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Einer von dreien: Steht Robin Zentner bei Mainz im Tor, oder René Adler? Oder Florian Müller?

FSV Mainz 05

Drei Torhüter, eine Planstelle

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Die Torhüter Adler, Müller und Zentner melden sich beim neuen Miteinander bei Mainz 05 fit.

Der FSV Mainz 05 befindet sich zumindest atmosphärisch wieder auf dem Trip zum Besseren. Die Länderspielpause nach dem desolaten 0:3 in Frankfurt und vor der Partie am Sonntag (18 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach wurde dazu genutzt, das Miteinander zu stärken. Bei einer von 600 Fans besuchten Veranstaltung sammelte vor allem Trainer Sandro Schwarz Pluspunkte (die FR berichtete), ebenso wie bei einem Talk der „Allgemeinen Zeitung“, und in dieser Woche erhielten die Profis einen alles andere als alltäglichen Trainingsbesuch. Die Mitarbeiter aus der drei Kilometer entfernt gelegenen Geschäftsstelle hatten sich alle miteinander am Übungsplatz eingefunden und präsentierten dort ein Banner: „1 Team – 7 Spiele – 1 Ziel – Klassenerhalt durch Zusammenhalt“. Nette Geste!

Auch im Innenverhältnis des Bundesligateams hat Schwarz Korrekturen vorgenommen. Die Profis sollen fortan darauf verzichten, sich ausgiebig in den sozialen Netzwerken zu präsentieren. Der Chefcoach möchte, dass seine Männer „bewusster miteinander leben“. Es ist so ein bisschen ein kollektives „Zurück zu den Wurzeln“, das sie in Mainz anstreben. Dazu gehört auch, wie Sportvorstand Rouven Schröder unterstreicht, „dass du nicht nur ernst bist, sondern auch mal ein lockeres Gespräch führst“.

Eher unlocker hat Sandro Schwarz dann allerdings in einer Teamsitzung den „Neustart“ im Abstiegskampf ausgerufen. Die Überschrift seine Ansprache: „Sinne schärfen“. Die Leute im Stadion sollen endlich spüren, dass da unten auf dem Rasen eine „giftige und griffige“ Mainzer Mannschaft unterwegs ist. Dieser Spirit fehlte in dieser bislang weitgehend vermaledeiten Saison viel, viel zu oft – dann kann Schwarz noch so oft an die wenigen Ausnahmen erinnern.

Die Partie gegen Mönchengladbach ist das Aufeinandertreffen der nach dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg schwächsten Rückrundenmannschaften. Sowohl die Gladbacher als auch die Mainzer haben in diesem Kalenderjahr jeweils erst acht Zähler aufs Konto geschaufelt. Die krisenhaften Entwicklungen an beiden Standorten am Rhein sind unübersehbar und unüberfühlbar.  Die von Schwarz angestellte Wahrscheinlichkeitsrechnung ist dennoch nur leicht geschönt: „Wir haben eine 50:50-Chance, am Ende auf Platz 15 zu landen.“ Wolfsburg muss nur weiter so schlecht spielen wie zuletzt auch unter Bruno Labbadia, und Köln, Gegner am übernächsten Wochenende, darf nicht zu gut werden.

Ein paar Personalien gibt es von den Nullfünfern noch zu berichten: Für den Job im Tor haben sich die zuvor allesamt angeschlagenen Florian Müller, Robin Zentner und René Adler gesund gemeldet und ergo vorbehaltlos am Trainingsbetrieb teilgenommen. Schwarz will erst Sonntag nach den aktuellsten Eindrücken abschließend entscheiden, wem er den Zuschlag erteilt. Eine äußerst pikante Aufgabe. Für die Innenverteidigung bietet sich nach einer halben Ewigkeit Kapitän Niko Bungert wieder an, dürfte aber nicht erste Wahl sein, den wegen eines komplizierten Nasenbeinbruchs pausierenden Franzosen Abdou Diallo zu ersetzen.        

Glaubt man Rouven Schröder, dann haben die Wechselambitionen von Jean-Philippe Gbamin und Yoshinori Muto kaum zu Unruhe geführt. Gbamins Berater teilte öffentlich  mit, Mainz 05 sei darüber informiert, dass sein Mandant im Sommer wegwill. Allerdings hat Schröder dem Franzosen schlauerweise einen Vertrag bis 2022 ohne Ausstiegsklausel unterschreiben lassen. Es winkt somit eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe für den Defensiv-Allrounder, der zuletzt auch nicht mehr überzeugen konnte.

Mutos Begehren, künftig in der Premier League zu spielen, mutet dagegen verdächtig wie ein Ins-Schaufenster-Stellen seines aktuellen Arbeitgebers an. Der Vertrag des Japaners läuft 2019 aus. Schröder hörte sich auf Nachfrage nicht so an, als sei er besonders erpicht darauf, Muto zu halten, was angesichts der unsichtbaren sportlichen Entwicklung des Mittelstürmers nachvollziehbar erscheint. Fragt sich nur, weshalb Klubs auf England überhaupt interessiert sein sollten, für Muto noch viel Geld auszugeben. Da müsste der kleine Kerl im Endspurt schon mächtig zulegen. 

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