Basketball

Am tiefstem Tiefpunkt

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Die Frankfurt Skyliners unterliegen dem Tabellenletzten Crailsheim Merlins.

Wenn Quantez Robertson richtig Tacheles redet, dann muss es im Team schon ordentlich rumoren. Meist behilft sich der Kapitän der Frankfurt Skyliners mit Phrasen und Allgemeinplätzen, doch nach der 77:91-Niederlage am Samstagabend gegen den Tabellenletzten Crailsheim Merlins konnte der 34-jährige US-Amerikaner nicht mehr an sich halten: „Wir können zwar vorne punkten, aber es bedeutet nichts, weil wir niemanden stoppen können. Wir kassieren zu viele Punkte - Tag ein, Tag aus“, kritisierte Robertson. „Wir müssen mehr Herz zeigen.“

Noch unzufriedener war Cheftrainer Gordon Herbert. Zunächst mit der „Bullshit-Einstellung“ seiner Spieler beim Aufwärmen, die sich auf das Spiel übertragen habe. Mit der desaströsen Leistung vor 5000 Zuschauern in der Ballsporthalle, den sechs Verletzten und das er immer noch keine neuen Spieler im Kader hat. „Wir haben Spieler die spielen könnten, aber aus irgendwelchen Gründen nicht spielen“, sagte Herbert verärgert, zwar ohne Namen zu nennen.

Damit konnte aber nur sein Landsmann Brady Heslip gemeint sein, der wegen einer Schulterprellung seit eineinhalb Wochen aussetzt. Jonas Wohlfarth-Bottermann (Reha nach Mittelfußbruch), Leon Kratzer (Innenbanddehnung im Knie), Trae Bell-Haynes (Bänderriss), Akeem Vargas (Muskelfaserriss) und Niklas Kiel (Reha nach Gehirnerschütterung) haben allesamt Blessuren, mit denen sie definitiv nicht spielen können.

Statt Heslip spielte einmal mehr Elijah Clarance, der Herbert mit seiner Spielweise mehrfach zur Verzweiflung brachte. „Wir haben Spieler, die in der Pro B spielen, die eine Chance bekommen, aber sie nicht annehmen“, murrte Herbert, ohne den 20-jährigen Schweden beim Namen zu nennen. Aber außer ihm gab es keinen anderen aus der zweiten Mannschaft, der aufgrund der Ausländerregelung in der Bundesliga normalerweise nicht bei den Profis mitwirkt.

Eigentlich hätte Clarance auch gar nicht gespielt, wenn der vermeintliche neue Spielmacher nicht durch den Medizincheck gefallen wäre. Zunächst sagte Herbert nach der Crailsheim-Partie, dass es zur Spielersituation nichts Neues gebe. Auf die Nachfrage, ob es am Markt oder am Geld liege, antwortete er: weder noch und wollte dann nicht mehr weiter drauf eingehen. Erst ganz zum Schluss verriet er dann doch, dass ein Spieler vor Ort war.

„Wir müssen ein paar Veränderungen vornehmen. Wir brauchen neue Spieler“, sagte der 59-Jährige. Ob bis zur zweiten Partie in der Zwischenrunde des Eurocups am Dienstag (19.15 Uhr) daheim gegen Krasnodar jemand aufzutreiben ist, ist eher unwahrscheinlich. 

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