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Muss schnell den Fokus auf die Nationalmannschaft richten:Dominik Kahun.
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Muss schnell den Fokus auf die Nationalmannschaft richten:Dominik Kahun.

Eishockey-WM

Frischer Wind aus Nordamerika

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Von NHL-Profi Dominik Kahun erhofft sich das deutsche Team neue Impulse bei der Eishockey-WM in Riga – nicht nur sportlich.

Die Attraktion, die die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft herbeigesehnt hatte, konnte sie am für sie spielfreien Donnerstag endlich kennenlernen: Eine Sanddüne, 35 Busminuten vom Hotel in Riga entfernt. Die Fahrt dorthin mit Polizeieskorte, um die Bubble aufrecht zu erhalten. An einem Pavillon war an der frischen Luft ein kleines Catering aufgebaut, man konnte „spazieren gehen oder die Seele baumeln lassen“, so Sportdirektor Christian Künast, „und einige der Coaches konnten auch mal wieder joggen“. Getroffen hat man keinen Menschen, der nicht zur deutschen Teamblase dazugehören würde, der Ausflugsort war sozusagen Sperrgebiet.

Ja, so lebt es sich bei dieser Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga. Zwar wird es wohl so kommen, „dass ab Sonntag auch Zuschauer zugelassen werden“, so Franz Reindl, deutsches Mitglied im Council des internationalen Verbandes IIHF, doch für die Spieler sind die Regelungen strikt. Ihr Leben spielt sich ab: in der Eishalle, im Bus, auf den Hotelzimmern. Zwar gibt es einen Meetingraum, in dem gegessen wird und in dem eine Tischtennisplatte und ein Kicker stehen, doch der Aufenthalt hier soll limitiert werden. „Es ist lebenseinschränkend und belastet jeden“, so Sportdirektor Christan Künast. Dass nun aus der NHL Dominik Kahun eingeflogen ist, bewertet Reindl auch als „etwas Neues, Frisches für den Alltag“.

Wobei es zu einem direkten Kontakt zwischen Kahun (25) und Mitspielern noch nicht gekommen ist. In der Nacht von Montag auf Dienstag war Kahun mit seinen Edmonton Oilers in Winnipeg aus den Playoffs der NHL ausgeschieden, „um fünf Uhr Früh bin ich in Edmonton gelandet und hatte nur wenige Minuten Zeit, zu entscheiden, ob ich zur WM will.“ Sechs Stunden später begann schon die Reise: Edmonton – Montreal – Frankfurt – Riga. Ankunft im Hotel um 13 Uhr. Dort sofort die vorgeschriebene Einzelisolation. Kahun ließ sich ein Fahrrad aufs Zimmer bringen, war am Mittwoch aber „noch zu kaputt, um es zu nutzen“.

Wenn der Zeitplan aufgeht, könnte er im übernächsten Spiel, am Montag gegen die USA, auflaufen. An diesem Tag hat er den letzten PCR-Test, es wird entscheidend sein, wann das Ergebnis vorliegt.

Er ist gerne gekommen, weil er immer Kontakt gehalten, mit den anderen hin- und hergeschrieben hat und spürt, „dass ein besonderer Teamgeist herrscht“. Die Saison mit Edmonton („Ich denke, sie war gut, von der Statistik vielleicht so wie sonst“) ist vorbei, sein Vertrag dort auch. Sein Freund Leon Draisaitl hingegen ist noch beschäftigt mit den Aufräumarbeiten einer verheißungsvollen Saison, die in einer Playoff-Demütigung endete: Vier Niederlagen gegen die Winnipeg Jets, die man zuvor sechsmal geschlagen hatte. Franz Reindl ist mit Oilers-Chef Bob Nicholson befreundet, der erzählte ihm: „Da geht es jetzt ums Eingemachte, du brauchst einen Spieler, der vor Ort Rede und Antwort steht.“ Reindl: „Dass Leon nicht zur WM kommt, dürfen wir nicht ihm anlasten, sondern den Umständen.“

Man ist glücklich, Kahun bekommen zu haben, einen der Silberspieler von 2018. Man hat auch Bedarf, weil Lukas Reichel auszufallen droht, nachdem er beim 2:3 gegen Kasachstan einen Check gegen den Kopf abbekam,

Die erste Turnierniederlage sollte gestern an der lettischen Sanddüne verarbeitet werden. Es wird enger in der Tabelle, man bleibt aber zuversichtlich. Jetzt auch wegen Kahun, der ankündigt: „Ich kann der Mannschaft einen Schub geben.“

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