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Steigt hoch zum Korb: Tyler Larson.

Basketball

Der Taktgeber der Skyliners

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In den letzten drei Saisonspielen kommt es auf die Qualitäten von Tyler Larson an.

Wenn es in die Schlussphase einer Partie geht, will Tyler Larson den Ball in seinen Händen haben. Egal, wie gut oder schlecht der Spielmacher der Frankfurt Skyliners bis dahin getroffen hat. „Er will das Spiel entscheiden, in die eine oder andere Richtung“, beschreibt Cheftrainer Gordon Herbert die Führungsstärke des 27-jährigen US-Amerikaners. In seinem dritten und vierten Spiel für den hessischen Basketball-Bundesligisten war Larson die tragische Figur. In den engen Spielen gegen Bamberg und gegen Ludwigsburg zog der 1,91-Meter große Athlet zum Korb – gegen Bamberg hätte ein erfolgreicher Korbleger den Sieg bedeutet, gegen Ludwigsburg wäre die Partie in die Verlängerung gegangen. Beide Male ging sein Wurf daneben, beide Male blieb ein Pfiff der Schiedsrichter trotz Kontakt der Gegenspieler aus.

Mit zwei Siegen mehr würden die Playoffchancen der Skyliners drei Spieltage vor Schluss viel rosiger aussehen. Aktuell liegen sie auf Platz zwölf, zwei Punkte hinter dem Tabellenachten Würzburg, der aber ein Spiel weniger hat. Die Hessen müssen die letzten drei Partien in Bremerhaven (Samstag 20.30 Uhr), in Braunschweig (10. Mai) und zu Hause im Hessenderby gegen Gießen (12. Mai) gewinnen und die Konkurrenz patzen, um es unter die besten acht Teams zu schaffen. Die perfekte Gelegenheit für Larson, ein oder mehrere Spiele für die Skyliners zu gewinnen. Das war bislang immer Quantez Robertson vorbehalten.

„Wir können die Vergangenheit nicht kontrollieren, sondern nur die Gegenwart“, sagt Larson, der Mitte Januar vom russischen Erstligisten Perm an den Main kam. „Wir werden versuchen jedes Spiel zu gewinnen.“ Dabei wird sehr viel vom Point Guard abhängen. Beim 93:86-Erfolg am Mittwoch gegen den Mitteldeutschen BC stellte Larson mit 29 Punkten einen neuen persönlichen Rekord in der Basketball-Bundesliga (BBL) auf. Auch fünf von sechs getroffenen Dreiern bedeuteten neuen Bestwert. Ausgerechnet der Distanzwurf hat dem Mann aus Las Vegas sehr oft Probleme bereitet.

Insgesamt kommt er auf eine Quote von 35,2 Prozent. Bei seiner Station beim belgischen Klub Lüttich hatte er 48,5 Prozent vorzuweisen. „Und davon viele aus dem Dribbling“, sagt Larson. Auch ein Stephen Curry von den Golden State Warriors, gemeinhin als bester Werfer in der NBA-Geschichte geadelt, „hat schon einmal null von elf Versuchen getroffen“, führt Larson aus. „Man darf nur nicht anfangen zu zweifeln. Und das tue ich nicht.“

Genau diese Einstellung schätzt Herbert am US-Amerikaner. „Er versteckt sich nicht von der Verantwortung und hat viel positive Energie“, sagt der Kanadier. Mit 15,8 Punkten im Schnitt ist Larson der Topscorer der Hessen und der neuntbeste in der BBL. Außerdem verteilt er 5,3 Assists im Schnitt. Die persönliche Bilanz von Larson im Trikot der Skyliners nach Stationen in Lettland, Ungarn, Belgien, Italien und Russland liest sich positiv: neun Siegen stehen acht Niederlagen gegenüber.

Wäre Tyler Larson von Saisonbeginn an in Frankfurt gewesen, wäre mit Sicherheit auch die Bilanz der Skyliners positiver als aktuell mit 14 Siegen gegenüber 17 Pleiten. Der Klub hatte fälschlicherweise auf Jason Clark als Point Guard gesetzt und viel zu spät auf diese Fehleinschätzung reagiert. Larson ist genau der Typ Spielmacher mit dem Gordon Herbert immer erfolgreich war. Ein dominanter, scorender Aufbauspieler, der auch seine Mitspieler besser macht. Justin Cobbs, Jordan Theodore und Tai Webster waren genau solche Spieler, die die Skyliners in die Playoffs geführt haben. Sie waren aber mit Ausnahme von Cobbs, der nach sieben Spieltagen in der Saison 2014/2015 zu den Skyliners stieß, alle von Saisonbeginn da und wurden nicht ins kalte Wasser geworfen, wie Larson, der einen Vertrag bis Saisonende hat.

Ob die Nummer 55 auch nächstes Jahr in Frankfurt spielt ist ungewiss. Klar ist aber, dass er auch in den kommenden drei Partien in den entscheidenden Phasen, den Ball in der Hand haben wird. Mit offenem Ende für ihn und die Skyliners.

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