Basketball

Wieder mal Kleinigkeiten

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Einen Tag nach der Vertragsauflösung von Spielmacher Anthony Hickey verlieren die Frankfurt Skyliners verlieren knapp 67:68 in Würzburg.

Über seinen getroffenen Dreier mit der Schlusssirene konnte sich Richard Freudenberg nicht freuen. Mit gesenktem Kopf lief der 21-jährige Flügelspieler zur Bank, weil er wusste, dass seine Punkte zehn, elf und zwölf nur noch Ergebniskosmetik am Sonntagnachmittag waren. 67:68 (26:41) hieß es am Ende aus Sicht des hessischen Basketball-Bundesligisten in Würzburg. Eine vermeidbare und ärgerliche Niederlage, die gleichzeitig gezeigt hat, dass man die Skyliners nie abschreiben sollte. Mal abgesehen von der klaren Niederlage in Berlin – garantieren die Skyliners-Spieler zwar nicht immer guten Basketball, aber immer Spannung.

So waren es in Würzburg auch wieder Kleinigkeiten, die den Skyliners ein Erfolgserlebnis kosteten. Eine Kombination aus eigenem Unvermögen (nur sieben von 25 Dreiversuchen fielen) sowie 18 Ballverlusten, zu wenig Geduld im Zusammenspiel und wieder fragwürdigen Schiedsrichterpfiffen. Nach den ersten 20 Minuten hatten die Skyliners 15 Foulpfiffe, Würzburg nur sieben angehängt bekommen. Ein krasses Missverhältnis.

Und die Skyliners waren wie in den ersten fünf Bundesligapartien nur mit vier Ausländern angetreten. Vom fünften und eigentlich wichtigsten Spieler im Kader hatten sich die Hessen am Samstag getrennt – Spielmacher Anthony Hickey. „Es gab leider unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie Anthony nach seiner langen Verletzungspause zurück in das Team integriert werden sollte“, sagte Cheftrainer Sebastian Gleim. Offensichtlich wollte Hickey, der fast zwei Monate wegen eines Muskeleinrisses im Fuß gefehlt hatte, einen Freifahrtschein – egal wie gut oder schlecht er spielt. Das Wohl eines Einzelnen über das Team zu stellen, kam für Gleim jedoch natürlich nicht infrage. „Wir schauen uns um, der Markt ist immer lebendig“, sagte der 35-Jährige zu der Nachfolger-Frage.

Ob die Skyliners allerdings einen Spielmacher oder einen Akteur für eine andere Position holen, ließ Geschäftsführer Gunnar Wöbke im Gespräch mit der FR offen. Denkbar ist auch, dass Lamont Jones (19 Punkte) den Spielaufbau bis Saisonende übernimmt und ein weiterer Flügelspieler geholt wird. Oder die Lücke sogar aus den eigenen Reihen mit den Nachwuchsspielern Bruno Vrcic, der in Würzburg fehlte, weil er im Training umgeknickt war, und Len Schoormann geschlossen wird. Der Spielmacher gab gestern mit 17 Jahren und 155 Tagen sein Bundesligadebüt. Das wäre jedoch ein zu hohes Risiko, weil Rookie Matthew McQuaid nach seinem guten Spiel beim Mitteldeutschen BC gestern in acht Minuten keinen einzigen Zähler machte. Er hat noch zu viele Auf und Abs.

Das gilt auch für die Leistungsträger um Quantez Robertson. Der Kapitän verteilte in Würzburg zehn Assists, warf aber mal wieder unterirdisch. Es ist mittlerweile grotesk, dass er im Laufe einer Partie nichts trifft und erst am Ende die schwierigsten Dreier versenkt. So zum 64:66. In der Szene zuvor hatten die Skyliners es fertig gebracht, den Ball nicht innerhalb von acht Sekunden über die Mittellinie zu bringen. „Wir haben uns am Ende Fehler erlaubt, die man bei so einem Spielstand nicht machen darf“, haderte Freudenberg. Die sind dann mit spielentscheidend.

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