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VfL-Keeper Koen Casteels kann einen Mainzer Treffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht verhindern - doch der Treffer wird nicht gezählt.

Mainz 05 - Wolfsburg

Karge Kost in Mainz

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Mit Darbietungen wie beim 0:0 gegen Wolfsburg gewinnt Mainz seine Zuschauer nicht zurück.

Wenn schon die eigene Arena so schlecht gefüllt ist, dann muss nicht auch noch die Kurve mit den Anhängern schweigen. Die aktive Mainzer Fanszene hatte jedenfalls beschlossen, das Heimspiel der Nullfünfer gegen den VfL Wolfsburg am Mittwochabend aus dem tonangebenden Q-Block der Arena am Europakreisel nicht mit jenem Stimmungsboykott zu belegen, der ansonsten landesweit in der Anfangsphase den fünften Bundesliga-Spieltag prägte. Die Unterstützung von Anfang bis Ende hat jedoch nur bedingt geholfen, denn die Rheinhessen kamen gegen die Niedersachsen nicht über ein torloses Remis hinaus. 

Unter dem Strich war das Team von Trainer Sandro Schwarz recht gut bedient, denn die bessere Spielanlage besaß der Werksklub. Mit Darbietungen dieser Art gewinnt der FSV Mainz 05 sein schwindendes Publikum in der Landeshauptstadt eher nicht zurück, auch wenn acht Punkte natürlich eine überaus beachtliche Startbilanz sind.

Beide Mannschaften, fast deckungsgleich in einem 4-3-3-System mit einem klassischen Abräumer (Jean-Philippe Gbamin/ Ignacio Camacho) und flexiblen Flügelspielern angeordnet, egalisierten sich anfangs auf einem für die 19 205 Zuschauer nicht sehr ansehnlichen Niveau. Bei der Heimmannschaft wirkten die Defizite eines kreativen Offensivspiels eklatant: Der ballfertige Alexandru Maxim konnte von seiner Halbposition ebenso wenig Akzente setzen wie der begabte Ridle Baku. 

Wenn war an nennenswerten Strafraumaktionen eigentlich immer Mittelstürmer Anthony Ujah beteiligt, der mit einem abgefälschten Schuss die erste Möglichkeit der Heimelf überhaupt hatte (43.). Aufregung dann, als ein Fernschusstor von Gbamin nicht zählte, weil Kapitän Stefan Bell aus einer Abseitsstellung irritierend den Fuß hob (45.+3). Eine richtige Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler. 

Insgesamt mehr Torgefahr verströmte auf der Gegenseite der wendige Wolfsburger Josip Brekalo, der nach einem Gbamin-Ballverlust auch die erste Chance hatte: Der Schuss des Kroaten klatschte jedoch an den Außenpfosten (23.). Noch besser die Gelegenheit, als das 20-jährige Toptalent völlig frei zum Schuss kam, sich aber der Mainzer Keeper Florian Müller ganz breit machte (38.). Verständlich, dass Stadionsprecher Klaus Hafner mit seiner Ansage einen Sonderapplaus für den 20 Jahre alten Tormann einforderte. Was seinen Vorderleuten ansonsten zugute zu halten war: Sie arbeiteten bis auf diese Szenen zuverlässig und geschlossen gegen den Ball. 

In der Pause sah der Mainzer Trainer  Schwarz noch keinen Anlass zu Umstellungen. Es gab damit aber auch keinen Impuls, mehr Angriffsdruck zu entwickeln. Der VfL-Innenverteidigung mit Robin Knoche und John Anthony Brooks wurde es jedenfalls nicht allzu schwer gemacht, ihrem Torhüter Koen Casteels fast alle Beschäftigung zu ersparen. 

Samstag auf Schalke

Der Versuch, den der Schwede Quaison aus fast 30 Metern ins Fangnetz vor der Fankurve setzte, sah fast schon nach Verzweiflung aus (61.). Immerhin machte dann noch Ujah zweimal Betrieb (63. und 66.), aber zwingenden Charakter hatte das alles nicht. Zu diesem Zeitpunkt war bereits Jean-Paul Boetius auf dem Rasen – der niederländische Neuzugang feierte sein Heimdebüt. Und die Gäste? Spielten in der Schlussphase mit dem mit Pfiffen empfangenen Ex-Mainzer Yunus Malli und hatten noch eine prima Gelegenheit von Daniel Ginczek, der aber die Kugel an den Pfosten setzte, ehe sie beim guten Tormann Müller landete (78.). Es war die Pointe der Partie, dass Baku mit dem Abpfiff den Ball an die Lattenunterkante hämmerte – damit war das Remis dann auch verdient.

Die nächste Aufgabe führt die Mainzer nun am Samstag zum FC Schalke 04, der nach dem kapitalen Fehlstart gehörig unter Erfolgsdruck steht. Da braucht es wohl vollen Einsatz von Anfang bis Ende. Dafür war der gestern unentwegt lärmende Anhang wirklich ein gutes Vorbild.

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