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Machte nur fünf Spiele für die Skyliners: Darius Carter.

Frankfurt Skyliners

Die x-te Hiobsbotschaft für die Skyliners

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Die Frankfurt Skyliners stecken in der größten sportlichen Krise seit sieben Jahren - jetzt fällt Center Darius Carter bis Saisonende aus. Matt Mobley soll ihn ersetzen.

Sebastian Gleim hört sich nicht gut an. Das liegt zum einen daran, dass der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners krank ist. Fieber, Husten und eine Bindehautentzündung legen den 35-Jährigen seit Montag flach. Ob er am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel der Basketball-Bundesliga gegen den Tabellenzweiten, die Riesen Ludwigsburg, an der Seitenlinie stehen kann, ist noch offen. Das Training leitet im Moment Assistent Klaus Perwas. Und zum anderen hat Gleim wie schon seit Saisonbeginn mit Personalproblemen zu kämpfen. Seit Dienstag besteht die Gewissheit, dass der im Januar nachverpflichtete Center Darius Carter für den Rest der Saison ausfallen wird.

„Er hat sich die Quadrizepssehne angerissen“, berichtet Gleim, sprich: einen Muskel im Oberschenkel verletzt. Ersetzt werden soll der 2,01-Meter-Mann nun von Landsmann Matt Mobley, der zuletzt beim türkischen Erstligisten ITÜ Istanbul (20 Punkte im Schnitt) spielte. Das berichten mehrere Onlineportale und deckt sich mit FR-Informationen. Der 1,90-Meter bestätigte den Wechsel gestern Abend auf Twitter selbst. Vor zwölf Tagen hatte er seinen Vertrag beim abgeschlagenen Tabellenletzten aufgelöst. Zu Saisonbeginn stand der 25-Jährige noch beim französischen Klub Pau in Lohn und Brot, ehe er Ende Oktober in die Türkei ging. Die Verletzung von Carter ist die x-te Hiobsbotschaft in dieser Saison für die hessischen Basketballer, die im Tabellenkeller feststecken und die schwerste sportliche Krise seit sieben Jahren durchmachen. 

In der Saison 2012/13 retteten sich die Frankfurter Korbjäger erst am letzten Spieltag mit einem Sieg im direkten Duell um den Klassenerhalt – Gegner damals wie am Sonntag: die Riesen Ludwigsburg. Die Skyliners haben nur vier Punkte Vorsprung auf den Letzten, den Mitteldeutschen BC. Zwar sind noch 13 Spiele zu absolvieren, aber die dünne Personaldecke der Skyliners könnte zu einem echten Problem werden. Aktuell fehlt noch Richard Freudenberg wegen einer Schleimbeutelentzündung, einem Ödem im Fußgelenk sowie einem Teilriss an der Achillesferse. „Ihm geht es deutlich besser. Wann er wieder einsteigen kann, ist offen“, sagt Gleim. Ob Mobley am Sonntag spielen kann, hängt davon ab, ob und wann er überhaupt unter Vertrag genommen wird – schließlich muss er noch den Medizincheck bestehen und der Liga rechtzeitig gemeldet werden. 

Die Skyliners hätten bis Ende März noch eine letzte Lizenz frei für einen weiteren Spieler. Positionsgetreu ist der Transfer nicht. Mobley ist ein Guard. Einen Center zu finden, ist zu diesem Zeitpunkt der Saison besonders schwer. Mit ihrer Personalplanung sind die Skyliners neben dem vielen Verletzungspech in dieser Saison auf die Nase gefallen. Statt mit der erlaubten Zahl von sechs Ausländern, sind sie mit fünf in die Saison gegangen – und kurz vor dem ersten Spiel verletzte sich der als Spielmacher eingeplante Anthony Hickey. 

„Wann Richard Freudenberg wieder einsteigen kann, ist offen“

Erst nachdem der Vertrag mit dem US-Amerikaner aufgelöst wurde, weil sich die Integration in den Kader schwierig gestaltetet, wurde Aufbauspieler Joe Rahon geholt. Im Januar gaben die Skyliners den gebürtigen US-Amerikaner mit deutschen Pass, Adam Waleskowski, im Tausch mit Darius Carter an Göttingen ab, weil der 37-Jährige konditionell nicht auf der Höhe war. Mit dem Transfer von Carter war aber klar, dass kein weiterer Ausländer mehr in den Kader passt. Genau in dieser Phase verletzten sich Center Leon Kratzer und Flügelspieler Freudenberg. 

Und einen deutschen Spieler gibt es schlichtweg auf dem Markt nicht. Aus dem aktuellen Kader sind nur Quantez Robertson, Matthew McQuaid und Marco Völler von Verletzungen verschont geblieben. Sebastian Gleim hatte in der gesamten Saison maximal drei Wochen, die er mit dem kompletter Besatzung trainieren konnte. Er hatte seinem Team nach der Niederlage in Oldenburg (81:85 nach Verlängerung) sechs Tage Urlaub gewährt, „das hat allen gutgetan“, so Gleim. Danach folgte eine gute Trainingswoche, bis sich Carter vergangene Woche Donnerstag verletzte. Ohne den Center folgte ein „gutes Testspiel“ in Bayreuth. Wie gut die Bundesligapartie gegen die starken Ludwigsburger ohne Carter und Freudenberg werden kann, bleibt abzuwarten.

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