Basketball

Skyliners setzen auf Hundetreue

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Defense soll die Frankfurter Korbjäger ins Finale bringen.

Sein Lächeln wirkte fast schon selig. Murat Didin, Trainer des hessischen Basketball-Bundesligisten Frankfurt Skyliners, war nach dem umkämpften 58:48-Heimsieg und der damit verbundenen 2:1-Führung in der Best-of-Five-Halbfinalserie gegen die Baskets Bonn rundherum zufrieden. Das Aufeinandertreffen zweier defensiv orientierter Mannschaften erbaute den Basketball-Fachmann Didin sichtlich - auch wenn die von Kampf und Einsatz geprägte Partie für viele Zuschauer alles andere als ein Augenschmaus war.

Für Didin indes schon: Ihn haben das unspektakuläre Einmaleins des Basketballs und speziell die Verteidigung schon immer mehr fasziniert als spektakuläre Dunkings oder Blocks. "Die Defense ist wie ein Hund - immer treu", ist nicht umsonst einer der Wahlsprüche des Türken.

Manchmal geht es aber auch mit Didin durch. So beispielsweise am Sonntag, als Ken Johnson den eigenen Korb zur No-Go-Area erklärte: Zweimal hatte der ehemalige Frankfurter Bernd Kruel einen Wurf angetäuscht, zweimal hatte der 2,10 Meter-Hüne sich in die Lüfte geschraubt. Als Kruel den dritten Wurf ansetzte, war Johnson wieder zur Stelle und blockte den Wurf, was Didin und die Bank der Skyliners zu kollektiven Jubelarien animierte.

"Ken hat uns in der Verteidigung unheimlich geholfen. Alleine schon wegen seiner Präsenz", sagte Dominik Bahiense de Mello über den US-Amerikaner, der in den ersten zwei Spielen noch wegen einer Mandelentzündung gefehlt hatte. "Erwartet keine Wunderdinge von ihm", hatte Sportdirektor Kamil Novak wegen der viertägigen Trainingspause noch vor dem Tipp-off gewarnt. Doch am Ende waren die Skyliners mehr als glücklich, dass ihr einziger echter Center mehr als 20 Minuten durchhielt - und mit vier Blocks großen Anteil daran hatte, dass den Bonnern im letzten Viertel kein einziger Korb aus dem Feld gelang. "18 Würfe nicht zu treffen - das ist schon ein Kunststück", klagte Bonns Trainer Michael Koch.

Daran wollen die Skyliners heute im vierten Spiel in der Hardtberghalle (18.30 Uhr) anknüpfen. "Wir haben Bonn in der zweiten Halbzeit keine Chance gelassen - so muss es auch am Dienstag sein", sagt Ilian Evtimov. Center Ken Johnson setzt ebenfalls auf das gestiegene Selbstbewusstsein der Skyliners, die von rund 300 Anhängern in der ausverkauften Halle unterstützt werden. Zweimal haben die Skyliners in dieser Saison dort böse verloren. Didin ist dennoch optimistisch: "Wenn wir wieder so stark verteidigen und geduldig bleiben, können wir ins BBL-Finale einziehen."

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