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Arjen Robben (M.) , Louis van Gaal.
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Arjen Robben (M.) , Louis van Gaal.

FC Bayern gegen Mainz im Rausch

Goliath zeigt David die Grenzen

Ein erneut starker FC Bayern mit einem überragenden Arjen Robben landet gegen überforderte Mainzer den siebten Sieg in Folge. Der Mainzer Coach Tuchel gibt sich trotzdem keck. Von Andreas Hunzinger

Von Andreas Hunzinger

Thomas Tuchel schaltete sich einfach keck dazwischen - und sorgte für entgeisterte Mienen im Presseraum der Münchner Arena. Als ein Reporter Louis van Gaal nach dem unangefochtenen 3:0 (0:0)-Heimsieg von Bayern München gegen den FSV Mainz 05 fragte, wer die Bayern auf dem Weg zur 22. Meisterschaft noch stoppen könne, zog Tuchel sein Mikrofon herunter und kam dem Münchner Coach mit einer Antwort zuvor: "Ich verstehe die Frage richtig: Wer soll denn die Bayern stoppen können, wenn nicht mal Mainz 05?"

Tuchel, sonst nach Niederlagen stets sehr angefressen, nahm die klare Schlappe wie schon das 2:4 zum Rückrundenauftakt vor zwei Wochen bei Bayer Leverkusen, vergleichsweise gelassen. Was hätte er auch sonst tun sollen? Seinem Team waren an diesem Nachmittag eindeutig die Grenzen aufgezeigt worden. 36:2 Torschüsse für die Bayern, 64:36 Prozent Ballbesitz und mehr als ein Dutzend guter Torchancen nebst eines Elfmeters, mit dem Torwart Hans-Jörg Butt an seinem Mainzer Kollegen Heinz Müller scheiterte (33.): Die Statistik des achten Aufeinandertreffens der beiden Klubs in der Bundesliga war so eindeutig wie selten zuvor.

Tuchel wollte deshalb allerdings nicht den Stab über seine Mannschaft brechen. Er verwies vielmehr auf das Statement seines Kollegen van Gaal, der "das beste Heimspiel" seiner Bayern in der laufenden Saison gesehen hatte. "Und wenn Bayern eine Topleistung abruft", sagte der Mainzer Coach, "dann ist der Rest schnell erzählt". Soll heißen: Dann ist ein Aufsteiger wie Mainz 05 schlichtweg überfordert. Ob er dennoch aus der Partie hilfreiche Erkenntnisse ziehe, wurde der 36-Jährige noch gefragt. "Nein", antwortete Tuchel, "das Einzige war, dass es bis zu 58. Minute noch 0:0 und bis zur 75. Minute nur 1:0 für die Bayern stand". Da habe man daran glauben können, "dass wir mit einer verrückten Aktion noch was machen können".

Doch da den Mainzern neben der individuellen Qualität auch "Konsequenz, Mut und Durchschlagskraft fehlten" (Tuchel), war die Partie eigentlich schon mit dem Kopfballtor des Münchner Abwehrchefs Daniel van Buyten entschieden. Dabei ließ der zuvor trefflich haltende Müller die Kugel durch die Beine ins Netz rutschen (58.). Die weiteren Treffer durch Nationalstürmer Mario Gomez (75.) und einen Freistoß von Arjen Robben (86.) sorgten lediglich dafür, dass der Unterschied zwischen beiden Teams auch im Ergebnis Niederschlag fand.

Nicht nur deshalb herrschte bei den Münchnern hinterher eitel Sonnenschein. Derzeit läuft es bei ihnen aber auch wie am Schnürchen. Sieben Siege in Folge, 13 Spiele ungeschlagen - die Bayern jagen eigene Bestmarken und scheinen derzeit nicht zu stoppen zu sein. Und weil das so ist, bricht sich auch das sprichwörtliche Münchner Selbstvertrauen, die Mia-san-mia-Mentalität, wieder Bahn. Beispiel: "Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner", sagte ein hochzufriedener Louis van Gaal.

Angesichts der Erfolgsserie geriet sogar das Heim-Comeback von Franck Ribéry im Schneetreiben von Fröttmaning zu einer Randnotiz. Der Franzose musste nach überstandener Zehennagelentzündung nicht nur fast eine Stunde warten, ehe er für Ivica Olic auf den Platz durfte. Sein Pendant auf der rechten Mittelfeldseite stahl ihm auch erneut die Schau: Robben war der herausragende Mann und ließ seinen bedauernswerten Widerpart Tim Hoogland ein ums andere Mal schlecht aussehen.

Wenn nun Ribéry erst richtig fit ist, dann kann sich die Liga auf einiges gefasst machen. Doch van Gaal tritt erstmal auf die Bremse. "Ich denke, dass Franck Ribéry auch sehen kann, dass wir auch ohne ihn sehr gut spielen", sagte der Münchner Coach, der bei dem Star weiter auf den langsamen Formaufbau setzt. "Ich muss ihn in Bundesliga-Spielen integrieren, das ist nicht einfach." Wenn es allerdings so eindeutig gut läuft wie gegen Mainz, dann fällt auch das nicht ganz so schwer.

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