verdient einen sensiblen Umgang, der nicht nur seine Leistungsperspektive beurteilt. Schröder äußert sich auf Nachfrage zu Brosinski und Bell: „Wir wissen um die Bedeutung dieser beiden Spieler für Mainz 05.“ Bell hatte jüngst im SWR kritisiert, er würde sich „mehr Spieler wünschen, die lange in Mainz bleiben, dass wir nicht so viel Fluktuation haben. Das schadet der Mannschaft, der Hierarchie, der Spielweise, wenn die Leute zu oft wechseln und nicht lange da sind. Und das macht es für die Fans ein Stück weit schwerer, sich damit zu identifizieren“.

Viele Verkaufskandidaten

Rouven Schröder hat die Botschaft wahrgenommen und weist darauf hin, Mainz 05 bleibe ein Verein, „der im Thema Transfers eine wichtige Säule hat, um zu überleben“. Will heißen: Die Fluktuation ist unabdingbar. Auch in diesem Corona-Sommer werde es wichtig sein, Einnahmen aus Ablösen zu erzielen. Schröder nennt keine Namen, stellt mit einer solchen Aussage aber automatisch vor allem Profis wie Jean-Philippe Mateta (Marktwert 17,5 Millionen Euro laut transfermarkt.de), Jean-Paul Boetius (4,8), Pierre Kunde Malong (8) und Robin Quaison (10,5 Millionen) ins Schaufenster. Auch Aaron Martin (10,5) dürfte ein Verkaufskandidat sein, wenngleich der Marktwert des Spaniers rapide gesunken ist.

Ohnehin hört sich Schröder so an, als hätten erste interne Analysen das Ergebnis gebracht, dass der junge Kader mit viel Potenzial mehr Erfahrung braucht. Aufklären will er darüber erst kommende Woche.

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