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Mainzer Glück: Foto: dpa
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Mainzer Glück:

FSV Mainz 05

2:2 gewonnen

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Zwei späte Jokertore sorgen dafür, dass Mainzer Fußballer noch mehr Hoffnung und Mut fassen.

Hoffnung wird aus Mut gemacht. Bo Svensson brauchte Mut, um den FSV Mainz 05 zur Jahreswende als ziemlich hoffnungslosen Fall zu übernehmen. Der Fußballlehrer ist anderthalb Monate später nach dem durch zwei Tore in den letzten Minuten erkämpften 2:2 noch längst nicht da, wo er eine vormals ohne Herz und Hirn agierende Mannschaft hinhaben will. Aber er hat die Hoffnung und den Mut zurück gebracht, beides hat sich nach einem 0:2-Rückstand in Leverkusen miteinander verklebt.

„Das fühlt sich an wie ein Sieg“, freute sich Verteidiger Danny da Costa, der sich auch von seinem Anfängerfehler vorm 0:1 nicht hatte entmutigen lassen. „Überragend, wie wir uns zurückgekämpft haben“, jubelte Robert Glatzel, der elegante Torschütze zum 1:2 aus der 89. Minute. „Unfassbar geil, der Punkt ist ganz wichtig für unseren Kopf“, sagte Kevin Stöger, der in der Nachspielzeit den Ausgleich machte. Glatzel und Stöger, beide gerade eingewechselt, waren die richtigen Joker, aber ohne eine Mentalitätsleistung des ganzen Teams hätten auch sie nicht stechen können. „Ich bin jetzt nicht der große Taktikfuchs, weil ich die Jungs reingebracht habe“, bekundete Svensson später trocken.

Der Trainer könnte im virtuellen Karneval 2021 auch als Eichhörnchen gehen. Seit er da ist, sammelt Mainz endlich Punkte, und zwar nicht gegen die allerschlechtesten Gegner: einen in Dortmund, je drei gegen Leipzig und Union, jetzt wieder einen in Leverkusen. Die Widerstandskraft dort war beeindruckend. Gerade diejenigen, die zuvor gepatzt hatten und so den 0:2-Rückstand erheblich mitverantworteten, hielten den Kopf oben: Nach Danny da Costa war auch Stefan Bell beim 0;1 durch Lucas Alario (14.) nicht auf dem Posten. Auch vorm 0:2 in der 85. Minute durch Patrik Schick patzte der Routinier, Aber beide, da Costa und Bell, trieben weiter an wie verrückt. „Wir haben in der zweiten Halbzeit ein Riesenspiel gemacht“, analysierte da Costa sehr richtig und sehr frohgemut.

Am Ende standen sieben mehr gelaufene Kilometer, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 19:11 Torschüsse aus Mainzer Sicht. Entsprechend reagierte der zur wahrheitsgetreuen Schonungslosigkeit neigende Bayer-Trainer Peter Bosz: „Ich bin richtig sauer. Das war das schlechteste Spiel von uns, an das ich mich erinnern kann.“ Insgesamt nutzte der Niederländer in seiner Spielanalyse nicht weniger als sieben Mal das Adjektiv „schlecht“. Das dürfte locker zum Bundesligarekord langen.

Löw fehlt entschuldigt

Bundestrainer Joachim Löw musste sich jedenfalls nicht großartig grämen, die Partie zur Ansicht des Nationalmannschaftskandidaten Florian Wirtz wegen einer Autopanne verpasst zu haben. Denn derjenige, den er vor allem sehen wollte, blieb bald nahezu unsichtbar: Der 17-Jährige wurde von den nimmermüden Mainzer Mittelfeldspielern geradezu aufgefressen.

Noch immer sind die Nullfünfer vor der nächsten Auswärtsaufgabe in Mönchengladbach dem Abstieg näher als dem Klassenerhalt. Aber es ist auffällig, dass Svensson aus einem Haufen, dem der Zusammenhalt fehlte und dem es an Führung, Hingabe und Kondition mangelte, eine Kämpfertruppe geformt hat, die auch in der Nachspielzeit noch marschiert. Wenn das unter dem neuen Triumvirat Svensson, Martin Schmidt und Christian Heidel fortgeführt würde, müssten sich die Rheinhessen für einen Abstieg nicht schämen. Das wäre im Rückblick auf die Irrungen und Wirrungen schon mehr, als man bis vor kurzem noch erwarten konnte.

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