Trainersuche

Herrlich? Labbadia? Wolf? Breitenreiter?

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Mainz 05 sucht mit Hochdruck einen neuen Chefcoach. Thurk gehört nicht mehr zum Trainerteam.

Am Samstag nach der Niederlage gegen Union Berlin, die seinem Chef Sandro Schwarz den Job als Trainer von Mainz 05 kostete, hat Jan-Moritz Lichte gezeigt, dass er Klartext reden kann. Der 39-Jährige machte in Worten und Gesten dem Mittelfeldspieler Edimilson Fernandes nach dessen wiederum katastrophaler Leistung deutlich, dass dieser sich zu den enttäuschten Fans zu begeben habe und nicht schnurstracks in die Kabine. Fernandes tat wie ihm geheißen, ohne dabei den Eindruck von Einsicht zu erwecken. Der Schweizer 7,5-Millionen-Einkauf ist bislang die größte Enttäuschung dieser aus Mainzer Sicht so frustrierenden Saison und somit mitverantwortlich dafür, dass Schwarz nur noch Ex-Trainer von Mainz 05 ist. Schwarz hatte geradezu in Nibelungentreue an Fernandes festgehalten, ohne dafür je einen Gegenwert in Leistung zu kassieren.

Jan-Moritz Lichte wurde (gemeinsam mit dem weiteren Assistenten Michael Falkenmayer) zum Interimstrainer befördert - freilich ohne Aussicht, sich ähnlich wie der Münchner Hansi Flick eine längerfristige Anstellung als Chefcoach erwerben zu können. Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder, der eine persönliche Mitverantwortung für die unheilvolle Entwicklung ausdrücklich bestätigte, will die Bundesligapause in der Länderspielwoche nun nutzen, um einen Nachfolger für Schwarz zu präsentieren. Vielleicht schon bis Freitag, wenn um 16 Uhr ein kurzfristig angesetztes Testspiel gegen Darmstadt 98 im Bruchwegstadion stattfindet. Ob Lichte und Falkenmayer weiter zum Mainzer Trainerteam gehören werden, ließ Schröder offen. Die Bilanz spricht für den Interimscoach: Lichte ersetzte Schwarz beim 2:1-Sieg im Auswärtsspiel in Paderborn, nachdem dieser sich die erste Rote Karte eines Bundesligatrainers eingehandelt hatte und somit einen Spieltag gesperrt worden war.

Am Montagmittag gaben die Nullfünfer bekannt, dass der zu Saisonbeginn als Spezialtrainer für die Angreifer verpflichtete Michael Thurk „zunächst“ von seinem Amt als Co-Trainer freigestellt wird. Der Verein sei jedoch „bestrebt, Thurk künftig in anderer Funktion in den sportlichen Bereich zu integrieren“.

Laut Fachblatt „Kicker“ gilt Heiko Herrlich als erster Kandidat für die Schwarz-Nachfolge. Interessant allemal, dass auch der Tabellennachbar 1. FC Köln nach der Demission von Achim Beierlorzer in derselben Schublade nach einem Trainer sucht wie die Rheinhessen.

Neben Herrlich gelten in Mainz Männer wie der gebürtige Darmstädter Bruno Labbadia und der vormalige Stuttgarter und Hamburger Hannes Wolf als mögliche neue Trainer. Ebenfalls auf dem Markt und für Köln und Mainz möglicherweise interessant: Tayfun Korkut, Markus Weinzierl (beide zuletzt VfB Stuttgart). André Breitenreiter, Mirko Slomka (beide zuletzt Hannover 96), Pal Dardai (zuletzt Hertha BSC). Der ehemalige Leverkusener Roger Schmidt, zwischenzeitlich in China tätig, dürfte nach Größerem streben.

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