Wollte mal Fußballer werden: Armin Musovic.
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Wollte mal Fußballer werden: Armin Musovic.

Sklyiners Frankfurt

Zwei Minuten als Profi

Armin Musovic ist einer von drei Jungen aus der Talentschmiede der Skyliners Frankfurt beim Jugend-Allstar-Spiel.

Von Timur Tinç

Armin Musovic hatte sich schon gedacht, dass er gleich reinkommen würde. Die Frankfurt Skyliners führten deutlich mit 85:66 gegen die Crailsheim Merlins am vergangenen Sonntag, als Cheftrainer Gordon Herbert den 18-Jährigen zu sich rief, um ihn 1:52 Minuten vor Schluss einzuwechseln. „Ich wusste, dass ich bereit sein muss, wenn ich auf das Parkett komme“, erzählt Musovic. „Aber komischerweise war ich erstmal nicht aufgeregt.“ Erst als er dann auf dem Spielfeld stand, spürte er die Aufregung, das Adrenalin und die Motivation. „Die knapp zwei Minuten vergingen dann recht schnell.“

Armin Musovic wird am heutigen Samstag in Ulm mit Niklas Kiel und Lennart Okeke einer von drei Frankfurtern sein, die beim NBBL-Allstar-Game (17 Uhr) für den Süden auflaufen werden – der besten Spieler unter 19 Jahren. Danilo Barthel und Johannes Voigtmann werden die Farben der Skyliners im Spiel der Profis (20.30 Uhr) vertreten. Die ersten Profiminuten haben Musovic noch einmal einen Schub mehr Selbstvertrauen gegeben. „Die Atmosphäre dort wird mich jetzt nicht mehr überraschen“, sagt Musovic, der aus einer basketballbegeisterten Familie kommt.

Die Eltern, die aus Bosnien-Herzegovina stammen, spielten Basketball, genauso der Onkel. Musovic begann mit neun Jahren mit dem Basketball. Er spielte kurz beim PSV Frankfurt, ehe sein Vater den Trainerposten bei der U 12 der TG Griesheim übernahm und Musovic und dessen Bruder trainierte. „Dabei wollte ich eigentlich Fußballer werden“, erinnert sich Musovic. Er wollte sich in der Schule in der Fußball-AG anmelden, war aber zu spät dran. „Weil der Lehrer mich aber kannte, bin ich in die Basketball-AG gekommen, und dann wurde es Schritt für Schritt professioneller“, erzählt Musovic, der in der 13. Klasse sein Abitur anstrebt.

Mit 15 wechselte er dann zu Eintracht Frankfurt, dem Kooperationspartner der Skyliners. Ein Jahr später folgte sein Debüt in der Pro B, der dritten Liga. „Armin ist kein unerfahrener Junge mehr“, sagt Sebastian Gleim, Trainer der NBBL-Mannschaft. Er spiele in seinem dritten Jahr NBBL und habe anständig trainiert und die Erwartungen erfüllt. Musovic ist seit dieser Saison der Starting-Point-Guard der Pro-B-Mannschaft und ein Leistungsträger in der NBBL. Im Schnitt erzielt er dort 14,1 Punkte und verteilt 5,1 Assists. In der Pro B sind es 5,6 Punkte und 2,2 Assists. „Es steckt viel Arbeit dahinter“, sagt Musovic, weiß aber, dass Glück auch eine Rolle gespielt hat. Die Verletzungen von Max (Gehirnerschütterung) und Jakob Merz (Kreuzbandriss) haben ihn auf die vorderste Position gespült. „Armin spielt seit Wochen ziemlich gut“, findet Eric Detlev, Cheftrainer der Pro B. Jetzt müsse man schauen, wie es weitergeht.

„Er hat in der Offensive einige Sachen auf Pro-B-Niveau drauf“, erklärt Gleim. Dazu zähle etwa der Wurf aus dem Dribbling. Was ihm fehlt, ist die Physis: die Kraft und die Athletik. Bei einer Körpergröße von 1,92 Meter wiegt er nur 79 Kilogramm. Dienstags und donnerstags macht Musovic deshalb Krafttraining, bevor es mit der Schule losgeht, nachmittags steht dann von Dienstag bis Freitag das Training mit der Pro B an. An den Wochenenden ist er dann gleich doppelt für die NBBL und Pro B im Einsatz.

Tippgeber an der Seite

Die Trainingseinheiten mit den Profis und die ersten BBL-Minuten „sind für ihn die Hausaufgaben für die nächsten eineinhalb Jahre“, erklärt Detlev. In den zwei Spielen, die Musovic in der BBL dabei sein durfte, saß Detlev neben dem jungen Aufbauspieler, gab ihm Tipps und machte auf die Unterschiede zwischen der dritten und der ersten Liga aufmerksam – vor allem auf die Spielweise der Point-Guards. „Es ist auf jeden Fall anders, als man es sich vorstellt, wenn man ganz nah dabei ist“, sagt Musovic. Von außen bekäme man gar nicht die Dynamik und die Schnelligkeit mit.

Neben Michael Jordan hat er Pascal Roller als Vorbild und schaut sich sehr viel vom Spiel der besten Point-Guards in der Euroleague wie Sergio Rodriguez von Real Madrid oder Milos Teodosic vom ZSKA Moskau ab. „Mein Ziel ist es, ein richtiger Spieler in der Pro B zu sein, einer, der ein Faktor ist“, erklärt Musovic. Mit der NBBL-Mannschaft will er es nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der ersten und zweiten Runde der vergangenen Jahre dieses Mal ins Top Four kommen. „Wir haben viel Potenzial“, sagt Musovic. Das attestierten ihm auch seine Trainer. „Es liegt an ihm, daraus etwas zu machen“, sagt Sebastian Gleim.

Bei den Profis wird er nach der Rückkehr von Konstantin Klein und Kevin Bright wohl vorerst nicht mehr mittrainieren. Aber die ersten zwei Minuten als Profi, kann ihm keiner mehr nehmen.

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