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Setzt sich durch: Jason Clark mit zwei wichtigen Zählern.

Frankfurt Skyliners

Skyliners setzen Ausrufezeichen

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Frankfurter Basketballer schlagen Turin zum Auftakt im Eurocup 88:85 nach Verlängerung.

Jason Clark hatte nach der Schlusssirene Gänsehaut. Nicht wegen des knappen 88:85-Sieges der Frankfurt Skyliners nach Verlängerung gegen Turin im Eurocup oder wegen der ausgelassenen Freude der 3640 Zuschauer in der Ballsporthalle. Es war die Ehrfurcht vor dem gegnerischen Trainer, Larry Brown, beim gegenseitigen Händeschütteln. „Er ist eine absolute Legende“, sagte Clark über den 78-jährigen Cheftrainer der Italiener.

Seit 1976 coachte Brown entweder in der  NBA oder am US-College, wurde Meister in der Collegeliga NCAA und 2004 in der NBA mit den Detroit Pistons. Seit diesem Sommer ist Brown Trainer in Turin, die mit viel Geld der Familie Agnelli ein komplett neues und hochtalentiertes Team zusammengestellt haben. Doch die Skyliners waren am Mittwochabend eingespielter und kämpferischer als die vom Autounternehmen gesponserten Gäste. Die Skyliners setzten ein erstes Ausrufezeichen im zweithöchsten europäischen Wettbewerb.

„Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen“, sagte der Frankfurter Trainer Gordon Herbert. Sein Team habe nach der 76:83-Niederlage gegen Ludwigsburg in der Basketball-Bundesliga (BBL) nun eine gute Einstellung an den Tag gelegt. „Wir haben mit mehr Selbstvertrauen gespielt und sind in der Verteidigung ganz anders aufgetreten“, befand Spielmacher Clark, der auf 16 Punkte und sechs Assists kam.

Nach einem schwachen ersten Viertel (19:26) war es einmal mehr Quantez Robertson, der „defensiv den Ton mit seiner Intensität setzte“ (Herbert). Mit eisenharter Verteidigung und Steals eroberte der Skyliners-Kapitän die Bälle für seine Mitspieler. Und vorne war es Erik Murphy mit drei Dreiern, der die Skyliners wieder in Schlagdistanz (29:30) brachte. Der Center war mit 19 Punkten am Ende Topscorer. Brady Heslip kam nach null Punkten in Ludwigsburg auf 15 Zähler.

Ulm wartet im Pokal

Bis zur 27. Minute konnten die Skyliners ihre Führung sogar auf zehn Zähler ausbauen (57:47). Aber danach zeigten die NBA- und Euroleague-erfahrenen Spieler im Team der Turiner, was sie individuell drauf haben und glichen binnen zwei Minuten die Partie zum 57:57 wieder aus.

Im Schlussviertel entwickelte sich ein Hin und Her, die Skyliners setzten sich auf vier Zähler ab, kassierten aber noch das 75:75. Der letzte Spielzug wollte jedoch nicht gelingen, Quantez Robertson setzte seinen Dreierversuch an den Ring, sodass es mit 77:77 in die Verlängerung ging. Dort schlug die Stunde von Jason Clark, der zwischenzeitlich zu schwierige Abschlüsse gesucht hatte. In den letzten fünf Minuten spielte der 28-Jährige jedoch clever seine Stärken aus. Er zog mit seinen schnellen Schritten zum Korb oder setzte Center Murphy nach guten Dribblings ein. „Er hat sich durchgebissen“, lobte Herbert. Den Schlusspunkt setzte Shawn Huff mit einem verwandelten Freiwurf (88:85) zwei Sekunden vor Ultimo. Der letzte Wurf der Turiner ging vorbei.

Viel Zeit zur Erholung haben die Skyliners nicht. Am Samstag empfangen sie in der Ballsporthalle (18 Uhr) Ulm in der ersten Pokalrunde. Ob Jonas Wohlfarth-Bottermann dann wieder mitwirken kann, ist ungewiss. Wegen einer Versteifung im Nacken konnte der Center in der zweiten Halbzeit nicht mehr spielen.

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