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Versteht sich im Basketball auf harte Zweikämpfe: Andrej Mangold (links) gegen Marco Völler.

Frankfurt Skyliners

Bachelor Andrej Mangold als umstrittener Neuzugang

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Die Frankfurt Skyliners verpflichten Andrej Mangold, bekannt aus einer TV-Kuppelshow im TV – und es soll kein PR-Gag sein.

Die Spieler der Skyliners schauten verdutzt drein, als plötzlich mehrere Kamerateams in ihrer Trainingshalle in der Frankfurter Nordweststadt standen. Cheftrainer Gordon Herbert wirkte gar etwas verärgert, als er dem Team eine kurze Verschnaufpause gönnte und sich die Fotografen um den Neuzugang und seine Freundin scharten und wie wild auf den Auslöser drückten. Einen solchen Medienauflauf wie am Dienstagmittag hat es beim hessischen Basketball-Bundesligisten in 20 Jahren noch nicht gegeben. Und das nicht, weil ein ehemaliger NBA-Spieler oder irgendein Superstar an den Main gekommen wäre – sondern weil der Neuzugang in diesem Jahr in der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“ mitgemacht hat. Das reicht heutzutage aus, um tagtäglich in den Medien zu sein und in den sozialen Netzwerken zum Influencer zu werden.

Davor war Andrej Mangold Basketballprofi. Ein knüppelharter Verteidiger, ein Zerstörer – jetzt will er es wieder sein. „Ich will es mir noch einmal selbst beweisen“, sagte der 32-Jährige. Sein letztes Profispiel datiert vom 4. November 2017. Damals noch im Trikot der Würzburg Baskets. Nach insgesamt nur fünf Spielen bei den Oberfranken trennten sich jedoch die Wege, und der 1,90-Meter-Mann hat seitdem kein Team mehr gefunden. Schon die Saison davor 2015/2016 verpasste er fast komplett wegen eines Kreuzbandrisses. Die meisten seiner 205 Spiele machte er für die Baskets Bonn, bei denen er sogar Nationalspieler (fünf Spiele) wurde.

Andrej Mangold mit Vertrag bis Saisonende

Als Basketballer gilt er als jemand, der die „kleinen Dinge macht, die nicht in der Statistik auftauchten“, beschrieb Cheftrainer Gordon Herbert gestern die Qualitäten seines Neuzugangs, der einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb. Er sieht in Mangold jenen Spielertypen, den er häufig schon zu den Skyliners geholt hat. Spieler, die lange verletzt waren, die „noch etwas zu beweisen haben.“ Damit sind die Skyliners in den vergangenen Jahren tatsächlich gut gefahren. Bei noch acht ausstehenden Partien und ohne echte Chancen auf das Erreichen der Playoffs, passt die Verpflichtung jedoch nicht wirklich zur Philosophie der Hessen, die sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als Ausbildungsklub erworben haben. Mangold ist mit 32 nicht mehr der Jüngste, und ob er sein basketballerisches Potenzial aus guten Bonner Tagen nochmal ausschöpfen kann, ist ebenfalls fraglich.

„Die Verpflichtung hat sich im Grunde dennoch eher zufällig ergeben“, gab dann auch Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter, zu. Pressesprecher Thomas Nawrath und der Geschäftsführer des eingetragenen Vereins, Yannick Krabbe, hätten ihm erzählt, dass Mangold wieder Basketball spielen wollte. Dabei hatte Wöbke eigentlich gesagt, dass sie nur noch einen Spieler holen wollen, der sie qualitativ auf ein neues Niveau hievt. Oder eben in Sachen Aufmerksamkeit.

„Ein Anruf bei ihm hat mich dann davon überzeugt, dass er es ernst meint mit der Rückkehr in den Basketball“, sagte Wöbke. Fragt sich nur, warum Mangold dann am Dienstag seine Freundin mit in die Trainingshalle brachte und für die Kameras mit ihr posierte. Ob Gordon Herbert das einem anderen Spieler erlaubt hätte? Wohl kaum.

Für Wöbke sei erst einmal wichtig gewesen, dass Mangold noch ein paar Jahre ambitioniert und professionell Basketball spielen wolle. „Sonst wäre es keine Option für uns gewesen ihn zu verpflichten, zumal er noch einige terminliche Verpflichtungen zu erfüllen hat.“ Tatsächlich hat sich der gebürtige Hannoveraner seit sechs Wochen mit dem Skilltrainer Paul Gudde fitgehalten. Und laut Gordon Herbert hat Mangold im Training sogar einen ganz guten Eindruck beim Fünf-gegen-Fünf gemacht. „Und da wir heute sechs Verletzte im Training hatten, ist das eine gute Chance für ihn“, so Herbert.

Für das kommende Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr) in Jena ist der 32-Jährige aber noch keine Option. Sein Debüt im Skyliners-Trikot soll er am Gründonnerstag, 18. April, gegen Bamberg (19 Uhr) geben. „Die Minuten muss er sich aber verdienen“, sagte Herbert.

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