Nicht zufrieden: Mainz’ Trainer Achim Beierlorzer in Berlin
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Nicht zufrieden: Mainz’ Trainer Achim Beierlorzer in Berlin.

Mainz 05

„Ein Sieg ist, was man braucht“

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Weil die Mainzer auch in Überzahl bei Union nicht gewinnen können, verschärfen sich ihre Sorgen im Abstiegskampf.

Hätte man dem Reisetross von Mainz 05 vorher mitgeteilt, dass er beim Start des Sonderfluges aus Berlin noch in der Nacht zurück in die Heimat einen Zähler mit im Handgepäck hätte - die Nullfünfer wären mit der Ausbeute bei Union Berlin zufrieden gewesen. Doch wer nach dem 1:1 in der guten Alten Försterei auch gefragt wurde, es gab niemanden in Mainzer Farben, den das Unentschieden zufriedengestellt hätte. Was vor allem daran lag, dass die Gastgeber nach einer sehr berechtigten Gelb-Roten Karte gegen den wiederholt arg kernig zur Sache gehenden Aufräumarbeiter Robert Andrich mehr als eine Halbzeit lang in Unterzahl unterwegs waren.

Hier eine kleine Übersicht der Mainzer Frustformeln: Sportvorstand Rouven Schröder: „Da war mehr drin. Wir haben hat alles reingeworfen, aber wir haben auch zu umständlich gespielt und hätten die Union-Abwehr mehr bewegen müssen.“ Innenverteidiger Alexander Hack: „Es fühlt sich wie verlorene zwei Punkte an. Wir waren am Ball zu langsam und haben viel zu viele Fehlpässe gespielt.“ Mittelfeldmann Kunde Malong: „Wir sind enttäuscht, aber wir haben keine Zeit, lange enttäuscht zu bleiben.“ Torwart Florian Müller: „Gegen diesen Gegner 50 Minuten in Überzahl - das musst du eigentlich gewinnen.“ Rechtsverteidiger und Torschütze Ridle Baku: „So lange ein Mann mehr und uns gelingt trotzdem kein Tor - das ist extremst ärgerlich.“

Immerhin: Mainz 05 hat bis auf einen leicht haltbaren Freistoß und einen von Müller fulminant abgewehrten Kopfball kurz vor Schluss so gut wie nichts zugelassen. Das ist schon mal beachtenswert, denn die Schießbude der Liga kassiert in der Regel stets mehr als bloß ein Gegentor.

Trainer Beierlorzer hadert

Zudem: Zweikampfwerte und Laufbereitschaft waren okay, die Abstände in der Defensive stimmten, einer half dem anderen. All das hatte man zuvor beim 0:5 gegen Leipzig nirgendwo gesehen. Noch viel zu oft ist bei Mainz 05 nicht erlebbar, dass tatsächlich ein Mainz-05-Gen im Team steckt. Daran ist schon der nach der Heimniederlage im Hinspiel gegen Union Berlin beurlaubte Sandro Schwarz schier wahnsinnig geworden, und daran hat auch Nachfolger Achim Beierlorzer nichts Wesentliches ändern können bisher. Man darf sehr gespannt sein, was in der Nullfünfer-Wundertüte am Samstag gegen die TSG Hoffenheim steckt: süße Überraschungen oder staubtrockenes Allerlei?

Endlich mal wieder drei fette Punkte auf der Habenseite wären nach dem 2:2 in Köln, dem 0:5 gegen Leipzig und dem 1:1 bei den Eisernen hilfreich, um nach wie vor sehr konkrete Abstiegssorgen ein wenig zu dimmen. „Wir wissen, in welcher Situation wir uns bewegen. Wenn wir nur Unentschieden spielen, kommen wir nicht weg. Ein Sieg ist, was man braucht“, sagt Trainer Beierlorzer sehr richtig. Tief im Osten von Berlin wäre das womöglich leichter möglich gewesen als gegen just wiedererstarkte Hoffenheimer.

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