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Ratlos: Mike Morrison (von links), Shavon Shields und Ekene Ibekwe.
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Ratlos: Mike Morrison (von links), Shavon Shields und Ekene Ibekwe.

Skyliners

Tiefe Gräben unterm Korb

Der zurückkehrende Cheftrainer Herbert übernimmt eine total verunsicherte Mannschaft, die im Hessenderby von den Gießen 46ers vorgeführt wurde. Immerhin dürfen sich die Skyliners als Frankfurter Mannschaft des Jahres 2016 bezeichnen.

Von Timur Tinç

Am späten Samstagabend lächelten Gunnar Wöbke und Gordon Herbert in die Kameras. Bei der Sportgala der Stadt Frankfurt in den Mainarcaden wurden der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners und der Cheftrainer mit dem Titel Mannschaft des Jahres 2016 geehrt. Es gab einen Blumenstrauß, einen riesigen Bembel, eine Urkunde und ein Erinnerungsfoto. Außerdem verkündete Herbert, dass er nach seiner Rückenoperation und einer erfolgreichen Reha ab Montag das Training beim hessischen Basketball-Bundesligisten wieder übernehmen wird, wie die FR zuvor berichtet hatte. „Es ist eine schöne Anerkennung für das Team, das wir vergangene Saison hatten“, sagte Herbert der FR am Sonntag. Zuvor hatte er lange mit seinem Assistenten Klaus Perwas über die Situation der aktuellen Mannschaft und die Niederlage in Gießen gesprochen.

52:69 (23:39) waren die Skyliners in der Sporthalle Ost bei den 46ers regelrecht untergegangen. „Wir waren zu verkrampft“, fasste Interims-Cheftrainer Perwas zusammen, der wieder in die zweite Reihe rücken wird. Die Pleite im Hessenderby war die sechste in Folge in der Bundesliga und bedeutete den Absturz auf Tabellenplatz 15.

Kapitän Quantez Robertson, der sonst eher nicht für große Analysen bekannt ist, fasste die aktuelle Situation erstaunlich offen zusammen: „Wir spielen unsere Angriffe nicht aus. Wir spielen nicht zusammen. Wir spielen nicht hart. Wir kämpfen nicht“, resümierte der 31-Jährige verärgert. „Mit dieser Gruppe von Typen, die wir haben, sollten wir nicht so spielen, wie wir es tun.“ In dieser Mannschaft scheint es offensichtlich nicht zu stimmen. Es kommt also viel Arbeit auf Gordon Herbert zu, der die Mannschaft mit Wöbke zusammengestellt hat. Von der Rückkehr des Kanadiers hat Robertson übrigens aus dem Internet erfahren, was tief in die Kommunikation innerhalb des Klubs blicken lässt. „Vielleicht kann er das Feuer bei einigen Spielern entfachen“, sagte Robertson. Schließlich seien die Spielzüge und die Systeme dieselben, wie seit drei Jahren. Doch dafür benötigt es auch Spieler, die sie umsetzen können.

Erschütternde Statistiken „Klaus hat einen hervorragenden Job gemacht“, lobte Herbert die Arbeit von Perwas. Es sei nicht einfach für ihn gewesen, ein Team, drei Tage vor dem Start der Vorbereitung zu übernehmen und ihm die Systeme beizubringen. „Wir haben acht unserer zehn Topspieler verloren. Wir wollen gewinnen und entwickeln, aber das ist nicht einfach“, sagte Herbert. Sehr schwierig sogar.

Das belegen auch die Zahlen. Die Hessen erzielen die mit Abstand wenigsten Punkte (66) in der BBL, sie haben die schlechteste Feldwurfquote (41,9 Prozent), die zweitwenigsten Assists (15,1) und die zweitmeisten Ballverluste (16,3). Sie liegen eigentlich nur nicht auf einem Abstiegsplatz, weil Phoenix Hagen wegen eines Insolvenzverfahrens, mit null Siegen und minus vier Punkten abgeschlagener Letzter ist und die finanziell schwachen Braunschweiger und Vechta bislang nur zweimal gewinnen konnten.

Gordon Herbert muss zwar nicht bei null anfangen, aber er kann einen sauberen Schnitt machen. „Wir müssen uns da durchkämpfen“, sagte der 57-Jährige und hofft, dass sein Team mentale Stärke aufbaut. Die hat er nach der OP auch gebraucht, er hat zwar fast alle Spiele der Skyliners geschaut, hat sich aber aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und nur ab und zu mit Perwas telefoniert. „Ich muss mich jetzt selbst erst integrieren und ein Gefühl für das Team bekommen“, so Herbert.

Gunnar Wöbke scheint die aktuelle Situation nicht zu beunruhigen. „Ich verspreche Euch, am 11. Dezember werden wir die Bayern schlagen und danach sind wir wieder die Alten“, tönte der Klubboss bei der Sportgala. In drei Wochen wird er sich an diesen Worten messen lassen müssen.

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