Mainz 05

Kollektive Power

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Die Rheinhessen stehen vor wichtigen Wochen in der Fußball-Bundesliga – und vor dem Höhepunkt der närrischen Zeit. Trainer Achim Beierlorzer freut sich auf beides.

Bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg wurde Achim Beierlorzer tatsächlich gefragt, ob womöglich der Klassenerhalt seiner Mainzer Fußballer schon in knapp vier Wochen, also just zu Beginn der nächsten Bundesligapause, eingetütet sein könnte. Na klar, die Bundesligakicker aus der Stadt am Rhein haben bis dahin ein für Außenstehende doch recht machbar klingendes Programm vor sich, angefangen am Sonntag (18 Uhr) beim Verein für Leibesübungen in Niedersachsen, danach geht es daheim gegen die im Tabellenkeller feststeckenden Teams aus Paderborn und Düsseldorf sowie in Köln weiter, ehe abschließend das Duell in Leipzig wartet. Da liegen also wirklich ein paar Pünktchen auf den Rasenplätzen der Republik herum, um dem Ligaerhalt möglichst rasch näherzurücken. Achim Beierlorzer, Trainer der Mainzer, antwortet auf jene Frage mit einem Schmunzeln und folgenden, profihaften Worten. „Nein, nein. Wir können natürlich einen großen Schritt in die richtige Richtung machen. Aber das Beste ist, man fokussiert sich immer nur auf die nächste Aufgabe.“

„Näher zusammengerückt“

Beim FSV herrscht passend zur traditionell in Mainz so glückseligen Fastnachtszeit wieder gute Stimmung. Nachdem die Nullfünfer mit drei Niederlagen ins Kalenderjahr gestartet waren, holten sie zuletzt aus zwei Begegnungen ordentliche vier Punkte. Erst der 3:1-Auswärtserfolg in Berlin, dann das 0:0 auf Schalke. Das macht dem Tabellenfünfzehnten, der einen Vorsprung von fünf Punkten auf den Relegationsrang aufweist, Hoffnung. „Die Mannschaft ist fokussiert“, hat FSV-Sportdirektor Rouven Schröder erkannt, man sei „näher zusammengerückt“ und das Training ein Stück weit intensiver als zuvor.

Trainer Beierlorzer gelang der Umschwung ohne die vermeintliche Stars der Truppe. Stürmer Jean-Philippe Mateta (rund 25 Millionen Euro Marktwert), Verteidiger Aaron Martin (16) sowie die Mittelfeldmänner Kunde Malong (10) und Jean-Paul Boëtius (6) durften jüngst nur als Joker ran, dafür spielten Danny Latza, Daniel Brosinski, Leandro Barreiro und Adam Szalai. Ein gutes Trainerhändchen oder unnötige Kapitalverbrennung? Sportchef Schröder dazu: „Die anderen Spieler haben ja auch einen Marktwert.“ Und Für Trainer Beierlorzer steht ohnehin „Mainz 05 an erster Stelle, dann kommt erst jeder einzelne Spieler.“ In Wolfsburg droht Verteidiger Jeremiah St. Juste wegen muskulärer Probleme auszufallen.

Der 52-jährige Coach fordert von seiner Mannschaft in Wolfsburg die „richtige Balance“ zwischen Abwehren und Attackieren ein. Zudem eine „extrem hohe Präsenz und Power“. Das sei Voraussetzung, um die am Donnerstag noch in der Europa League geforderten Gastgeber (Beierlorzer: „Ein kleiner Vorteil für uns“) zu ärgern und etwas Zählbares mit in den Flieger in Richtung Heimat zu nehmen. Dort wartet tags drauf der nächste Höhepunkt. Spieler und Trainer werden beim Rosenmontagszug durch Mainz auf einem eigenen Motivwagen dabei sein. „Ich freue mich, es ist etwas, was ich in meinem Leben noch nie live erleben durfte“, sagte Beierlorzer, „aber vorher haben wir eine Aufgabe.“ Punkte für den Klassenerhalt einzutüten.

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