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Frankfurter Kampf und Wille

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Von: Stefan Fritschi

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So sehen Sieger aus: Rugger von SC Frankfurt 1880.
So sehen Sieger aus: Rugger von SC Frankfurt 1880. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie

SC 80 Frankfurt wird deutscher Rugby-Meister. BSC Offenbach steigt in die Bundesliga auf.

Kräftig wurde Lukas Deichmann gepackt. Das ließ sich der Rugby-Nationalspieler in Diensten des SC 80 Frankfurt in dieser Situation gerne gefallen, denn sein Vater Marko, einst gefürchteter Erste-Reihe-Stürmer bei der SG Eintracht, gratulierte rau wie herzlich seinem Filius zum Gewinn der deutschen Meisterschaft. Und beide strahlten um die Wette. „Am Schluss war es nur Kampf und Wille. Nach einer gewissen Zeit war das Spiel so intensiv, da funktioniert man einfach nur noch“, mischten sich bei Deichmann junior Freude und Erleichterung, dass die 80 Minuten endlich vorbei waren und den TSV Handschuhsheim mit 29:17 (20:10) bezwungen zu haben.

Es war nicht die große Rugby-Kunst, die beide Mannschaften den 2000 Zuschauenden, darunter auch der Neuseeland-Profi und gebürtige Frankfurter Anton Segner, an der Feldgerichtstraße präsentierten. Aber beeindruckende Leidenschaft. Kontaktsituation auf Kontaktsituation. Und der nun achtfache nationale Champion beherrscht dies wie kein anderer hierzulande.

Nur zweimal ließen sich die Frankfurter über die eigene Mallinie drücken. Da führten sie allerdings 20:3 respektive 26:10, in Gefahr geriet die verspätete Mission Titelverteidigung – wegen Corona wurde 2020 und 2021 kein Meister ermittelt – nicht. Auch die Frankfurter legten nur zwei Versuche, wenngleich schön herausgespielt und von Edo Stella und Deichmann vollendet. Sie waren indes im Gegensatz zu den Heidelbergern häufig in der Lage, in aussichtsreichen Positionen den Gegner zu Regelwidrigkeiten zu verleiten. Ein Fall somit für den Italiener Stella, der seit einiger Zeit auch das Nationaltrikot trägt. Fünf von sieben Strafkicks verwandelte er, dazu beide Erhöhungskicks. „Es war ein sehr enges Match, auch Handschuhsheim hätte es verdient zu gewinnen. Wir waren etwas klinischer, überzeugender – und krönten eine erstaunliche Saison“, sagte Stella.

Die nächste Spielzeit wird auf jeden Fall eine derbyreiche Saison werden, denn dem ambitionierten BSC Offenbach gelang mit einem – überraschend knappen – 32:29 über den München RFC der Aufstieg in die Beletage. Das dritte Team aus der Region in der acht Mannschaften umfassenden Bundesliga Süd/West ist der RK Heusenstamm.

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