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Immer positiv: Gunnar Wöbke.

Skyliners

„Wir brauchen einen erfahrenen Aufbauspieler“

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Gunnar Wöbke, geschäftsführender Gesellschafter der Frankfurt Skyliners, über die schwierige Suche nach einem Point Guard, die Zusammenstellung des Kaders Chancen für junge Spieler und die Ziele des Klubs.

Herr Wöbke, Ihr Team hat seit Saisonbeginn Probleme auf der Spielmacherposition. Wieso hat der Klub noch nicht reagiert?
Wir haben bislang nicht den richtigen Spieler gefunden. Eine Schwalbe macht außerdem noch keinen Frühling. Uns fehlen im Moment durch unsere fünf Verletzten, Niklas Kiel klammere ich aus, die zusammen pro Partie auf rund 100 Minuten gekommen wären. Das ist die halbe Spielzeit. Selbst wenn wir jetzt zwei Ausländer holen, würde sich die Anzahl der Spieler, die spielen nicht erhöhen, weil Elijah Clarance als siebter Ausländer wieder auf die Tribüne müsste. Fakt ist, dass Jason Clark als Point Guard nicht die Erwartungen der Trainer erfüllt hat.

Sind Sie derzeit in konkreten Verhandlungen mit einem neuen Spieler?
Ja – wir verhandeln mit Spielern und ihren Beratern. Die Point-Guard- und die Center-Position sind die am schwierigsten zu besetzenden. Wir waren sehr glücklich, dass wir Leon Kratzer als Center während der Saison bekommen haben, als sich Wobo (Jonas Wohlfarth-Bottermann, Anm. d. Red.) verletzt hat. Wir brauchen jetzt idealerweise noch einen sehr guten und erfahrenen Aufbauspieler, der das Team sofort führen kann. Der ist aber nicht so einfach zu bekommen, schon gar nicht mitten in der Saison.

Die Defensivprobleme ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison. Ist der Kader falsch zusammengestellt worden?
Vielleicht ja, vielleicht nein – schwer zu sagen. Uns fehlt aber definitiv die Zähigkeit, wenn Akeem Vargas und Wobo verletzt sind. Mit den beiden haben wir eine ganz anderen Präsenz, da sie neben Quantez Robertson unsere beiden besten Verteidiger sind. Auf die aktuelle Situation kann man auf zwei Arten reagieren.

Wie denn?
Entweder kann man jammern, sich beklagen und bemitleiden, oder man begreift was auch immer im Leben passiert als Chance. Probleme und Krisen stimulieren Wachstum, wenn man die richtige Mentalität hat. Was, wenn alles was passiert aus einem höheren Grund passiert und letztendlich nur dazu dient, dass wir uns weiterentwickeln und wachsen können. Für unsere jungen Spieler wie Garai Zeeb, Richard Freudenberg, Armin Trtovac und Elijah Clarance ist es die Chance viel zu spielen und Verantwortung zu übernehmen. Wir können nur das kontrollieren, was wir selbst beeinflussen können. Und meiner Meinung nach kann man ohnehin nicht versagen, solange man sein Bestes gibt und aus seinen Fehlern lernt – egal wie deftig eine Niederlage erscheint.

In der Bundesliga treffen Sie am Sonntag nun ausgerechnet auf den ungeschlagenen Tabellenführer FC Bayern München und dann geht es im Eurocup gegen Villeurbanne und im Pokal gegen Berlin. Richtet sich der volle Fokus jetzt auf Berlin?
Nein, wir treten immer an, um zu gewinnen. Es ist aber natürlich für die laufende Saison schon sehr wichtig, wie wir die nächsten 14 Tage meistern. Wir haben zwei super wichtige Spiele gegen Villeurbanne und gegen Berlin, um in zwei Wettbewerben noch im Rennen zu bleiben, in denen wir weit gekommen sind und erfolgreich gespielt haben. In der nächsten Woche kommen hoffentlich auch einige der Verletzten wieder zurück.

Cheftrainer Gordon Herbert hat bereits das Saisonziel in der Bundesliga von Platz vier auf Platz sechs korrigiert. Ist das realistisch angesichts von sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenachten?
Das sind die Ziele der Mannschaft. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, im Detail darüber zu philosophieren, ob man sie für realistisch hält. Grundsätzlich bin ich ein Freund davon, sich hohe Ziele zu setzen. Man darf ruhig wie ein Kind sein, dass auf das Christkind wartet. Disneyland wurde nicht von Ingenieuren gebaut, sondern von einem Visionär erträumt, der fest daran geglaubt hat. Dann muss man einen Plan entwickeln und diesen mit aller Kraft umsetzen. Lassen wir uns überraschen, was die Jungs noch schaffen in dieser Saison. Wir werden sie dabei jedenfalls tatkräftig unterstützen.

Der Vertrag von Herbert läuft im Sommer aus. Haben Sie mit ihm schon mal über eine Verlängerung des Kontrakts geredet?
Ja klar – wir haben darüber gesprochen und sind uns auch grundsätzlich darüber einig, unter welchen Bedingungen wir zukünftig weiter zusammenarbeiten wollen. Aber das sind heute noch ungelegte Eier. Und wir werden dann etwas kommunizieren, wenn es unterschrieben ist.

Interview: Timur Tinç

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