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Fast ins Straucheln geraten.

FSV Mainz 05

Aaron auf Abstellgleis

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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So wird der Mainzer Toptransfer nicht gebraucht. Auch Torwart Florian Müller darf gehen.

Achim Beierlorzer ist am Samstag schon wieder früh raus aus den Federn gekommen. Pünktlich um neun Uhr, keine elf Stunden nach dem Schlusspfiff des 5:1-Pokalsiegs gegen den Regionalligisten TSV Havelse, saß der Trainer des FSV Mainz 05 in seinem Trainerbüro. Es galt, ein paar drängende Fragen der Presseleute via Teams-Videokonferenz zu beantworten, ehe sich Beierlorzer auf die Fahrt nach Nürnberg begab, um dort RB Leipzig, den Bundesliga-Auftaktgegner am kommenden Sonntag, beim 3:0-Sieg zu beobachten. Dabei konnte er sich davon überzeugen, dass die Sachsen ihren Job komplikationsloser erledigten, als tags zuvor die Rheinhessen es geschafft hatten.

Denn Mainz 05 lag bis zur 57. Minute 0:1 gegen den frechen niedersächsischen Viertligisten aus Havelse zurück - und hätte Torwart Robin Zentner nicht zweimal prächtig pariert, wären die Nullfünfer sogar 0:2 ins Hintertreffen geraten. In Schwung waren sie erst gekommen, als Beierlorzer für den schwachen Levin Öztunali den 17-jährigen Paul Nebel nach einer Stunde einwechselte, der schon in der Vorbereitung überzeugt hatte. „Der Paul ist sofort losmarschiert. Da öffnet sich mir das Herz“, lobte Beierlorzer. Möglicherweise ist das Herz des Trainers ja alsbald so weit geöffnet, dass Nebel sogar von Beginn an mitspielen darf. Dessen kurze Hebel und schlaue Pässe sind für das Mainzer Spiel jedenfalls hilfreich.

Auch Torwart Zentner bestätigte mit seinen Rettungstaten die schwierige und knappe Entscheidung des Chefcoaches für ihn und gegen Florian Müller. Was passiert nun mit Müller, dem ehemaligen U21-Nationaltorwart, der enttäuscht ist? „Flo möchte natürlich Bundesliga spielen“, berichtet Beierlorzer. Die Mainzer sind auch mit Blick auf die wegen Corona angespannte Kassenlage gern bereit, den 22-Jährigen abzugeben, nur gibt der Corona-Markt derzeit wenig her. Zumal Beierlorzer sicher ist, dass der derzeitige dritte Torwart Finn Dahmen, ebenfalls 22, „Bundesligatorwart werden wird. Da lege ich mich fest“.

Wird auch der linke Verteidiger Aaron Martin noch mal in der Bundesliga für Mainz 05 spielen? Gegen Havelse gehörte der Spanier noch nicht mal mehr zu Kader. Beierlorzer ist nicht gut auf den mit zusammen zehn Millionen Euro Leihgebühr und Ablöse teuersten Transfer der Klubgeschichte zu sprechen. Es herrsche bei Aaron „eine große Kluft bei Anspruch und Wirklichkeit“, so der Trainer, „Ich möchte Spieler dabeihaben, auf die ich mich verlassen kann.“ Das war bei Aaron schon in der vergangenen Saison nicht der Fall, auch in der Vorbereitung sieht das nicht anders aus. Die Auftritte schienen bisweilen gar von Lustlosigkeit geprägt. So wird Mainz den 23-Jährigen allenfalls zu einem Spottpreis los - ganz entgegen der Klubmaxime, die da heißt: billig einkaufen, teuer verkaufen.

Die beiden ersten Verkaufskandidaten, der dreifache Pokaltorschütze Jean-Philippe Mateta und Kapitän Moussa Niakathé, würden allerdings ein Leistungsloch reißen, Gut für die Finanzen, schlecht fürs Spiel.

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