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Beeindruckt von Eintracht Frankfurt

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Von: Jan Christian Müller

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Daniel Brosinski verspricht Wiedergutmachung in Frankfurt.
Daniel Brosinski verspricht Wiedergutmachung in Frankfurt. © Martin Hoffmann (imago sportfotodienst)

Mainz 05 verscheucht vor dem Gastspiel in Frankfurt schlechte Erinnerungen.

Am Sonntagabend hat Sandro Schwarz den kleinen Sohn noch so pünktlich ins Bett bringen können, damit der Trainer von Mainz 05 in der zweiten Halbzeit der Partie Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt Zeit hatte, mit mehr als einem Auge hinzuschauen. Was Schwarz dann sah, hat ihn schwer beeindruckt: „Eine überragende zweite Halbzeit der Eintracht.“

Vor allem der prägende Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng ist ihm aufgefallen, und deshalb ist es mit Blick auf die Partie am Samstag im Frankfurter Stadion nicht ganz ausgeschlossen, dass Boateng eine besondere Bewachung erfahren wird. Möglicherweise keine komplette Manndeckung, denn das würde automatisch die Gefahr mitbringen, dass sich woanders Lücken in der Mainzer Defensive öffnen. Aber ganz sicher wird Schwarz zu verhindern versuchen, dass die Eintracht über Boateng ähnlich eindrucksvoll ins Rollen kommt wie nach der Pause in Dortmund.

In Einzelteile zerlegt

Sehr ähnlich stellte sich die Situation vor etwas mehr als einem Monat im Viertelfinale des DFB-Pokals dar. Da zerlegte die Eintracht wehrlose Mainzer in deren Einzelteile. Am Ende waren die Gäste mit einer 0:3-Niederlage bestens bedient. Verteidiger Daniel Brosinski hat das nicht vergessen: „Wir haben in Frankfurt noch was auszumerzen. Es wird von unserer Seite nicht nochmal so ein Spiel geben wie im Pokal.“

So furchtbar schwierig dürfte es in der Tat nicht werden, einen besseren Auftritt hinzulegen, aus den drei Gegentoren seinerzeit in Frankfurt und darauffolgenden vier Gegentreffern drei Tage später in Hoffenheim haben die Mainzer Konsequenzen gezogen. In der Trainingsarbeit wurde verstärkt auf die Defensive geachtet, seitdem kassierten die Nullfünfer in vier Spielen nur zwei Tore. Brosinski erklärt es so: „Die Abstände zwischen den Sechsern und der Abwehrkette sind jetzt enger, außerdem verschieben wir besser.“ Das, erklärt Schwarz, sei die Grundlage dafür, auch offensiv wieder spektakulärer Fußball zu spielen. Das verkorkste Pokalspiel will er seinen Spielern in diesen Tagen lieber nicht noch mal in den schlimmsten der vielen schlimmen Sequenzen vorspielen: „Ich glaube nicht, dass es sinnvoll wäre, die Jungs damit noch einmal zu konfrontieren.“

Lieber zeigt er ihnen die guten Szenen aus der unglücklich 0:1 verloren gegangenen Begegnung am Freitag gegen Schalke 04. Sein Credo: „Wir brauchen viele kleine Siege in den Laufduellen und Zweikämpfen. Daraus entwickelt sich dann auch ein Gefühl für das Spielerische.“ Ein Unterfangen, das gegen ein derart robustes Team wie die Eintracht verdammt schwierig ist.

Ein paar personelle Grundsatzentscheidungen hat Schwarz mit Blick auf Samstag zudem zu treffen: Stellt er Nigel de Jong wieder in die Startelf, aus der der Niederländer nach den Untergängen in Frankfurt und Hoffenheim geflogen war, eher er am Freitag gegen Schalke erstmals wieder mitmachen durfte und seine Sache gut machte? Und: Bekommt Anthony Ujah eine neuerliche Bewährungsprobe? Bei seinen beiden Startelfeinsätzen in Frankfurt und jetzt gegen Schalke konnte der teure Wintertransfer nicht überzeugen. Da Emil Berggreen aber eine Mandelentzündung gerade erst auskuriert hat und Yoshinori Muto nicht recht in Form ist, muss Schwarz noch ein wenig puzzeln. Er hat ja noch ein paar Tage Zeit.

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