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Mann für die Mainzer Momente: Jean-Paul Boetius.

Mainz 05

Jean-Paul Boetius - der Mainzer Spaßmacher

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Jean-Paul Boetius steht für die Freude am Fußball und am Leben – dem FSV Mainz 05 steht der Mann gut zu Gesicht.

Den Daumen hoch. Zwei Finger zum Siegeszeichen formen. Oder die Hand aufs Vereinswappen legen. Jean-Paul Boetius kann nicht nur mit dem Ball umgehen, sondern der niederländische Profi in Diensten des FSV Mainz 05 beherrscht auch die dazu passende Gestik. Grund zum Jubeln gab es zuletzt genug: Mit einem Tor und drei Torbeteiligungen stieg er gemeinsam mit dem Dreifachtorschützen Jean-Philippe Mateta gegen den SC Freiburg (5:0) zum Matchwinner auf. „Der Djanga hat einen ganz exzellenten Motor, der offenbar nicht ausgeht. Er tritt immer wieder an und zeigt das Mainz-05-Gesicht“, lobte Sportdirektor Rouven Schröder.

Einen solchen Instinktfußballer in Topform braucht es, wollen die Nullfünfer bei Borussia Dortmund (Samstag 18.30 Uhr) bestehen. Der 25-Jährige hat seine Anlaufschwierigkeiten abgelegt, sich körperlich und gedanklich auf das höhere Tempo eingestellt. „Jetzt ist er von der ersten bis zur letzten Minute voll da. Er verkörpert auch eine gewisse Lockerheit, steht für eine besondere Ausstrahlung mit seinen blitzeweißen Zähnen“, sagt Schröder. „Er ist ein positives Gesicht für uns. Er kann das sogar noch besser.“ Die Nummer fünf ist auf der Mainzer Zehnerposition inzwischen gesetzt. Dank seiner Finesse wächst der Spielmacher (zwei Tore, sechs Vorlagen) zum stilprägenden Element; zumindest dann, wenn die Rheinhessen ihren Spielansatz durchbringen.

„Er ist ein großartiger Spieler“, findet Mittelstürmer Mateta, der in erster Linie vergangenen Freitag vom spielfreudigen Taktgeber profitierte. Beide stehen für die Einstellung: Der Beruf muss auch Spaß machen, sonst kommt nichts Gescheites heraus. „JP“ und „Djanga“, so die Spitznamen dieser zentralen Combo, suchten und fanden sich. Weil sie gewillt waren, das Erfolgserlebnis nach der langen Negativserie einzufahren. „Ich habe vor der Partie darüber gesprochen, dass wir wieder zusammen jubeln wollen, wir haben uns heißgemacht“, verriet Boetius im Interview mit dem „Kicker“.

Elftal will ihn nicht mehr

Der gebürtige Rotterdamer, der vom sechsten bis zum 21. Lebensjahr für Feyenoord spielte, ehe er über Basel, Genk und erneut Rotterdam kurz vor Ende des Sommertransferfensters 2018 in Mainz einen Vierjahresvertrag unterschrieb, hat bislang ein einziges Mal für die niederländische Nationalmannschaft gespielt. Im März 2014 gegen Frankreich im Stade de France.

Seitdem wartet er vergeblich auf eine Einladung. „Viele alten Kollegen von Feyenoord oder aus der U21 sind jetzt Nationalspieler“, sagt Boetius, der zum aktuellen Bondscoach Ronald Koeman nach eigenem Bekunden keinen Kontakt hat, obwohl er unter ihm im Verein noch gespielt hat. Vielleicht muss er einfach noch häufiger in der Bundesliga von sich reden machen. Die Partie zur Primetime am Samstagabend bietet das eine gute Gelegenheit. Die Konstellation ist ja schon einigermaßen kurios: Die einen haben mit einem Fünf-zu-Null die Brust wieder breit gemacht, die anderen müssen ein Null-zu-Fünf aus dem Gipfeltreffen beim FC Bayern verdauen.

„In Dortmund zu punkten, wird zwar schwer, aber es ist nicht unmöglich. Wir müssen wieder versuchen, die Umschaltsituationen optimal auszunutzen“, beteuert Boetius. Fast gleichlautend äußerte sich sein Trainer Sandro Schwarz am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Der letzte Pass muss präzise kommen, die einfachen Chancen müssen wir nutzen: Wir trauen uns eine gute Leistung zu.“ Es hörte sich ganz danach an: Wenn Boetius einfach da weitermacht, wo er jüngst aufgehört hat, gibt es auch beim Tabellenzweiten BVB etwas zu holen. Und dann sind alle Handzeichen erlaubt.

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