Der Center ein Hüne: Der Ulmer John Bryant (Mitte) ist der schwerste Spieler der Liga. (Archiv)
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Der Center ein Hüne: Der Ulmer John Bryant (Mitte) ist der schwerste Spieler der Liga. (Archiv)

John Bryant

Vereint gegen den Ulmer Goliath

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Im ersten Spiel nach der Trennung von Joe Dabbert treffen die Skyliners Frankfurt ausgerechnet auf John Bryant ? den schwersten und besten Center der Basketball-Bundesliga.

John Bryant gilt in dieser Saison der Basketball-Bundesliga als Mann der Extreme. Der Hüne in Diensten des Tabellen-Zwölften Ulm ist der schwerste Spieler in der Liga. 135 Kilogramm verteilt der US-Amerikaner auf 2,11 Meter Länge. Jene, im Basketball immens wichtigen körperlichen Vorteile, weiß Bryant unter den Körben geschickt einzusetzen: Der Ulmer Center führt die Statistiken der Liga in Sachen Rebounds und Effektivität an.

Noch beeindruckender ist ein weiterer Spitzenplatz: Siebenmal in 16 Spielen ? und damit mehr als doppelt so viel wie die besten Konkurrenten ? schaffte Bryant ein sogenanntes Double-Double (zweistellige Werte in Punkten und Rebounds). „Ich gehe raus und mache mein Ding“, kommentiert Bryant seine Dominanz, die er am Sonntag unterstrich: Gegen Bremerhaven erzielte er 21 Punkte und sammelte 18 Rebounds.

Bei den Skyliners Frankfurt, die am Donnerstag in Ulm (16 Uhr) antreten, lässt die Dominanz des Ulmer Hünen Sorgenfalten entstehen. Das Aufeinandertreffen in der Nachholbegegnung vom zweiten Spieltag kommt für die Skyliners trotz des vergangenen freien Wochenendes zum falschen Zeitpunkt ? denn es ist ihr erstes Spiel nach der Trennung von Center Joe Dabbert. „Wir müssen aufpassen“, warnt Kamil Novak. Der Sportdirektor sucht mit Hochdruck nach einem Nachfolger für Dabbert. In Ulm werden die Skyliners aber „definitiv“ noch ohne auskommen.

Novak geht die Lage pragmatisch an: Nach der nicht erfolgten Vertragsverlängerung mit Dabbert, der mit 2,10 Meter und 115 Kilo der längste und schwerste Skyliners-Spieler war, aber wiederholt enttäuschte, will er nur von einer „vermeintlichen“ Schwächung unter dem Korb reden. In Ulm wird Power Forward Kimmo Muurinen unter den Brettern aushelfen. Novak deutet zudem an, dass es denkbar sei, dass der von seiner Kreuzbandverletzung genesene Power Forward Roger Powell gleichzeitig mit Muurinen und Marius Nolte auf dem Parkett steht.

Erfolgreich mit den Kleinen

Trainer Gordon Herbert hat hingegen seit zwei Monaten vorwiegend mit drei kleinen Guard-Spielern agieren lassen. Der Erfolg spricht für das „kleine“ System: Die Skyliners haben elf der vergangenen 13 Spiele gewonnen ? und das obwohl sie schon mit Dabbert in ihren Reihen das im Durchschnitt kleinste Team der Liga waren. Umgekehrt die Vorzeichen in Ulm: Die Schwaben um „Goliath“ Bryant sind das zweitgrößte Team der BBL, stecken aber im unteren Mittelfeld.

Die Erfolge der vergangenen Wochen lassen Nolte selbstbewusst ins Duell mit Bryant gehen. Gleichwohl lässt der derzeit einzige Frankfurter Center durchblicken, dass er Hilfe brauchen wird. Die Mannschaft müsse ihn unterstützen. „Wir müssen die körperliche Defizite durch mehr Einsatz kompensieren“, sagt Nolte. Vorwiegend die Masse von Bryant beeindruckt ihn. Nolte wiegt rund 27 Kilo weniger als sein direkter Kontrahent ? ein Nachteil beim Positionskampf unter den Körben. „So einen muss man erst mal aus der Zone raushalten“, sagt Nolte.

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