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Er rennt und rennt: Leandro Barreiro.
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Er rennt und rennt: Leandro Barreiro.

FSV Mainz 05

Der Dauerläufer

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der fleißige Luxemburger Leandro Barreiro wird beim FSV Mainz 05 nicht müde und spricht sechs Sprachen.

Viele Spitzenwerte hatte der FSV Mainz 05 bislang nicht zu bieten. Der unrühmliche Spielerstreik im Anfangsstadium ist gewiss nichts, was die Rheinhessen für sich als Alleinstellungsmerkmal reklamieren würde. Ein Bestwert bleibt indes unbenommen: Die 123,45 gelaufenen Kilometer beim Auswärtssieg beim SC Freiburg (3:1) waren am achten Spieltag Spitze. Besonders weite Wege ging dabei Leandro Barreiro Martins. Der Mainzer Mittelfeldspieler spulte 13,17 Kilometer ab. Sechstbester Wert aller Bundesligaspieler seit Saisonstart.

Speziell antrainiert hat sich der 20-Jährige diese Ausdauer aber nicht: „Ich bin schon in der Kindheit viel gelaufen und nie müde geworden.“ Wer ist der junge Mann, der immerhin im defensiven Mittelfeld dem Kameruner Nationalspieler Pierre Kunde Malong, dem Schweizer Nationalspieler Edimilson Fernandes oder Kapitän Danny Latza jetzt Konkurrenz macht?

Der gebürtige Luxemburger kam bereits als 16-Jähriger ins Internat der Nullfünfer, zog ins Kolpinghaus. Das Heimweh bekämpften seine Eltern, in dem sie ihren talentierten Sohn jedes Wochenende besuchten. „In der Jugend waren sie bei jedem Spiel, danach haben wir geredet oder sind etwas essen gegangen – das hat mir sehr geholfen.“

Noch etwas zeichnet ihn aus. „Ich spreche sechs Sprachen. Meine Eltern stammen aus Angola, wanderten nach Portugal aus. Ich bin in Luxemburg geboren. Meine Muttersprache ist Portugiesisch. Im Kindergarten habe ich Luxemburgisch, aber auch die deutschen Begriffe gelernt. In der dritten Klasse hatte ich Französisch, in der sechsten Klasse Englisch. Vor zwei, drei Jahren habe ich mir selbstständig Spanisch beigebracht.“ Er kann sich wirklich mit jedem verständigen.

Trainer Jan-Moritz Lichte hat zuletzt alles richtig gemacht, den sprachbegabten Jungspund „wegen seiner Mentalität im Training“ das zweite Mal in die Startelf zu holen. Viel spricht dafür, dass Barreiro auch im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Sonntag 18 Uhr) zum Zug kommt. Er dient als gutes Beispiel, wie die Mainzer immer wieder behutsam junge Spieler auf Bundesliga-Niveau bringen. Zudem ist die Mainzer Nummer 35 auch ein Beleg, dass die in Corona-Zeiten viel gescholtenen Länderspiele mitunter doch ihren Zweck erfüllen: Barreiro hat nämlich exakt so viele Bundesliga- wie Auswahlspiele bestritten: 24. „Ich habe schon vor zwei Jahren gemerkt, dass mir die Länderspiele auch im Verein helfen.“ Gegen Hoffenheim will Barreiro mit seiner Mannschaft „wieder die Sachen abliefern, die uns stark gemacht haben“. Bei ihm würde das heißen: rennen bis die Socken qualmen.

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