RB Leipzig - Bayer Leverkusen

Die dritte Kraft im deutschen Fußball

RB Leipzig untermauert in Leverkusen die berechtigten Champions-League-Ambitionen.

Matheus Cunha setzte das Sahnehäubchen auf eine Traumwoche für RB Leipzig. Mit dem Zinedine-Zidane-Trick, dem Durchrollen des Balls unter der Sohle und einer Pirouette ließ der 19 Jahre alte Brasilianer Gegenspieler Wendell ins Leere laufen und vollendete per Lupfer zum 4:2 (1:2)-Endstand für die Sachsen bei Bayer Leverkusen, womit der Red-Bull-Klub endgültig für die Champions League planen kann.

„Natürlich waren das Big Points“, sagte Trainer Ralf Rangnick, „das gibt nochmal einen Schub, denn zum ersten Mal haben wir einen zweimaligen Rückstand noch gedreht.“ 9:2 in zwei Bundesligaspielen – vor Wochenfrist das 5:0 gegen Hertha BSC – und der Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale beim FC Augsburg (2:1 n.V.). Die Roten Bullen sind ohne Frage die dritte Kraft in der Bundesliga nach dem Spitzenduo aus München und Dortmund. „Wir haben schon jetzt mehr Punkte als am Ende der vergangenen Saison“, kommentierte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, „und die Saison ist noch nicht zu Ende.“

Die seit zehn Spielen ungeschlagenen Kicker aus dem Osten wollen nach dem sechsten Auswärtssieg in Folge ihre Hausse fortsetzen. „Gerade für die junge Mannschaft“ sei der Erfolg unter dem Bayer-Kreuz ein wertvoller Erfahrungswert. Schließlich lief es in den ersten 45 Minuten deutlich gegen RB, Bayer dominierte und hätte höher führen können. Rangnick: „Wir waren noch gut bedient.“ Aber der Coach nahm zwei personelle Änderungen vor, stellte auf ein 3-5-2 um, und plötzlich spielte Leipzig groß auf.

„Außerdem hatten wir Glück, dass in der zweiten Halbzeit zweimal der Videobeweis zu unseren Gunsten entschieden hat“, äußerte Rangnick. Das möglicherweise entscheidende 3:1 durch Leon Bailey (51.) wurde wegen Abseits nach Videobeweis zurückgenommen, ein Handspiel von Leverkusens Mitchell Weiser (71.) wurde nach nachträglichem Videostudium mit Handelfmeter für Leipzig bestraft – auch eine nachvollziehbare Entscheidung.

Rangnick gab sich allerdings generös: „Ich hätte den Handelfmeter nicht gegeben, es war keine Absicht und auch nicht die Vereitelung einer klaren Chance. Ich würde 60 bis 70 Prozent der Handelfmeter nicht geben.“ Die Treffer für sein Team durch Marcel Sabitzer (17.), Timo Werner (64.), Emil Forsberg (71., Handelfmeter) und Cunha (84.) sorgten für die Entscheidung. Kai Havertz (11., Foulelfmeter/23.) hatte die nur eine Halbzeit starke Werksmannschaft in Führung gebracht.

Der Sieg hat RB ein gutes Stück nähergebracht in Richtung Champions League. Vielleicht gibt es damit auch Argumente für Werner, in Sachsen zu bleiben. „Wir beschäftigen uns nicht jeden Tag mit der Causa Werner, aber er hat unser Angebot auf dem Tisch liegen und wir wollen mit ihm verlängern“, sagte Mintzlaff: „Wir bewegen uns auf die Kreuzung zu, auf der man rechts oder links abbiegen muss.“ Eine Entscheidung scheint bevorzustehen. Entweder verlängern oder wechseln – das sind die Optionen für den Nationalstürmer. (sid)

Havertz muss bleiben

Geschäftsführer Rudi Völler sieht keine Veranlassung, Nationalspieler Kai Havertz im Sommer von Bayer Leverkusen zu einem anderen Verein für eine Rekordablöse zu transferieren. „Wir werden Kai Havertz nicht abgeben“, sagte Völler. „Und zwar unabhängig davon, ob wir einen Europapokalplatz erreichen oder nicht.“ Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Bayer könne im Fall Havertz bei einer Offerte von 100 Millionen Euro weich werden. Der 19-Jährige besitzt noch einen Vertrag bis 2022 beim Werksklub – ohne Ausstiegsklausel.

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