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Hat Schmerzen im Knie: Neuzugang Dong-won Ji.

Bundesliga

29:0 Tore, aber Sorgen um Ji bei Mainz 05

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Mainz 05 startet fulminant in die Vorbereitung, das gilt besonders für den jungen Burkardt.

Ein 12:0 gegen die Amateurauswahl Allstars Rheinhessen, 9:0 gegen den Oberligisten Sportfreunde Eisbachtal, 8:0 beim Oberligisten SV Gonsenheim – der FSV Mainz 05 ist sehr ordentlich in die Vorbereitung auf die am 17. August in Freiburg beginnende Bundesligasaison gestartet. Denn ganz ahnungslos waren die Gegner beileibe nicht. Trainer Sandro Schwarz wurde deshalb dieser Tage bestgelaunt angetroffen und hat präzise 29:0 Tore für drei Spiele errechnet, ehe er sich mit seinem 29-köpfigen Kader per Flieger über Salzburg ins einwöchige Trainingslager nach Grassau an den Chiemsee ins Golfresort Achental verabschiedete. Genau dort, wo sich gerade die Schiedsrichter ächzend für die kommende Spielzeit warmgelaufen haben.

Daheim in Mainz am zunehmend modernisierten Trainingszentrum am Bruchwegstadion sind derweil die Plätze mit einer neuen Kamera- und Analysetechnik ausgerüstet worden. „Hierbei handelt es sich um festinstallierte Kameras, die im Zusammenspiel mit einer eigens entwickelten App, Liveanalysen des Trainings- und Spielbetriebes ermöglichen“, berichten die Mainzer nicht ohne Stolz. Die Nullfünfer sind der erste Bundesligaklub, der mit dem innovativen System arbeitet, das bereits von Inter Mailand und Benfica Lissabon genutzt wird. „Der direkte Zugriff auf Analysebilder auf dem Platz ermöglicht es dem Trainerteam, entsprechende Erkenntnisse unmittelbar in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Die Nutzung von Videotechnik der neuesten Generation leistet einen wichtigen Beitrag dazu, einzelne Trainings- und Spielinhalte noch passgenauer für Teamsitzungen oder individuelle Schulungen aufzubereiten“, freut sich Sportchef Rouven Schröder.

Es gibt allerdings auch weniger gute Nachrichten aus Rheinhessen. Der just vom FC Augsburg verpflichte Angreifer Dong-Won Ji plagt sich seit dem Testspiel am Mittwoch gegen Eisbachtal mit einer offenbar derart schweren Knieverletzung herum, dass der Südkoreaner auf das Trainingslager verzichten muss und stattdessen beim Kniespezialisten Dr. Ulrich Boenisch in Augsburg vorstellig wird, um laut Klubangaben „weitere Untersuchungen anzustellen, die Aufschluss über das genaue Ausmaß der Verletzung, die beste Behandlungsform und eine mögliche Ausfallzeit geben werden“. Klingt verdächtig nach etwas Schlimmerem.

Kompensiert werden könnte der drohende Ausfall des etablierten Bundesligaspielers Ji durch den gerade erst 19-jährigen Jonathan Burkardt. Der Blondschopf war von Schwarz schon zu Beginn der vergangenen Saison viermal in der Bundesliga gebracht worden, was sich jedoch als wenig produktiv herausstellte. Der Junge war noch nicht so weit, wurde zurück in die U19 und U23 versetzt, durfte aber weiterhin bei den Profis mittrainieren. Schwarz hat das nicht stumm getan: „Einem jungen Spieler musst du dann erst mal erklären, dass es keine Strafe ist, wieder U19 zu spielen, sondern dass er die Spielpraxis dort braucht.“

Nicht ganz einfach, so eine Argumentation, wenn ein junger Kerl schon mal Bundesligaluft geschnuppert hat. Jedenfalls hat „Bubi Burkardt“ („Bild“) jetzt nicht nur längere Haare, sondern auch mehr Muskeln. Die Mainzer hatten ihn dafür in der Schlussphase der vergangenen Saison eigens komplett aus dem Spielbetrieb herausgenommen und individuelles Athletiktraining zuteil werden lassen. Eine interessante Maßnahme – mit dem vorläufigen Zwischenergebnis, dass der Stürmer in den drei Tests schon achtmal traf.

Auch wenn Schwarz im Fall Burkardt vor einem Jahr ein wenig eilig unterwegs war – seinen Blick für den Nachwuchs will sich der Trainer natürlich bewahren. Ins Camp nach Grassau düst deshalb auch Paul Nebel mit. Der Kerl ist 16 Jahre alt.

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