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Matchwinner: Pascal Roller (li.) behielt die Nerven.

Basketball

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Skyliners feiern Einzug ins Basketball-Halbfinale in Leverkusen nach dramatischem Spiel überschwänglich.

Die Schlusssirene war noch nicht verklungen, als die Dämme brachen. Die komplette Bank der Frankfurt Skyliners, inklusive Trainer Murat Didin, stürmte das Parkett in der Leverkusener Wilhelm-Dopatka-Halle. Dort entlud sich die Freude der Akteure über den hauchdünnen 59:58 (36:29)- Sieg und den damit verbundenen Halbfinaleinzug des hessischen Basketball-Bundesligisten in wilden Luftsprüngen, Schreien und Umarmungen. Im Mittelpunkt des Jubels stand Pascal Roller. Der Kapitän der Skyliners hatte in einer an Dramatik nicht zu überbietenen Schlussphase die Nerven behalten. Mit zwei verwandelten Freiwürfen 6,9 Sekunden vor dem Ende hatte er die Skyliners ins Halbfinale gebracht. "Es war die ganze Serie über eng - und heute war es extrem", bilanzierte Roller.

Um ihn herum tobten derweil seine Mitspieler, die später mehrfach wieder aufs Spielfeld liefen, um dort mit den knapp 500 mitgereisten Fans zu feiern. "Habt ihr das gesehen?", rief der erneut stark in der Verteidigung spielende Center Ken Johnson, während Murat Didin jeden einzelnen Spieler in die Arme schloss. Neben der überragenden Leistung von Roller (16 Punkte, 6 Assists) lobte der Trainer vor allem die mannschaftlich geschlossene Defensivleistung. "Wir haben es endlich geschafft, Leverkusens besten Scorer Brant Bailey zu stoppen", sagte Didin. Bestes Beispiel dafür war Dominik Bahiense de Mello: Zwei Minuten vor Schluss stellte sich der Flügelspieler Bailey in den Weg, als dieser den neben sich stehenden Derrick Allen bereits ausgespielt hatte, und erzwang ein Offensivfoul. Weil es das fünfte Foul des Leverkusener Topscorers der Viertelfinalserie war, musste der das Spielfeld verlassen - was de Mello mit einem kurzen Sprint zur Bank und dortigem Abklatschen feierte.

Dass die Spieler ihren Gefühlen im und nach dem Spiel so freien Lauf ließen, war dem engen Verlauf der Serie geschuldet. Im fünften Spiel lagen die Frankfurter von der 4. Minute an ständig vorn, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. Im Schlussviertel glichen die Giants aus (49:49; 34. Minute). 14,4 Sekunden vor Ende schien es gar, als seien die Rheinländer auf der Siegerstraße, als der starke Ransford Brempong (14 Punkte, 10 Rebounds) zwei Freiwürfe zur 57:58 Führung für Leverkusen versenkte. Doch dann nahm Roller die Dinge in die Hand. Im Gegenzug zog der 31-Jährige das Foul des eingewechselten Leverkusener Matthias Goddeck und sicherte mit den verwandelten Freiwürfen den Halbfinal-Einzug der Skyliners.

Dort treffen die Frankfurter auf die Baskets Bonn, die den favorisierten Pokalsieger aus Quakenbrück mit 3:1 ausschalteten. Weil Bonn (7.) in der regulären Saison hinter den Skyliners (6.) platziert war, sind die Skyliners im ersten Spiel Gastgeber. Entsprechend optimistisch gab sich Forward Ilian Evtimov: "Wir haben diese enge Serie gewonnen, wir haben Heimvorteil - ich glaube, dass Bonn ein guter Gegner für uns sein wird."

Allerdings gehen die Baskets ausgeruhter in die Halbfinalserie. Sie hatten sich gegen Quakenbrück in nur vier Spielen durchgesetzt. Vor dem ersten Duell am Dienstag in der Ballsporthalle (18.30 Uhr) haben sie daher drei Tage mehr zur Regeneration als die Skyliners. "Wir bräuchten jetzt eigentlich zwei oder drei Tage komplett Pause", gestand Derrick Allen. Sein Trainer sieht das genauso: Didin beklagte den engen Spielplan. Fünf Spiele in neun Tagen und dann nur drei Tage Pause - das sei einfach zu heftig.

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