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Alles reingelegt. Foto: dpa
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Alles reingelegt.

FSV Mainz 05

Kein hässliches Entlein mehr

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der furchtlose FSV Mainz 05 kämpft und spielt sich in einen wahren Rausch und zwingt selbst den FC Bayern München in die Knie.

Die Verwandlung vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan ist perfekt. Mainz 05 zermürbt mit einer Art, Fußball zu spielen, die an beste Tage unter Thomas Tuchel erinnert, sogar den FC Bayern. Am Ende schenken die kleinen Nullfünfer dem großen Robert Lewandowski sogar generös nach einem Blackout ihres Verteidigers Alexander Hack ein Tor in letzter Minute, um dennoch maximal verdient 2:1 zu gewinnen. „Wir können einfach nur stolz auf uns sein“, verkündete Mittelfeldspieler Leandro Barreiro nach getaner Arbeit, die die nach der Bundesliga-Vorrunde gemeinsam mit Schalke 04 hinterherschlurfenden Rheinhessen auf Rang 12 vorrücken ließ. Ein Sieg im Nachholspiel am 3. Mai gegen Hertha BSC würde praktisch den Klassenerhalt bedeuten - in einer Saison, die den eigentlich sympathischen Verein in seinen Grundfesten erschüttert hatte und mit einem Spielerstreik als tiefsten Tiefpunkt plötzlich unsympathisch aussehen ließ.

Am Samstagnachmittag um kurz vor halb sechs lagen sich die Mainzer Profis Barreiro und Jonny Burkardt in den Armen. Der eine trug ein dickes Pflaster auf der Stirn über der blutenden Wunde, der andere sah nach einem Wirkungstreffer auf die Nase ebenso gezeichnet aus. Barreiro und Burkardt waren in diesem Zustand mitsamt breitem Lächeln zwei Symbolfiguren nicht nur dieses Nachmittags, sondern einer unfassbar starken Rückrunde, die im vollkommen verdienten Sieg gegen die Bayern ihren vorläufigen Höhepunkt erfuhr.

Sogar Bo Svensson, der selten zufriedene Vater des Erfolgs, sprach von einer „Top-Top-Leistung“ und fügte hinzu: „Plan, Einzelspieler, Teamgeist“ seien „extrem gut“ gewesen. Er sei „stolz, Trainer dieser Mannschaft“ sein zu dürfen. Einer Mannschaft, die er bei seinem Amtsantritt zur Jahreswende als freudlose Truppe ohne Teamgeist und Selbstvertrauen angetroffen hatte. Das würde Svensson so natürlich nie sagen, aber es war genau so.

Gegen die Bayern zeigten die Rheinhessen die Mischung aus Mut, Aggressivität und sehr strukturiertem Fußballspiel, die man so zuletzt Mitte des vergangenen Jahrzehnts an diesem Standort erlebt hatte. Der deutsche U21-Nationalspieler Burkardt und der Schwede Robin Quaison erzielten schon vor der Pause die Tore, die beiden Dannys - Latza und da Costa - trafen noch je den Pfosten. Hinterher gab es zur Belohnung nicht nur drei Punkte, sondern auch ein „Riesenkompliment“ von Hansi Flick für den Weltpokalsiegerbesieger Mainz 05. Latza, der im vergangenen Jahr regelmäßig in Vollfruststimmung anzutreffen war, sagt jetzt: „Es ist überragend, was hier passiert. Wir sind ein echtes Team.“ Drei Spiele noch, dann wechselt er zu Schalke 04.

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