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Darf Mainz verlassen: Jean-Philippe Gbamin.

Mainz 05

Axel Hellmann: „Mit Mainz wird nächstes Jahr zu rechnen sein“

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Der FSV Mainz 05 feiert Aufstiegsjubiläen und fahndet nach einem Innenverteidiger.

Freitag ist der letzte offizielle Arbeitstag dieser Saison für den Mainzer Chefcoach Sandro Schwarz, ehe es mit Kind und Kegel ab in den wohlverdienten Urlaub geht. Es könnte unangenehmere letzte Arbeitstage eines Arbeitsjahres geben. Denn Schwarz wird am Freitag auf dem Rasen des Bruchwegstadions unterwegs sein. Der 40-Jährige ist körperlich noch recht gut beieinander und dürfte zu den auffälligeren Akteuren gehören, wenn der Fußball-Bundesligist ab 16.30 Uhr bei freiem Eintritt zur großen Feier anlässlich der Aufstiege 2004 und 2009 einlädt. Vor 15 Jahren gehörte Schwarz zum Kader der Truppe von Jürgen Klopp, der gerade im Trainingslager mit dem FC Liverpool in Südspanien weilt. 25 Mainzer Ex-Profis werden ab 18 Uhr beim Jubiläumsspiel dabei sein, darunter die Ehrenspielführer Dimo Wache und Nikolce Noveski, aber auch der Kolumbianer Elkin Soto als Spieler mit der weitesten Anreise.

Sandro Schwarz kann auch deshalb beschwingt in das Spaßspiel gehen, weil er den Medien dieser Tage im Saisonabschlussgespräch bei Kaffee und Kuchen eine sehr zufriedenstellende Bilanz präsentieren konnte. Gerade mit den beiden Siegen an den letzten Spieltagen der nach Leipzig zweitjüngsten Mannschaft der Liga in Frankfurt (2:0) und gegen die TSG Hoffenheim (4:2) haben sich die Mainzer auch überregional mal wieder in eine positive Wahrnehmung gespielt. Das war wichtig nach einer Phase im Frühjahr mit sieben Niederlagen in acht Partien, die Schwarz unter der Überschrift „Selbstzufriedenheit“ im Berichtsheft abgeheftet hat und die er und seine Mannschaft in einem gemeinsamen Lernprozess überwunden haben. Soll künftig nicht wieder vorkommen. Platz zwölf am Saisonende „nehmen wir jetzt nicht als Standbild“, verspricht der Trainer, „wir wollen uns weiterentwickeln.“ Das sieht man auch beim Nachbarn Eintracht Frankfurt. Marketingvorstand Axel Hellmann ist angetan von den Nullfünfern: „Mit Mainz wird nächstes Jahr zu rechnen sein.“

Sportvorstand Rouven Schröder fahndet nach der bereits getätigten Verpflichtung des Offensivmannes Dong-Won Ji vom FC Augsburg vor allem nach einem gutklassigen Innenverteidiger, der alle Facetten des Defensiv- und Aufbauspiels beherrscht. Diese Position war in der vergangenen Saison ein ausgewiesener Schwachpunkt. Kapitän Stefan Bell verlor in der Endphase der Spielzeit seinen Stammplatz, spielte danach keine einzige Minute mehr und ist fern davon, seine Position wiederzuerobern. Entsprechende Gespräche mit dem 27-Jährigen haben bereits stattgefunden. Sein Vertrag läuft noch ein weiteres Jahr. Es gibt zweifellos angenehmere Unterredungen für alle Beteiligten.

Pierre Kunde, Aaron Martin und Moussa Niakhaté sollen bleiben

In den Personalgesprächen mit Spielern wie dem 14-fachen Torschützen Jean-Philippe Mateta oder dem zuletzt enorm stark aufspielenden Niederländer Jean-Paul Boetius haben Schwarz und Schröder auch darauf hingewiesen, dass sie von ihnen mindestens ein weiteres Jahr in den Farben von Mainz 05 sowohl erwarten als auch dazu raten. „Es kann nicht sein, nach einem Jahr gleich weiterzuziehen, sondern den nächsten Schritt, sportlich wie auch menschlich, bei uns zu machen“, so Schwarz. Das gilt auch für Pierre Kunde, Aaron Martin und Moussa Niakhaté, die allesamt erst eine Saison bei den Rheinhessen dabei sind und sich als Volltreffer erwiesen haben. „Sonst sitzen hier bald alle bei mir auf dem Sofa und wollen weg“, witzelt Schwarz mit ernstem Hintergrund.

Gehen darf dagegen der abwanderungswillige Franzose Jean-Philippe Gbamin nach dessen dritter Saison in Mainz. Schröder will den Mittelfeldspieler aber nur gegen eine hohe Ablöse aus dessen bis 2023 datierten Vertrag entlassen. Ob dabei die kolportierten 40 Millionen Euro herauskommen, die die Mainzer vergangenen Saison angeblich hätten einstreichen können, darf bezweifelt werden. Der 23-Jährige verfügt zwar über weit überdurchschnittliche Anlagen, hat aber eine ziemlich durchwachsene Saison hinter sich.

Umbaumaßnahmen planen die Nullfünfer weniger im Bereich der Mannschaft, als vielmehr in der Infrastruktur. Derzeit werkeln Handwerker im Trainingszentrum Bruchwegstadion, frische Farben, frische Böden, neue Möbel, sogar Wände werden rausgerissen, unter anderem, um bessere Arbeitsbedingungen für Analysten und Zeugwarte zu schaffen. Es tut sich was bei Mainz 05.

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