Skyliners

Unerwünschter Werbeträger

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Basketballer Alex King möchte den Bundesligisten Skyliners verlassen, um mal wieder spielen zu dürfen.

Von den Werbeplakaten der Frankfurt Skyliners ist Alex King nicht wegzudenken. Ob auf Flyern, in Saisonheften oder als übergroßes Poster im Trainingszentrum - King gilt neben Teamkapitän Pascal Roller und Dominik Bahiense de Mello als das ewig lächelnde, werbewirksame Gesicht des hessischen Basketball-Bundesligisten. Damit könnte es nun vorbei sein. King steht nach fünf Jahren in Frankfurt vor einem Wechsel. "Ich hänge an dem Klub und an den Fans. Aber ich muss auch an mich selbst denken - und deshalb werde ich wohl die Skyliners verlassen", sagt King.

Die vergangene Saison hat dafür den Ausschlag gegeben: Kings durchschnittliche Einsatzzeit, die vor zwei Jahren bei mehr als 15 Minuten pro Spiel lag, halbierte sich. Der beständige Aufstieg des athletischen Flügelspielers bekam einen heftigen Knick. Geschäftsführer Gunnar Wöbke wie auch Trainer Murat Didin legten dem 23-Jährigen, dessen Vertrag sowieso ausläuft, den Wechsel nahe. "Wenn er häufiger spielen will, sollte er gehen", sagt Didin.

Bei King sitzt die Enttäuschung tief. Der gebürtige Bayer hatte gehofft, sich durchsetzen zu können - trotz aller Kritik. Angedeutet hatte diese sich schon vor Saisonbeginn, als Didin durchblicken ließ, nicht mehr auf King zu setzen. Nachdem der Vertrauensentzug öffentlich geworden war, ruderte der Trainer zwar zurück, an seiner Einstellung zu den Fähigkeiten des Flügelspielers änderte das aber nichts. King wurde zum Bankdrücker, verlor sein Selbstvertrauen und schob Frust. Zumal auch der geplante Kompromiss, dass der ehemalige Academy-Spieler wieder als Doppellizenzspieler beim MTV Kronberg in der Regionalliga Spielpraxis sammelt, in die Hose ging. In Kronberg kam der A2-Nationalspieler ebenfalls selten zum Einsatz. Am Talent lag es nicht: Wenn King spielte, sorgte er meist für mehr als 30 Punkte. Vielmehr machten die Skyliners ihm einen Strich durch die Rechnung: Weil der Bundesligakader infolge von Verletzungen im Herbst stark geschrumpft war, untersagte der Klub dem athletischen Zweimetermann fast jedes Spiel für Kronberg. "Die Skyliners brauchten mich als Ersatzmann und fürs Training. Gespielt habe ich dann aber so gut wie nie", sagt King.

Selbst wenn er mal durfte, fühlte sich der Sohn eines US-amerikanischen Vaters, der unter Didins Vorgänger Charles Barton zu einem der Wortführer der Skyliners avanciert war, nicht wohl. Mannschaft, Umfeld, Fans - alles habe gestimmt, doch in Didins System galt King nur noch als Defensivexperte und Fastbreakläufer. "Zwischenzeitlich habe ich mich auf dem Spielfeld nur wie ein Objekt gefühlt. So geht die Freude am Spiel verloren - und so kann ich mich nicht weiterentwickeln."

Wechsel in Pro A möglich

Ein Neuanfang und ein Imagewandel sollen deshalb her. Um als kompletter Basketballspieler wahrgenommen zu werden, kann sich King neben der Bundesliga auch einen Wechsel in die Pro A vorstellen, am liebsten wieder als Doppellizenzspieler. Bundesligisten aus dem Mittelfeld als auch ambitionierte Pro-A-Ligisten wie Bayern München sollen bereits Interesse signalisieren. King will sich in den nächsten Tagen entscheiden; seine künftige Rolle im Team dürfte dabei entscheidend sein. Danach geht es in den Urlaub: abschalten und Energie tanken. Der Neuanfang wird Kraft kosten.

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